2018 Ford Mustang EcoBoost Fahrbericht

Wir sind den 2018 Ford Mustang gefahren! Ein Muscle-Car / Pony-Car, das muss ordentlich motorisert sein, es faustdick unter der Haube haben und richtig brüllen. Nun, der Ford Mustang ist kein Muscle-Car, sondern ein Pony-Car – also eine etwas kleinere Variante des berühmten Muscle… naja, Sie wissen schon. V8-Fans werden mit der Faust auf den Tisch hauen und „allerdings!“ brüllen, wenn sie den Namenszusatz Ecoboost lesen. Hier drückt nämlich ein aufgeladener Vierzylinder-Turbo sein Drehmoment auf die Hinterräder. Ist das ein echter Affront oder State of the Art? Aufgesattelt!

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2018 Ford Mustang EcoBoost Fahrbericht

Der 2018 Ford Mustang EcoBoost Design Check

Was ging für ein Raunen durch die Reihen, als damals, zum Ende des Hollywood-Action-Movies „Need for Speed“ der neue Ford Mustang gezeigt wurde. Wow! Nun, das kann man vom Facelift weniger behaupten. So richtig haut es einen nicht vom Hocker, fällt es vor allem mit seinen neuen Frontscheinwerfern auf, die nun etwas kleiner ausfallen. Der Blick wirkt dadurch grimmiger, aber auch beliebiger. Immerhin erstrahlen die Scheinwerfer nun in Voll-LED-Technik. Ansonsten erkennt man, dass es ein Mustang ist – nicht mehr, nicht weniger.

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2018 Ford Mustang Design

Neu im Programm gibt es drei Farben und zwölf verschiedene Räder-Designs – die üblichen Facelift-Maßnahmen also. Am Heck setzt sich der Diffusor nun farblich mehr ab, indem er grundsätzlich in Schwarz vorfährt. Je nach Motor-Variante beherbergt er zwei oder vier Endrohren. Hübsch – und kaum verändert – sind die LED-Rückleuchten. Insgesamt dürfen sich Besitzer eines 2015er Ford Mustang also freuen: Ihr Modell ist nach wie vor attraktiv und dürfte sich am Gebrauchtwagenmarkt großer, eventuell sogar gesteigerter Beliebtheit erfreuen.

Der 2018 Ford Mustang EcoBoost Motoren Check

Ein Vierzylinder? In einem Ford Mustang? Pony- und Muscle-Car-Fans werden die Nase rümpfen. Unter die Haube eines Mustangs gehört ein V8 – Aus, Ende! Zur Entwarnung: Es gibt auch weiterhin einen Achtzylinder im Programm. Für all jene, die diese Tradition aber nicht so tief verinnerlicht haben, steht als Alternative der 2,3 Liter EcoBoost im Programm, der auf 213 kW/290 PS kommt. Schon recht ordentlich! Vor allem, was das Drehmoment anbelangt, denn die 440 Nm sind nicht von Pappe. Dank dieses Antriebs, der vom Ford Focus RS abstammt, spurtet das amerikanische Wildpferd in 5,8 Sekunden auf 100 km/h, bestellt man es mit der etwas knorrigen Handschaltung. Mit der neuen 10-Gang-Automatik sind es sogar nur 5,5 Sekunden. Na, ist dem V8-Fanatiker da etwa gerade der Quarterpounder im Hals stecken geblieben? Ok, Schluss mit dem Vortrieb ist bereits bei 233 km/h. Aber damit ist man noch lange kein Verkehrshindernis – zumal man dieses Tempo eh kaum auf den vollen Autobahnen fahren kann.

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Kein V8? Leider nicht in unserem Testfahrzeug!

Aber dennoch: Tradition verpflichtet. Deshalb steht auch der fett blubbernde V8 T-VCT im Programm. Der macht aus dem Ford Mustang zwar keinen ausartenden Sportwagen, aber die Leistung ist durchaus fähig, ein anerkennendes Kopfnicken zu verursachen. Mit der neuen 10-Gang-Automatik vergehen nur 4,3 Sekunden bis zur 100 km/h-Grenze, die V/max ist bei 250 km/h abgeriegelt. Die Leistungsentfaltung ist natürlich von wesentlich anderer Natur, als beim EcoBoost. Aber der Ford Mustang mit V8 hat eben auch 5.0 Liter Hubraum und satte 450 PS. Supersize – quasi.

