Carsharing

Stationäres Carsharing lohnt sich für längere Strecken

Das Thema Carsharing ist in aller Munde. Vor allem in Deutschlands Innenstädten, wo Parkraum Mangelware ist, verzichten immer mehr Menschen auf ein eigenes Auto. Dadurch sparen sie sich nicht nur die Anschaffungs-, sondern auch die Unterhaltskosten – für einen PKW, der die meiste Zeit des Tages ohnehin nur ungenutzt in der Garage oder am Straßenrand steht. Kein Wunder also, dass inzwischen über zwei Millionen Deutsche Carsharing-Fahrzeuge nutzen. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das einer Steigerung um 23 Prozent.

Wie der Bundesverband Carsharing jüngst mitteilte, wird Carsharing derzeit deutschlandweit in 677 Städten und Gemeinden angeboten. Insgesamt umfasst die Flotte an „geteilten Autos“ anbieterübergreifend 17.950 Fahrzeuge. Davon sind rund zehn Prozent elektrisch. Das mag sich auf den ersten Blick nicht nach viel anhören, allerdings ist der Elektro-Anteil beim Carsharing damit rund 100 Mal höher als im nationalen PKW-Bestand.

Die mit Abstand meisten Carsharing-Fahrzeuge haben die stationsbasierten Anbieter im Portfolio. Deren 535.000 Kunden haben an 5.000 Stationen in ganz Deutschland Zugriff auf insgesamt 10.050 Fahrzeuge. Demgegenüber stehen die 7.900 Fahrzeuge der Free-floating Anbieter – die allerdings mit etwas mehr als 1,5 Millionen fast dreimal so viele Nutzer vorweisen können.

Wie kommt es zu diesen Unterschieden?

Stationäres Carsharing ist günstig und weit verbreitet

Das stationäre Carsharing ist in gewisser Weise die Urform des Carsharings. Bei dieser Variante stehen die Fahrzeuge auf festen Parkplätzen (Stationen) und müssen dort nach der Fahrt auch wieder abgegeben werden. Damit ist der größte Nachteil dieser Form des Carsharings auch schon genannt: die mangelnde Flexibilität. Man kann nicht einfach aus dem Haus gehen und findet gleich an der Ecke ein entsprechendes Fahrzeug, sondern muss erst zur nächsten Station gelangen. Aus diesem Grund eignet sich stationäres Carsharing eher weniger für spontane Kurzstreckenfahrten.

Dafür punktet stationäres Carsharing immer dann, wenn man größere Strecken über einen längeren Zeitraum zurücklegen möchte. Viele Anbieter rechnen Zeit und zurückgelegte Fahr­kilometer getrennt ab. Bei Stadtmobil Stuttgart etwa kostet ein Fahrzeug der Klasse A tagsüber 1,60 pro Stunde, jeder gefahrene Kilometer 0,22 Euro (bis 100 Kilometer). Dadurch bleibt der Preis auch dann überschaubar, wenn man das Auto längere Zeit stehen lässt, ohne die Buchung zu beenden. Demgegenüber stehen die Free-Floating-Anbieter, die pro Minuten abrechnen, was schnell teuer werden kann, wenn man das Geschäftsgebiet verlässt und deshalb die Buchung nicht beenden kann.

Apropos Geschäftsgebiet: Ein weiterer Vorteil des stationären Carsharings ist dessen Verbreitung. Während man Free-Floating-Anbieter wie Car2Go und DriveNow nahezu ausschließlich in Großstädten antrifft (und selbst dort nur in bestimmten Gebieten), gibt es stationsbasierte Anbieter in ganz Deutschland – auch in ländlichen Gegenden. Dadurch leistet diese Form des Carsharings einen wertvollen Beitrag zur Verkehrswende, denn das Thema Future Mobility muss ganzheitlich gedacht werden und darf nicht auf urbane Ballungszentren beschränkt bleiben.

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