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Fünf Dinge, die Sie beim Kauf eines Elektroautos beachten sollten

Seit Jahrzehnten sind wir an Autos mit Verbrennermotor gewöhnt. Wir kennen den Unterschied zwischen Benzinern und Dieseln und können den Kraftstoffverbrauch über die Messgröße „Liter pro 100 Kilometer“ bewerten. Die Reichweite ist bei Verbrennern nur selten ein Thema, da es hierzulande in fast jedem Dorf eine Tankstelle gibt, an der das Fahrzeug binnen einer Minute vollgetankt werden kann.

Bei Elektroautos ist das anders. Hier wird der Verbrauch mit kWh (Kilowattstunden) pro 100 Kilometer angegeben, es gibt unterschiedliche Ladetechniken sowie -geschwindigkeiten und die Reichweite ist für die meisten Verbraucher ein entscheidender Faktor. Wir haben fünf Dinge zusammengestellt, die Sie beim Kauf eines Elektroautos beachten sollten.

1. Welche Strecken legen Sie im Alltag zurück?

Ein moderner Diesel schafft mit einer Tankfüllung problemlos 900 Kilometer und mehr. Bis Elektroautos mit einer Batterieladung solche Strecken bewältigen können, werden noch einige Jahre vergehen. Selbst das Tesla Model S 100D für knapp 120.000 Euro bringt es im Alltag nur auf rund 500 Kilometer.

Bleibt die Frage: Wie oft fahren Sie im Alltag überhaupt Strecken von mehr als 200 Kilometern? Denn rein statistisch betrachtet legen deutsche Autofahrer pro Tag durchschnittlich nur 40 Kilometer zurück. Diese Distanz schafft selbst ein Smart EQ im Winter. In diesem Fall wäre die „Reichweitenangst“ somit völlig unbegründet. Anders sieht es freilich bei Pendlern aus, die täglich 300 Kilometer und mehr zur Arbeit fahren.

Bevor Sie also über den Kauf eines Elektroautos nachdenken, ermitteln Sie Ihren individuellen Reichweitenbedarf.

2. Kalkulieren Sie mit dem Worst-Case-Szenario

Es gibt eine ganze Reihe von Testzyklen zur Ermittlung der Reichweite von Elektroautos. Diese Werte eignen sich allerdings bestenfalls als ein erster Anhaltspunkt, denn die tatsächliche Reichweite respektive die Alltagsreichweite der Fahrzeuge liegt meist deutlich darunter.

Wer plant, das Elektroauto zum Pendeln zu nutzen oder auch öfter mal Strecken von 100 bis 200 Kilometern fährt, sollte deshalb stets vom Worst-Case-Szenario ausgehen. Ein BMW i3, der im Sommer rund 200 Kilometer schafft, kommt im Winter mit eingeschalteter Sitzheizung gerade noch auf 140 bis 150 weit. Beträgt der Weg zur Arbeit 160 Kilometer, muss man bereits einen Zwischenstopp an der Ladesäule einplanen.

3. Achten Sie auf die Ladeleistung

Bei einem Verbrenner ist der Tankvorgang innerhalb von ein bis zwei Minuten abgeschlossen – je nachdem, wie groß der Tank ist. Bei einem Elektroauto ist das anders: Der Ladevorgang kann 30 Minuten dauern, aber auch 12 Stunden. Wie schnell ein Elektroauto lädt, hängt dabei nicht nur von der Größe der Batterie, sondern insbesondere von der unterstützten Ladeleistung ab.

Ein Smart EQ beispielsweise ist von Haus aus lediglich mit einem 4,6kW-Bordlader ausgestattet, optional ist ein 22kW-Bordlader erhältlich. Der BMW i3 lässt sich mit bis zu 50kW „betanken“, ein Tesla S kann an einem Super Charger sogar mit bis zu 125kW geladen werden.

Wie sich das auf die Ladezeit auswirkt, können Sie hier nachlesen. Generell gilt allerdings: Je größer der Akku, desto wichtiger eine hohe Ladeleistung. So würde beispielsweise ein Tesla Model S an einer Haushaltssteckdose mehr als 40 Stunden für einen Ladevorgang benötigen.

4. Wer eine Garage besitzt, ist im Vorteil

Bevor Sie sich ein Elektroauto zulegen, sollten Sie sich überlegen, wo Sie dieses laden. Öffentliche Ladesäulen sind in Deutschland derzeit noch rar gesät, zudem bezahlt man oft nach Standzeit. Selbst wenn Sie also eine öffentliche Ladesäule vor der Haustür haben, müssen Sie das Auto umparken, nachdem der Ladevorgang abgeschlossen ist. Das ist zwar kein Ausschlusskriterium für ein Elektroauto, aber dennoch ein Punkt, über den man sich vorab Gedanken machen sollte.

Bei der Elektromobilität sind somit Haus- und Garagenbesitzer klar im Vorteil. Sie haben einen festen Stellplatz und darüber hinaus die Möglichkeit, eine Wallbox zu installieren. Letztere wird in einigen Bundesländern nicht nur staatlich gefördert, sondern ermöglicht beispielsweise auch die intelligente Nutzung des Stroms aus einer Photovoltaikanlage.

Wer eine eigene Garage besitzt, sollte auf jeden Fall eine Wallbox beim Kauf eines Elektroautos mit einplanen.

5. Die Sache mit der Batteriemiete

Ein BMW i3 hat unter anderem deshalb einen vergleichsweise hohen Einstiegspreis, weil die Batterie bereits im Kaufpreis enthalten ist. Der Renault Zoe dagegen ist auf den ersten Blick vergleichsweise günstig, dafür fällt hier eine monatliche Batteriemiete (ab 59 Euro) an.

Auf die Frage, ob man die Batterie nun besser kaufen oder mieten soll, gibt es nicht die eine, richtige Antwort. Mietet man die Batterie, reduziert sich der Anschaffungspreis des Fahrzeugs insgesamt und man ist im Falle eines Defektes oder bei rapidem Kapazitätsverlust abgesichert, da die Batterie dann in den meisten Fällen kostenlos getauscht wird.

Fährt man das Elektroauto zehn Jahre lang, muss man allerdings auch zehn Jahre lang die Batteriemiete bezahlen. Will man ein Elektroauto also lange behalten, kann ein Kauf von Vorteil sein, denn auch hier trägt man nicht das volle Risiko, da die Hersteller zum Teil großzügige Garantieleistungen anbieten. Tesla beispielsweise gewährt je nach Modell bis zu acht Jahre Garantie auf die Batterie.

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