Ladesäulen

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Elektromobilität: So wird der Aufbau der Ladeinfrastruktur gefördert

Wenn von Elektromobilität die Rede ist, kommt man um ein Thema nicht herum: die Ladeinfrastruktur. Mit ihr steht und fällt der Erfolg der E-Mobility in Deutschland – denn wenn die Autofahrer ihre elektrischen Fahrzeuge nirgendwo aufladen können, werden sie sich diese erst gar nicht anschaffen. Hinzu kommt, dass sich gerade in Deutschlands Großstädten, wo die Elektromobilität mit unter den größten Nutzen bringen würde, die Situation am schwierigsten darstellt: Während im ländlichen Raum eigene Garagen und Stellplätze, wo man Ladesäulen installieren kann, an der Tagesordnung sind, stellen diese in Städten wie Berlin und Hamburg echte Raritäten dar. Und selbst wenn man als Mieter oder Wohnungseigentümer im Besitz eines eigenen Stellplatzes ist, heißt das noch lange nicht, dass man auch Anspruch auf eine eigene Ladesäule hat.

Aber was tut der Staat, um an dieser für alle Beteiligten unbefriedigenden Situation etwas zu ändern?

Anspruch auf private Ladesäulen wird geprüft

Derzeit haben insbesondere Mieter in Mehrfamilienhäusern und Wohnungseigentümer keine rechtliche Handhabe, wenn Sie sich ein Elektroauto anschaffen und dazu eine private Ladestation an ihrem Stellplatz installieren möchten. Das Problem ist bekannt und wird im Koalitionsvertrag von CDU und SPD adressiert: „Den Einbau von Ladestellen für Elektrofahrzeuge von Mieterinnen und Mietern sowie Wohnungseigentümerinnen und Wohnungseigentümern werden wir rechtlich erleichtern“.

Was genau das bedeutet, weiß allerdings niemand so recht. Einige Verkehrsexperten fordern etwa einen Rechtsanspruch auf eine private Wallbox, da der Zugang zu privater Ladeinfrastruktur als entscheidender Faktor für den Wechsel vom Verbrenner zum Elektroauto angesehen wird. Einige Bundesländer haben sich dieser Forderung bereits vor zwei Jahren angeschlossen und versuchen diese über eine Bundesratsinitiative durchzusetzen. Bislang ohne Erfolg – denn die Bundesregierung will den Anspruch auf eine Ladesäule nicht mit einer schnellen Gesetzesänderung herbeiführen. Aber warum?

Bekanntlich hat jede Medaille zwei Seiten – und bei der privaten Ladeinfrastruktur ist das nicht anders. Denn so wünschenswert es wäre, dass jeder Mieter und Wohnungseigentümer eine private Wallbox installieren darf, so problematisch ist die Thematik mit Hinblick auf die Stromversorgung der einzelnen Gebäude. Grundsätzlich sind die meisten Hausanschlüsse nämlich nicht auf mehrere Großverbraucher ausgelegt. Solange in einem Haus mit zehn Parteien nur zwei Elektroautos geladen werden sollen, ist das im Regelfall kein Problem. Sobald aber jeder der zehn Haushalte ein Elektroauto und eine eigene Ladestation hat, ist unter Umständen die Stromversorgung des ganzen Gebäudes gefährdet. Zumindest dann, wenn kein Lastmanagement zum Einsatz kommt.

Vor diesem Hintergrund wird schnell klar, warum der Gesetzgeber zwar Handlungsbedarf sieht, aber sich dem Thema mit einer gewissen Zurückhaltung annimmt.

R+V24: Elektroauto an Ladesäule

Länder fördern Bau von Ladesäulen

Während der Ausbau der privaten Ladeinfrastruktur in vielen Fällen an den fehlenden Rechtsgrundlagen scheitert, mangelt es bei den öffentlichen Ladesäulen zumeist an den finanziellen Mitteln. Aus diesem Grund haben einige Bundesländer nun Förderprogramme aufgelegt: Baden-Württemberg beispielsweise stellt 2,2 Millionen Euro für einen flächendeckenden Ladenetzausbau zur Verfügung. Ziel ist es, in einem Raster von zehn mal zehn Kilometern mindestens eine Ladestation mit einer Ladeleistung von 22 kW oder mehr stehen zu haben, in einem 20 mal 20 Kilometer großen Abschnitt muss es mindestens eine Schnelllade-Säule mit 50 kW geben. Dazu kooperiert das Land mit der EnBW und 74 Stadtwerken.

Leider bedeutet die Bereitstellung von finanziellen Mitteln nicht automatisch, dass diese auch abgerufen werden. Das zeigt das Beispiel Sachsen-Anhalt. Dort hat das Land für dieses Jahr 300.000 Euro für den Bau von E-Tankstellen zur Verfügung gestellt – und bleibt nun auf 100.000 Euro sitzen. Laut VS sind nicht einmal 100 Anträge eingegangen. Von diesen wiederum scheiterten einige an der Anforderung, dass die geplante Station 24 Stunden am Tag öffentlich zugänglich sein muss.

Übrigens: Auch private Haushalte können in einigen Städten eine Förderung für die Installation einer Wallbox erhalten. In Düsseldorf etwa werden private Ladesäulen mit 500 Euro bezuschusst, in Dachau mit 250 Euro. Es lohnt sich, sich vorab bei den lokalen Energieversorgern nach etwaigen Förderungen zu erkundigen.

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