Ford Mustang Fotogalerie

Der 2018 Ford Mustang EcoBoost Innenraum Check

Zwar heißt es, dass der Ford Mustang zum Facelift neue Materialien bekommen haben soll. Doch irgendwie schreit es aus dem Innenraum dennoch „USA!“. So wirkt das Interieur nicht sehr wertig, muss sich aber auch nicht vollends verstecken. Gewisse Reminiszenzen an den Ur-Mustang sind natürlich geblieben – wie etwa die doppelte Instrumentenhutze. Etwas mehr Chic bringt die „Carbon Sport“ Sonderausstattung ins Spiel. Armaturenbrett und Schaltung sind in Carbon-Art verkleidet, während die Sitze in Alcantara und Leder daherkommen.

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Amerikanischer Innenraum im neuen Ford Mustang!

Neu sind auch weitere Sitzbezüge oder etwa die Mittelkonsole mit Kniepolster – aber das lockt niemanden so richtig hinter dem Ofen hervor. Eher schon die neuen, digitalen Instrumente, die auf einem Zwölf-Zoll-Bildschirm eingeblendet werden. Sie bieten drei Ansichten: Normal, Sport sowie Race und können obendrein, je nach Lust und Laune, in verschiedenen Farben eingestellt werden. Spaß macht nun auch das Infotainment mit Apple CarPlay und Android Auto. Oder etwa die FordPass-App, mit der man das Pony-Car – mehr oder weniger – fernsteuern kann. Starten, öffnen, schließen oder orten? Kein Problem.

Außerdem bekam der Ford Mustang nun ein paar moderne Assistenzsysteme verabreicht. So bietet das Facelift einen Kollisionswarner mit Fußgängererkennung, einen Abstandswarner und Spurhalteassistent – sehr angenehm. Das darf man auch von der Lenkradheizung behaupten, die im Winter eine echte Wohltat ist. Der knochenharte Mustang-V8-Fan wird dies als Gimmick für EcoBoost-Fahrer abtun und der Kofferraum ist mit einem Volumen von 408  Liter auch gar nicht so klein.

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2018 Ford Mustang – 408 Liter Kofferraumvolumen

Der 2018 Ford Mustang EcoBoost Fahreindruck Check

Das Pony fährt sich gelassen und wirkt ganz und gar nicht typisch „amerikanisch“ um hier mal mit den Vorurteilen Schluss zu machen. Der Wendekreis beträgt 12 Meter, damit ist er aber ähnlich handlich wie ein Pickup. Die neue Automatik macht einen guten Job, die Lenkung könnte etwas direkter sein aber im Vergleich zum eigenen Vorgänger spürt man hier schon Verbesserungen und auch wenn er nun etwas teurer geworden ist – in Sachen Preis / Leistung ist und bleibt er fast ungeschlagen.

Der 2018 Ford Mustang EcoBoost Preis Check

Bei 39.000 Euro beginnt das Vergnügen der schönen, neuen Ford Mustang-Welt. Hierfür bekommt man den EcoBoost-Vierzylinder mit 290 PS – das ist fair, zumal die Fahrleistungen überzeugen. Mit der neuen 10-Gang-Automatik kommt man auf 41.500 Euro, was angesichts des tadellosen Wirkens eine echte Überlegung darstellt. Wer trotzdem lieber den knorrig-grummeligen V8 mit knorpeliger 6-Gang-Handschaltung haben möchte (der so herrlich schön blubbert), der sollte mindestens 46.000 Euro bereit haben. Mit der neuen Automatik kommt man auf 48.500 Euro. Bedenkt man die zugrundeliegenden 450 PS, darf man getrost von einem Schnäppchen sprechen.

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Der neue Ford Mustang ist und bleibt ein Schnäppchen!

Der 2018 Ford Mustang EcoBoost Zielgruppencheck und Fazit

Die Kinder sind aus dem Haus und man möchte nochmal jung sein? Sich einmal fühlen wie Steve McQueen in Bullit? Oder soll es einfach nur ein Sportler sein, den man nicht an jeder Ecke sieht? Ganz egal aus welchem Beweggrund: Der Ford Mustang macht einfach Spaß und ist eine Überlegung wert. Dabei muss es nicht zwingend der V8-Motor sein, schließlich verrichtet der EcoBoost einen guten, emotionalen Job. Wenn da nur nicht dieses satte Geblubber wäre…

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