Der Toyota Land Cruiser im Drive Check

Es gibt diese typischen Offroader – keine Frage. Bei einem richtigen Archetypen denken wir alle wohl an die Mercedes-Benz G-Klasse oder den Landy – den Land Rover Defender. Dabei gibt es einen, den haben viele nicht mehr auf dem Zettel, obwohl auch er genau in diese Riege passt: Die Rede ist vom Toyota Land Cruiser. Es soll Exemplare geben, die über eine Million Kilometer abgespult haben und immer noch fahren. Was der große und waschechte Offroader in der neuesten Generation auf dem Kasten hat, zeigt der Drive Check.

Der Toyota Land Cruiser im Fahrbericht!

Der Toyota Land Cruiser im Fahrbericht!

Toyota Land Cruiser Design Check

Klein und unauffällig? Wenn das die Devise sein soll, dann ist der Toyota Land Cruiser wohl eher die falsche Wahl. Mit seinem prominenten Kühlergrill auf Brusthöhe und dem grimmigen Blick wirkt der Japaner stattlich. Nun, er ist auch 1,84 m hoch, 1,86 m breit und 4,84 m lang. Wenn der Toyota Land Cruiser also neben einem an der Ampel steht, darf man sich erstmal über Schatten freuen.

Der bietet viel Platz!

Der bietet viel Platz!

Neben der schieren Größe fällt der Toyota Land Cruiser mit seinen kurzen Überhängen auf, die gerade für Geländefahrten wichtig sind, um nirgend hängenzubleiben. Ansonsten gibt sich der Japaner recht geradlinig gezeichnet. Auffällig sind neben seiner Massigkeit die ausgestellten hinteren Radhäuser und die Trittbretter. Sie helfen angenehm beim Einstieg – die 215 mm Bodenfreiheit sind schließlich nicht von schlechten Eltern.

Das Heck ist ungewöhnlich, aber durch die zweigeteilte Heckklappe funktional!

Das Heck ist ungewöhnlich, aber durch die zweigeteilte Heckklappe funktional!

Am Heck zeigt sich der Toyota Land Cruiser unaufgeregt. Die Rückleuchten sind hoch angebracht, der angedeutete Dachspoiler ist wohl eher Zier als aerodynamischer Nutzen. Über Sinn und Unsinn der rechts angeschlagenen Hecktür kann man ebenfalls diskutieren.

Toyota Land Cruiser Fotos Exterieur:

Toyota Land Cruiser Motoren Check

Ein großes Fahrzeug, da steckt sicherlich auch ein großer Motor unter der langen Motorhaube. Ja und nein: Im Motorraum werkelt ein Vierzylinder-Diesel vor sich hin und produziert 130 kW/177PS. Die Zeiten des V8-Diesel sind aus und vorbei. Gegenüber dessen 4.5 wirken selbst die 2.8 Liter des aktuellen Aggregats etwas schmächtig. Dafür entwickelt der Selbstzünder satte 420 Nm bei ab 1.600 U/min – die können durchaus nachdrücklich wirken. 1.000 Umdrehungen später ebbt das Drehmoment aber wieder ab – eine typische Gelände-Auslegung eben.

Der kleine Diesel könnte etwas mehr Leistung vertragen!

Der kleine Diesel könnte etwas mehr Leistung vertragen!

Für den Geländeeinsatz ist der Toyota Land Cruiser mit einem permanenten 4×4 Antrieb bestens gerüstet. Im Gelände variabel unterstützend, gehen im Straßenbetrieb 70 Prozent der Kraft an die Hinterräder. Geschaltet wird, je nach Ausstattung mit einer Sechsgang-Handschaltung oder über eine eher gemütliche Automatik. Entsprechend dem etwas müden Motor, der beladen noch etwas lethargischer wirkt, fällt auch die Höchstgeschwindigkeit von 175 km/h aus. Den Spurt auf 100 km/h? Ja, den schafft der Land Cruiser.

Toyota Land Cruiser Innenraum Check

Die äußeren Abmessungen lassen wenig Zweifel an den Platzverhältnissen im Interieur: Es gibt jede Menge davon! So muss man weder vorn noch hinten die Knie einziehen, in der zweiten Sitzreihe aber wohl etwas anwinkeln, weil die Bank recht tief angebracht ist. Sitzreihe drei kann elektrisch aufgestellt oder eingefahren werden. Hier ist es mit dem Beinraum aber nicht weit her. Da sollte man lieber den riesigen Kofferraum bewundern. Zwischen 621 bis 1.943 Liter stehen bereit und wollen es auch mit sperrigem Gepäck aufnehmen.

