Hyundai Nexo - Wasserstoffauto mit Brennstoffzelle

Future Mobility: Es besteht noch Hoffnung für den Wasserstoffantrieb

Anfang des Jahres hat Hyundai auf der CES 2018 in Las Vegas den Nexo gezeigt, den „Brennstoffzellen-SUV der neuesten Generation“. Das hochmoderne Fahrzeug setzt auf die CO2-freie Wasserstofftechnologie und ermöglich damit – ganz den Idealen der Future Mobility entsprechend – ein emissionsfreies Vorankommen im Alltag. Durch die jahrelange Erfahrung im Bereich Brennstoffzellen erreicht Hyundai beim Nexo einen äußerst hohen Wirkungsgrad. Konkret heißt das: Mit einer Tankfüllung schafft der kompakte SUV laut Herstellerangaben rund 756 Kilometer. Danach muss getankt werden. Im Gegensatz zu einem Elektroauto mit Batterie dauert dieser Vorgang bei einem Wasserstoff-Auto allerdings weniger als fünf Minuten.

Auf den ersten Blick klingt das verlockend, allerdings bringt der Wasserstoffantrieb auch eine Reihe von Problemen mit sich. Zunächst ist die Entwicklung und Produktion von Fahrzeugen mit Brennstoffzellen (noch) vergleichsweise aufwändig. Das macht sich im Preis bemerkbar: rund 80.000 Euro müssen Future Mobility-Pioniere für den innovativen SUV auf den Tisch legen. Ein ähnlich großer Hyundai Santa Fe mit konventionellem Antrieb wechselt bereits für knapp 30.000 Euro den Besitzer.  Das zweite Problem ist – ähnlich wie bei Elektroautos mit Batterie – die Infrastruktur. Deutschlandweit (!) gibt es derzeit nur etwas mehr als 40 öffentliche Wasserstofftankstellen.

Vielleicht führt von den deutschen Herstellern deshalb kein einziger ein Wasserstoff-Auto im Portfolio. Daimler hat mit dem GLC Fuelcell im vergangenen Jahr zwar den Einstieg in dieses Segment angekündigt, zögert die Markteinführung des SUVs mit Brennstoffzelle aber immer wieder hinaus – und dennoch sollte man die Antriebstechnologie noch nicht abschreiben.

Wasserstoffantrieb: Südkorea spielt die Vorreiterrolle

Wasserstoff hat den Charme, dass er quasi unendlich vorhanden ist und bei der Herstellung kaum Schadstoffe entstehen, dafür sind Transport und der Aufbau der Infrastruktur teuer. Dennoch gibt es Länder, die der Brennstoffzelle offen gegenüberstehen. Zum Beispiel Südkorea. Erst Ende Juni hat die südkoreanische Regierung zusammen mit inländischen Unternehmen beschlossen, in den nächsten fünf Jahren umgerechnet rund 2,3 Milliarden Dollar zu investieren. Das erklärte Ziel: die Wasserstoff-Mobilität im Land voranzutreiben. Dazu sollen bis 2022 im ganzen Land 16.000 Brennstoffzellen-Autos sowie 1.000 Wasserstoff-getriebene Busse unterwegs sein, die auf 310 Wasserstoff-Tankstellen zurückgreifen können.

Eine entscheidende Rolle kommt in diesem Zusammenhang Hyundai zu. Der südkoreanische Autohersteller hat erst jüngst bekanntgegeben, künftig mit Audi im Bereich Brennstoffzellen zu kooperieren. Dazu sollen wechselseitig Patente getauscht und der Zugang zu nicht wettbewerbsrelevanten Bauteilen ermöglicht werden. Ziel der Zusammenarbeit ist es, die industrielle Fertigung von Großserien zu erleichtern.  Hyundai produziert bereits seit 2013 den ix35 Fuel Cell in Serie, Audi beschränkte sich bislang auf Versuchsträger.

Der Wasserstoffantrieb wird derweil nicht nur im Automobilsektor als Bestandteil der Future Mobility gehandelt. In Großbritannien beispielsweise sollen Wasserstoff-Züge bis 2040 die bislang genutzten Diesel-Züge ablösen. Hydrogen Zero nennt sich der erste vollfunktionsfähige Wasserstoff-Zug, der maßgeblich zur Dekarbonisierung der Eisenbahn beitragen soll.

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