JAGUAR I-PACE

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Elektromobilität: Erste Probefahrt mit dem Jaguar I-PACE

Im März hat Jaguar mit dem I-PACE als erster traditioneller Autohersteller ein Serien-Elektroauto vorgestellt, das es in Sachen Reichweite und Beschleunigung mit Tesla aufnehmen kann. Der vollelektrische SUV wurde in England entwickelt und wird in Österreich, genauer gesagt in Graz, produziert. Im Konfigurator startet der Jaguar I-PACE bei  77.850 Euro, wer die „First Edition“ möchte, muss über 100.000 Euro auf den Tisch legen. Dafür bekommt der anspruchsvolle Elektroautofahrer aber auch einen leistungsstarken Premium-SUV, in den viel Know-how aus der Entwicklung des Elektro-Rennwagens Jaguar I-TYPE eingeflossen ist.

Das dürfte wohl einer der Gründe gewesen sein, warum Jaguar Mitte Mai die Formel E in Berlin als Schauplatz einer der ersten Fahrveranstaltungen mit dem neuen I-PACE ausgesucht hat. Wir waren mit dabei.

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Jaguar I-PACE stellt sich der Smart Cone Challenge

Es ist Freitagvormittag. Die Sonne brennt auf den Asphalt. Noch geht es vor dem Haupteingang des ehemaligen Tempelhofer Flughafens in Berlin ruhig zu. Doch hinter den Kulissen laufen die Vorbereitungen für die Formel E bereits auf Hochtouren. Im Jahr 2015 wurde in Tempelhof die Formel-E-Rennstrecke Berlin als temporärer Flugplatzkurs eingerichtet – und zieht seither Motorsportfans aus aller Welt an. Doch noch ist es nicht soweit. Heute findet hier nicht die Formel E statt, sondern die Smart Cone Challenge mit dem Jaguar I-PACE.

Vorbei an Mechanikern, Fahrern und Promotern geht es zu Fuß zu dem smarten Parcours, der von Jaguar am Rande der offiziellen Rennstrecke errichtet wurde. Die ersten Teilnehmer jagen den I-PACE dort bereits um die engen Kurven – und das nahezu lautlos. Spätestens jetzt wird auch dem Letzten klar, was Elektromobilität bedeutet: Maximale Beschleunigung und Sportlichkeit bei minimaler Geräuschentwicklung. Einzig das Quietschen der Reifen verrät, dass hier gerade eine Motorsportveranstaltung stattfindet. Bleibt die Frage: Was ist überhaupt eine Smart Cone Challenge?

Innerhalb eines relativ kleinen, rechteckigen Bereichs sind bei einer Smart Cone Challenge Pylonen („Leitkegel“) aufgebaut, die die Strecke vorgeben – und zwar nach dem Zufallsprinzip. Vor dem Start weiß der Fahrer nicht, wie der Parcours aussieht, den er gleich zu bewältigen hat. Dieser Umstand macht die Smart Cone Challenge zu einem durchaus anspruchsvollen Geschicklichkeitstest für Auto und Mensch: Sobald der Startschuss fällt, signalisiert ein grünes Licht dem Fahrer, welche beiden Pylonen er durchfahren muss. Derweil blinkt im Hintergrund bereits das nächste Pylonen-Paar blau, so dass der Fahrer sich überlegen kann, wie er das erste Hindernis anfährt, um möglichst schnell zum zweiten zu gelangen. Und so hangelt man sich mit abrupten Richtungswechseln und quietschenden von Wegpunkt zu Wegpunkt bis ins Ziel.

 

JAGUAR I-PACE

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Jaguar I-PACE: Der erste Eindruck

Der Jaguar I-PACE scheint wie gemacht für diese Herausforderung. Die zwei Elektromotoren an der Hinter- und Vorderachse verleihen dem 2,2 Tonnen schweren SUV stattliche 400 PS. Damit sprintet der allradgetriebene I-PACE in 4,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Zudem sorgt die im Unterboden verbaute Batterie für einen niedrigen Schwerpunkt und somit für ein Höchstmaß an Fahrdynamik.

Sobald man sich hinter das Steuer des I-PACE setzt, fällt einem die bauartbedingte optimale Raumausnutzung auf. Bei einer Länge von 4,68 Metern beträgt der Radstand stolze 2,99 Meter. Der Platz im Innenraum ist dadurch für ein Fahrzeug dieser Größe wirklich beachtlich – und das trotz der insgesamt drei Bildschirme, die den Fahrer mit allerlei Informationen versorgen. Ansonsten wirkt der I-PACE eben wie ein Jaguar: sportlich und hochwertig verarbeitet.

Der I-PACE fühlt sich auf der Rennstrecke wohl. Die Elektromotoren sprechen ohne Verzögerung an, was zu einem einzigartigen Fahrgefühl und einer beeindruckenden Beschleunigung führt. Zudem folgt der sportliche SUV über seine sehr direkte Lenkung präzise jeder Richtungsänderung. Perfekte Voraussetzungen also für die Smart Cone Challenge!

Für die Mehrheit der potenziellen Elektroauto-Käufer dürfte allerdings nicht das Fahrverhalten auf der Rennstrecke, sondern die Alltagstauglichkeit des Jaguar I-PACE entscheidend sein. So soll der elektrische SUV 480 Kilometer im WLTP-Testzyklus schaffen. Wie viel davon in der Praxis übrig bleibt, werden allerdings erst die ersten ausgiebigen Testfahrten zeigen. Selbiges gilt für Themen wie Fahrkomfort oder Assistenzsysteme.

Feststeht allerdings schon jetzt: Jaguar hat mit dem I-PACE sehr viel richtig gemacht.

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