2018-Toyota-Landcruiser-Test-Fahrbericht-Jens-Stratmann-17

Nur die rechts angeschlagene Pforte irritiert. Lädt man Einkäufe vom Bordstein aus ein, ist die Tür im Wege. Der Anschlag ist aber der japanischen Konstruktion geschuldet. Eine Heckklappe hätte bei der Größe zudem wenig Sinn gemacht.

Wie eine Zeitreise in die 80er Jahre - Der Innenraum!

Wie eine Zeitreise in die 80er Jahre – Der Innenraum!

Das Infotainment des Toyota Land Cruiser zeigt sich logisch aufgebaut und bietet einige Direktwahltasten – nicht die schlechteste Lösung. Schließlich lässt sich ein Touchscreen nicht immer fehlerfrei bedienen. Ansonsten gefällt der Geländewagen mit klar ablesbaren Rundinstrumenten und einer sehr hohen Sitzposition. Das ermöglich eine gute Rundumsicht.

Toyota Land Cruiser Fahreindruck Check

Im Alltag zeigt sich der Toyota Land Cruiser von der gemütlichen Seite und federt kariöse Straßen gekonnt weg. Das geht mit der optionalen Luftfederung nochmals besser, als mit dem Standard-Pendant. Zudem stehen drei Fahrmodi bereit – Eco, Normal und Sport. Diese hätte man aber getrost weglassen können. Aus dem Toyota Land Cruiser wird auch im entsprechenden Modus kein Sportwagen.

Nein, er ist ein Geländewagen mit Leib und Seele. Wählt man etwa „Crawl“ am Armaturenbrett aus, fängt der Japaner das Kraxeln an, dass es einen verblüfft. Das fünfstufige System verlangt dem Fahrer durchaus etwas Vertrauen in das Fahrzeug ab. Doch alles funktioniert einwandfrei und wie von Geisterhand. Bergauf, bergab, auf Neigungen: Crawl krault überall in Ruhe durch. Während des Kraxelns verteilen die Differenziale das Drehmoment, was auch in der „2nd Start“-Funktion sehr willkommen erscheint. Hier wird auf steilen Anstiegen im zweiten Gang angefahren, damit das Drehmoment nicht haltlos im Schlupf verpufft. Das Multi-Terrain-Select-System erkennt den Untergrund und regelt die Kraftverteilung, während die Front-Kamera ungemein beim Kraxeln hilft.

Neben den verblüffenden Eigenschaften abseits, bietet der Toyota Land Cruiser viel Sicherheit auf der Straße. Das Safety Sense System bietet einen adaptiven Tempomaten, einen Toter-Winkel-Warner, ein Pre-Collision-System mit Fußgänger-Erkennung sowie einen Spurhalte-Assistenten und eine Fernlicht-Abblend-Automatik.

Toyota Land Cruiser Fotos Interieur:

Toyota Land Cruiser Preis Check

Die Basis, der fünftürige Toyota Land Cruiser, beginnt bei 43.590 Euro. Dafür bekommt man sieben Airbags, den permanenten Allradantrieb, eine Lichtautomatik, ein Audio-System mit Bluetooth-Freisprecheinrichtung, eine manuelle Klimaanlage, eine Einparkhilfe hinten, einen Tempomaten sowie einen Smartkey. Wer den Dreitürer bestellt, spart knapp 3.000 Euro. Das reicht eigentlich, wenn man den Toyota Land Cruiser als das nutzt, was er am besten kann: Als Geländewagen. Natürlich geht es für 67.450 Euro wesentlich luxuriöser zu. Die Topausstattung mit Automatik, Luftfederung, 360-Grad-Kamera, Lederausstattung, Infotainment-System und allerlei Assistenten ist mehr als voll. Sie muss es einem aber auch wert sein.

Der Toyota Land Cruiser hat sich im Drive Check gut geschlagen!

Der Toyota Land Cruiser hat sich im Drive Check gut geschlagen!

Toyota Land Cruiser Zielgruppencheck und Fazit

Zum Luxus-SUV taugt der Toyota Land Cruiser wenig. Aber genau hier liegt der Hase im Pfeffer! Der Japaner kann, aber er MUSS kein Luxus-Utensil sein. Schon gar nicht ein SUV. Mit Sport hat er ebenso viel am Hut, wie Winston Churchill. Nein, seine Talente liegen im Komfort und vor allem im Gelände. Hier reicht auch die kleine Ausstattung. Und wer den Luxus sucht, ohne mit 230 km/h über die Autobahn schießen zu müssen, der wird mit der Top-Ausstattung glücklich.

Tags:

Das könnte Sie auch interessieren: