Die neue Mercedes-Benz C-Klasse im Drive Check

Optisch lehnt sich das Facelift – PARDON!, es muss natürlich Modellpflege heißen – ganz stark an die ungeliftete Version an. Das hält die Gebrauchtwagenpreise stabil. Was hat sich aber zur MoPf getan? Mehr Technik soll an Bord sein. Daneben haben die Stuttgarter die Motorenauswahl angefasst. Was dabei heraus kam, zeigt der Drive Check: Das ist die neue Mercedes-Benz C-Klasse:

Facelift? Modellpflege? Update? Das ist die neue Mercedes-Benz C-Klasse im Fahrbericht!

Facelift? Modellpflege? Update? Das ist die neue Mercedes-Benz C-Klasse im Fahrbericht!

Die neue Mercedes-Benz C-Klasse im Design Check

Die Mercedes-Benz C-Klasse ist einfach eine Bank im Portfolio der Schwaben. Beliebt ist sie nicht nur bei Gewerbekunden, sondern auch bei privaten Interessenten. Das hat sich auch nach rund vier Jahren Bauzeit nicht geändert. Entsprechend behutsam viel Die Modellpflege aus. So findet das geschulte Auge die dezent angefasste Frontschürze und den angepassten Kühlergrill am Bug des Mercedes wieder. Neu beim Markengrill ist, dass die AMG-Line ab sofort mit dem Diamant-Grill vorfährt.

Am Heck ergibt sich ein ähnliches Bild: Der untere Bereich der Heckschürze wurde neugestaltet, während der Rest nahezu unangetastet blieb. Einzig die Leuchtgrafiken der Scheinwerfer und Rückleuchten ist neu. Nicht ganz nachvollziehbar ist, dass die C-Klasse ab Werk immer noch mit Halogen-Scheinwerfern ausgerüstet wird. Die besonders guten Multibeam-LED-Scheinwerfer mit 84 LEDs gibt es natürlich nur gegen Aufpreis. Sie bieten in jeder Fahrsituation ein optimal angepasstes Licht. Auch die abgeschwächte Variante, die LED High Performance-Leuchten, sind nur gegen Aufpreis lieferbar. Ansonsten zeigt der Mittelklasse-Mercedes wenig Neues, von den Farben “Mojavesilber Metallic“ und „Smaragdgrün Metallic“ einmal abgesehen.

Die neue Mercedes-Benz C-Klasse Exterieur Galerie

Mercedes-Benz C-Klasse Motoren Check

So dezent wie beim Äußeren gingen die Schwaben nicht bei der Motorenwahl zu Werke. Unter der Haube ist vieles neu. Fangen wir mit dem aktuellen Basis-Aggregat in der neuen Mercedes-Benz C-Klasse an, dem C 200. Der Vierzylinder leistet 135kW/184 PS und schöpft diese aus 1.5 Litern Hubraum. Dieser Antrieb ist auch aus der neuen Mercedes-Benz A-Klasse bekannt. In der C-Klasse sorgt jener für ganz muntere Fahrleistungen: Auf 100 km/h geht es in 7,7 Sekunden, Schluss ist bei 239 km/h Höchstgeschwindigkeit. Immer mit dabei ist ein 48-Volt-Startergenerator, der das Turboloch beim Beschleunigen überbrückt. So macht die Elektrifizierung richtig Spaß. Vor allem, wenn der Verbrauch bei sechs Litern auf 100 km liegen soll.

Bei den Dieseln wird es zum Marktstart den C220d geben. Anders als bei seinem Vorgänger schrumpft der Hubraum von 2.1 auf 2.0 Liter. Wie beim C200 Benziner, ist dieser Antrieb ebenfalls ausschließlich mit der Neungang-Automatik erhältlich – zumindest zum Anfang. Gegenüber dem Benziner schüttelt der Selbstzünder aber das stämmigere Drehmoment aus dem Ärmel: Satte 400 Nm liegen an. Daraus resultieren natürlich auch bessere Fahrleistungen. Dank 143 kW/194 PS ist die Mercedes-Benz C-Klasse mit dem 2.0 Diesel in 6,9 Sekunden auf 100 km/h und maximal 240 km/h schnell. Der Verbrauch soll bei niedrigen 4,4 Liter Verbrauch im Schnitt liegen.

Kein Geheimnis: Der C43 wird nicht die Höchstmotorisierung in der neuen C-Klasse bleiben.

Kein Geheimnis: Der C43 wird nicht die Höchstmotorisierung in der neuen C-Klasse bleiben.

Das vorläufige Topmodell bildet der C43. In ihm trompetet auch weiterhin ein 3.0 Liter V6, der 287 kW/390 PS und 520 Nm generiert. Damit ist man in sportwagenverdächtigen 4,7 Sekunden auf 100 km/h. Schluss ist bei politisch korrekten 250 km/h Topspeed. Im Rahmen bleibt zudem der Verbrauch: 9,1 Liter sollen im Schnitt durch die vier Brennräume fließen. Zum Test trat darüber hinaus das C300 Coupé an. Sein 2.0 Liter Vierzylinder ist mit 190 kW/258 PS ausgestattet und spurtet in runden sechs Sekunden auf 100 km/h.

