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Elektromobilität: Wie umweltfreundlich sind Elektroautos?

Seit Bekanntwerden des Dieselskandals sind alternative Antriebe in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Wann immer über umweltfreundliche Alternativen zu Benzin- und Dieselmotoren diskutiert wird, kommt früher oder später die Elektromobilität ins Spiel. Schaut man sich allerdings die Diskussionen etwas genauer an, stellt man schnell fest, dass auch die Ökobilanz von Elektroautos keineswegs unumstritten ist. Die Fronten zwischen den Befürwortern und Gegnern der Elektromobilität sind verhärtet. Dieselfans bezeichnen Elektroautos als umweltschädlich. E-Mobility-Anhänger würden am liebsten sofort jeden Verbrenner von der Straße verbannen. Alle paar Monate werden derweil neue Studien  publik, die dem ein oder anderen Lager recht geben.

Bleibt die Frage: Wie umweltfreundlich sind Elektroautos wirklich?

Die Herstellung der Akkus ist das Hauptproblem

Egal, wie sehr man sich für die Elektromobilität begeistert, ein Problem lässt sich nicht wegdiskutieren: die Herstellung von Elektroautos belastet die Umwelt deutlich stärker, als die von Verbrennern. Das liegt in erster Linie an der Batterie, für die unter anderem seltene Erden und Lithium notwendig sind. Diese sind – wie der Name schon sagt – nicht unbegrenzt verfügbar und werden darüber hinaus unter zum Teil ethisch fragwürdigen Bedingungen abgebaut. Zudem braucht die Produktion der Akkus sehr viel Energie. Das wird zum Problem, wenn diese in Ländern wie China ohne den Einsatz erneuerbarer Energien produziert werden.

Anders ausgedrückt: Wenn ein Elektroauto die Fabrik verlässt, hat es bereits eine ordentliche Negativbilanz in puncto Emissionen im Gepäck. Das gilt insbesondere für große Elektroautos mit hoher Reichweite, wie etwa die Modelle von Tesla.

Aufgrund dieser Momentaufnahme, sollte man sich allerdings nicht dazu verleiten lassen, der Elektromobilität den Rücken zuzukehren. Im Gegenteil. Gerade bei den Batterien macht die Forschung zur Zeit rapide Fortschritte. Wissenschaftler testen Alternative zu den bisherigen Rohstoffen, Tesla plant eine klimaneutrale Herstellung seiner Akkus.

Elektromobilität: Die Sache mit dem grünen Strom

Besitzer von Elektroautos sprechen gerne von Zero-Emission-Fahrzeugen. Kritiker hingegen behaupten, dass Elektroautos sehr wohl Emissionen verursachen, solange der Strom aus der Steckdose kommt. Die Wahrheit liegt irgendwo in der Mitte: In Deutschland wird etwa 60 Prozent des Stroms aus nicht erneuerbaren Energien (Braun- und Steinkohle) gewonnen. Knapp 40 Prozent stammen aus erneuerbaren. In den kommenden Jahren wird sich der Anteil an erneuerbaren Energien am Strommix allerdings deutlich erhöhen. Insgesamt sollen die erneuerbaren Energien 40 bis 45 Prozent der Stromerzeugung im Jahr 2025 übernehmen. Bis 2050 sogar 80 Prozent.

Wer möchte, kann aber auch heute bereits nahezu zu 100 Prozent mit grünem Strom unterwegs sein – mithilfe einer Photovoltaikanlage. Möglich machen das moderne Wallbox-Lösungen sowie Energiemanager. Sie stellen nur soviel Strom für den Ladevorgang zur Verfügung, wie auf dem Dach produziert wird. Freilich ist auf diese Weise keine 50-kW-Schnellladung möglich, aber die ist in der heimischen Garagen im Regelfall auch nicht notwendig.

Die Verkehrswende fängt gerade erst an

All das zeigt, dass Elektroautos in der Herstellung keineswegs klimaneutral sind. Sobald sie dann aber über unsere Straßen rollen, sind sie immerhin „lokal emissionsfrei“ unterwegs. Das führt insbesondere in Ballungsgebieten zu deutlich geringeren Schadstoffbelastungen – ein entscheidender Vorteil gegenüber Verbrennern, den selbst Kritiker der E-Mobility nicht von der Hand weisen können.

Zur Zeit starten Elektroautos noch mit einem schweren ökologischen Rucksack. Erst nach tausenden von elektrisch zurückgelegten Kilometern wird dieser langsam abgetragen. Das ist ein Problem. Noch. Sobald es der Wissenschaft gelingt, Batterien Klimaneutral herzustellen und Ersatz für die seltenen Erden zu finden, sieht die Sache schon wieder ganz anders aus. Auch der Strommix wird sich in den kommenden Jahren deutlich zu Gunsten der erneuerbaren Energien verändern. Dann bricht das Zeitalter der Elektroautos an, die nicht umsonst schon heute als fester Bestandteil der Future Mobility  gesehen werden.

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