Mercedes Benz

Future Mobility: Autonomes Parken und Park-Apps

Egal, ob PKW-Besitzer oder Carsharing-Nutzer, Verbrenner oder Elektroauto, autonom oder nur mit Assistenzsystemen – wer mit dem Auto unterwegs ist, braucht einen Parkplatz. Daran wird sich auch in naher Zukunft nichts ändern, vor allem, da die Autos immer größer werden und zugleich – vor allem in Großstädten immer weniger Verkehrsflächen zur Verfügung stehen. Statistisch betrachtet dauert die Parkplatzsuche pro Fahrt etwa in Berlin neun Minuten am Straßenrand und sechs Minuten in einem Parkhaus. In Frankfurt sogar zehn respektive sieben Minuten. Währenddessen fährt man im Schnitt 4,5 Kilometer und verursacht 1,35 Euro kosten. Apropos Kosten: Allein 16 Euro pro Jahr legen Autofahrer durchschnittlich fürs Falschparken auf den Tisch. Gleichzeitig passieren 40 Prozent aller Autounfälle beim Parken und Rangieren.

In Summe verschwenden Deutschlands Autofahrer somit rund 41 Stunden pro Jahr mit der Suche nach einem Parkplatz. Kein Wunder also, dass die Mehrheit mit der Parkplatzsituation in Großstädten unzufrieden ist. Das Magazin „Zukunft Mobilität“ bezeichnete das Parken sogar als „die größte Ineffizienz des privaten Pkw-Besitzes“. Park-Apps sowie Fahrzeuge, die sich selbst parken, könnten zumindest einige dieser Probleme in den kommenden Jahren lösen.

Smartphone-Apps widmen sich Parkplatzproblemen

Seit etwa zehn Jahren füllen sich die App Stores dieser Welt rasant mit innovativen Software-Lösungen, die uns das Leben leichter machen. Dazu zählt freilich auch das Suchen, Finden und Bezahlen von Parkplätzen. Eine in diesem Zusammenhang zur Zeit recht populäre Plattform ist „Park and Joy“, die zu T-Systems, der Geschäftskundensparte der Telekom, gehört. Im Prinzip handelt es sich dabei um nichts anderes, als ein smartes Parkraum-Managementsystem, das den bewirtschafteten Parkraum in Städten vernetzt. „Park and Joy“ nutzt verschiedene Datenquellen (unter anderem anonymisierte Nutzungsdaten der Telekom), um Vorhersagen über freie Parkplätze zu treffen. Zusätzlich werden Parksensoren verbaut, die über das Narrowband IoT-Netz mitteilen, ob ein Parkplatz belegt ist oder nicht. Dadurch sollen die Nutzer der Plattform die Möglichkeit haben, freie Parkplätze schnell und einfach zu finden. In naher Zukunft sollen Parkplätze sogar bis zu sechs Monate im Voraus reserviert werden können. Bezahlt wird komfortabel per App. Die Zeit, in denen man am Parkautomaten die Münzen aus dem Geldbeutel kramen musste, sind dann endgültig vorbei.

Ähnlich wie „Park and Joy“ funktionieren auch die Dienste „ParkU“ oder „Park.ME“. Bei „Easy Park“ hingegen steht das Bezahlen per App im Vordergrund, während „Ampido“ den Nutzern die Möglichkeit bietet, ihre privaten Stellplätze oder Garageneinfahrten stundenweise an andere Autofahrer zu vermieten. Natürlich stehen all diese Plattformen erst noch am Anfang ihrer Entwicklung und sind bei weitem noch nicht flächendeckend nutzbar, aber dennoch zeigen sie, wie die Digitalisierung nach und nach die Probleme unseres Alltags löst.

Autonomes Parken: Wenn das Auto selbst einparkt

Auch die Autobauer machen sich inzwischen darüber Gedanken, wie man den vorhandenen Parkraum effizienter nutzen kann – und setzen auf Automatisierung. Schon seit Jahren haben Autos sogenannte Parkassistenten, die selbstständig ein- und ausparken. Allerdings muss im Regelfall der Fahrer noch hinter dem Steuer sitzen. Bei einigen Modellen von BMW, Audi und Mercedes-Benz kann man das Fahrzeug aber auch verlassen und per App oder Schlüssel einparken. Das hat den Vorteil, dass auch enge Parklücken und Garagen genutzt werden können.

Mercedes-Benz geht in einem Pilotprojekt mit Bosch nun noch einen Schritt weiter: Im Parkhaus des Mercedes-Benz-Museums in Stuttgart testet der Autobauer echtes autonomes Parken. Der Autofahrer muss sein Fahrzeug lediglich in der Drop-off-Area abstellen und dann per App den Befehl zum Einparken geben. Im Anschluss fährt das Auto los und sucht sich einen freien Stellplatz. Analog dazu funktioniert das Abholen in der Pick-up-Area. Auf diese Weise passen bis zu 20 Prozent mehr Autos in ein Parkhaus, da diese „Tür an Tür“ parken. Ähnlich funktioniert auch Autonomous Parking von VW in Kooperation mit dem Hamburger Flughafen. Bei diesem Angebot haben Reisende aber zusätzlich noch die Möglichkeit, bestellte Pakete über den We-Deliver-Service von VW während ihrer Abwesenheit in den Kofferraum liefern zu lassen.

So sieht Future Mobility aus.

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