Die neue Mercedes-Benz C-Klasse im Innenraum Check

Wir haben das neue Widescreen-Cockpit in der neuen Mercedes-Benz A-Klasse gesehen. Und da wird es für C-Klasse-Kunden auch bleiben. Der Mittelklasse-Stuttgarter verzichtet auf das futuristische Cockpit und vertraut in der Basis auf zwei klassische Rundinstrumente in Tuben. Serienmäßig sitzt in der Mittelkonsole ein 7-Zoll-Display. Gegen Aufpreis – versteht sich – kann man aber ein 12,3 Zoll-Display für die Instrumente und ein 10,25-Zoll-Display für das Infotainment bekommen.

Die neue Mercedes-Benz C-Klasse präsentiert sich im Innenraum digitalisiert und aufgeräumt!

Die neue Mercedes-Benz C-Klasse präsentiert sich im Innenraum digitalisiert und aufgeräumt!

Neu ist die Bedienung in der Mercedes-Benz C-Klasse. So greift man zu einem neuen Lenkrad mit Touchknöpfen, das nun auch den Tempomaten beherbergt. Vorbei die Zeiten eines eigenen Lenkstockhebels. Die Touchknöpfe steuern das Infotainment – eine Aufgabe, die sonst über den Controller oder das Touchpad in der Mittelkonsole absolviert wurde. Befehle lassen sich aber auch über die Sprachsteuerung umsetzen. Sogar Fahrzeugfunktionen, wie etwa die Sitzheizung können per Sprachbefehl eingestellt werden.

Neben neuen Innenraumfarben wie Magmagrau und Sattelbraun gefällt das optionale Multikontur-Sitzpaket, dessen Seitenwangen und Lordosen-Unterstützung einstellbar ist. Ein besonderes Glanzlicht stellt die „Energizing“ Komforteinstellung dar: Das Klima, die Sitze, das Multimedia-System – einfach alles wird an die Stimmung des Fahrers angepasst. Natürlich auch das neue Soundsystem. Optimiert wurden darüber hinaus die Assistenten. So kommen verbesserte Kamera- und Radarsysteme genauso zum Einsatz, wie ein Concierge-Service oder induktives Laden. Darüber hinaus werden nun die Navidaten für die Assistenten genutzt.

Die neue Mercedes-Benz C-Klasse Interieur Galerie:

Mercedes-Benz C-Klasse Fahreindruck Check

Während der Probefahrt habe ich mir mehrfach die Frage gestellt, ob ein C-Klasse Fahrer wohl upgraden sollte. Eventuell wegen dem digitalen Display, eventuell auch wegen dem Head-up Display, wegen dem neuen Lenkrad oder einfach weil man weiß, dass man das neue Modell fährt. Die neuen Assistenzsysteme sind es vermutlich, vor allem in Sachen teilautonomes Fahren. Der Stauassistent ist sein Geld wert!

Wessen Leasing-Vertrag sowieso ausläuft, der stellt sich die Frage nicht, der greift zum neuen Modell. Wir sind den C300 als Coupé sowie den C43 als Kombi, Verzeihung T-Modell, gefahren. Beide Motoren überzeugen auf ihre eigene Art und Weise, die Verarbeitungsqualität ist top und das Fahrgefühl ausgezeichnet. Leider hat es bei unserer Testfahrt stark geregnet, somit kann und will ich nichts zum Fahrwerk oder zu den Bremsen sagen, kann mir aber nicht vorstellen, dass Mercedes-Benz hier irgendwas dem Zufall überlassen hat. Der Klang der optionalen Klappen-Anlage im C43 hat mich auf jeden Fall überzeugt, der verursacht bei mir nämlich eine kleine Gänsehaut.

Mercedes-Benz C-Klasse Preis Check

Preislich startet die Reise bei knapp unter 40.000 Euro für den C200 Benziner – das muss man bezahlen können. Der C 220 d kommt sogar auf mindestens 42.328 Euro, das ist schon recht stolz. Optionen gehen hierbei natürlich noch extra, aber das kennt man ja nicht anders. Bleibt nur zu hoffen – aus Firmensicht – dass die Leasing-Konditionen wieder erschwinglich ausfallen.

Als Kombi mehr als eine Empfehlung Wert: Das C43 AMG Modell der neuen C-Klasse!

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Die neue Mercedes-Benz C-Klasse im Zielgruppencheck und Fazit

Die Mercedes-Benz C-Klasse ist sich mit der Modellpflege treu geblieben. Sie ist rundum gelungen, praktisch, komfortabel, wenn man es möchte oder als C43 sportlich. Die Verbesserungen machen sie noch ein kleines Stück begehrenswerter, ohne ihren Charakter zu verwässern. Und so eignet sich auch die Modellpflege bestens für den Außendienstler, der es eilig hat, aber nicht auf den typischen Mercedes-Komfort verzichten möchte und die Gebrauchtwagenkäufer erfreuen sich nun bald über fallende Preise bei der aktuellen C-Klasse.

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