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CarSharing: Warum ein Auto besitzen, wenn man es auch mit anderen teilen kann

Auf den Mobilitätsgipfeln dieser Welt wird derzeit viel über Themen wie alternative Antriebe und autonomes Fahren diskutiert. Derweil besteht in einem anderen Punkt bereits Einigkeit: Auf Dauer muss vor allem in den Großstädten die Zahl der Autos reduziert werden, damit die daraus resultierenden Belastungen für Mensch und Umwelt nicht noch weiter zunehmen. Aber wie kann diese Verkehrswende gelingen? Der Umstieg von Verbrennern auf Elektroautos allein wird nicht ausreichend sein. Neue Mobilitätskonzepte sind gefragt. Ein Stichwort, das in diesem Kontext immer wieder fällt, lautet CarSharing. Aber was steckt dahinter?

CarSharing: Ein Jahrzehnte altes Konzept, neu entdeckt

CarSharing heißt ins Deutsche übersetzt nichts anderes als „sich ein Auto teilen“. Und damit ist der Grundgedanke auch schon erklärt: Anstatt sich ein Auto zu kaufen und zu besitzen, teilt man sich ein Fahrzeug mit anderen Personen. Die Idee ist übrigens keineswegs neu, sondern reicht bis in die 1970er-Jahre zurück.

Die meisten privaten PKW werden nur für kurze Fahrten oder feste Pendlerstrecken genutzt. Den Rest vom Tag stehen die Autos einfach nur herum: in Tiefgaragen, in Parkhäusern oder auf öffentlichen Parkplätzen. Die Kosten für die Anschaffung und den Betrieb der Fahrzeuge tragen die Besitzer aber trotzdem. Und genau an dieser Stelle setzt CarSharing an: Ein Auto wird nicht nur von einer Person genutzt, sondern von mehreren. Für das Individuum hat das den Vorteil, dass sich die Kosten für das Fahrzeug auf mehrere Personen verteilen. Zudem reduziert sich die Standzeit des Autos, da es im Laufe des Tages viel häufiger genutzt wird. Die Allgemeinheit profitiert von CarSharing dadurch, dass gerade in Ballungsgebieten die Zahl der PKW insgesamt reduziert werden kann – und damit auch das Verkehrsaufkommen und die Belastungen für die Umwelt.

In den vergangenen Jahren hat die Anzahl verfügbarer CarSharing-Angebote rasant zugenommen, was vor allem daran liegt, dass es noch nie so einfach war, die notwendige Infrastruktur für CarSharing-Plattformen zu schaffen – Internet und Smartphone-Apps sei Dank.

Welche Arten von CarSharing gibt es?

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen drei Art von CarSharing: Stationär, Free Floating und Privat. Beim stationären CarSharing gibt es – wie der Name schon vermuten lässt – fest Stationen, an denen man die Fahrzeuge abholt und zurückgibt. Gebucht wird vorab im Internet oder per Smartphone-App. Das größte deutsche CarSharing-Netzwerk in diesem Bereich ist Flinkster mit über 4.000 Fahrzeugen verteilt auf rund 2.500 Stationen in mehr als 400 Städten. Bezahlt wird pro Stunde (ab 1,50 Euro).

Eine weitaus flexiblere, dafür aber auch weniger verbreitete Variante stellt das Free-Floating-CarSharing dar, das man vor allem in Großstädten antrifft. Anbieter wie Car2Go und DriveNow haben hier feste Geschäftsgebiete, innerhalb derer der Nutzer die Fahrzeuge überall abholen und abstellen kann. Eine Reservierung ist möglich, aber nicht notwendig. Wenn am Straßenrand ein Fahrzeug steht, kann man dieses mit einer Chipkarte oder Smartphone-App öffnen und direkt losfahren. Abgerechnet wird pro Minute oder pro Kilometer. Da die Kosten im Vergleich zum stationären CarSharing recht hoch sind, bietet sich das FreeFloating-Modell in erster Linie für spontane, kurze Fahrten innerhalb von Großstädten an.

Und dann wäre da noch das private CarSharing, das Autobesitzern die Möglichkeit gibt, ihr eigenes Fahrzeug mit anderen zu teilen. Das können Nachbarn, Freunde und Bekannte sein, aber auch Fremde. Möglich machen das Vermittlungsplattformen im Netz, die den Kontakt zwischen den beiden Parteien herstellen. In der Praxis bringt diese Form des CarSharings allerdings eine Reihe von Problemen mit sich: Ab wann hat diese Form des CarSharings für den Vermieter gewerblichen Charakter? Wer haftet bei Schäden oder Verkehrsverstößen? Ist das Fahrzeug überhaupt entsprechend versichert? Zudem findet die Schlüsselübergabe meist persönlich zwischen den beiden Parteien statt, was die Flexibilität stark einschränkt.

Wo geht die Reise hin?

Schon heute ist absehbar, dass uns das Thema CarSharing in den kommenden Jahren immer häufiger über den Weg laufen wird. Immer mehr Städte und Kommunen planen entsprechende Angebote und immer mehr innovative Start-ups suchen nach Möglichkeiten, das Teilen von Autos so einfach wie möglich zu machen. Ob wir uns irgendwann vom elektrischen, autonomen Car2Go einfach abholen lassen können? Man wird sehen.

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