BMW i3 - Elektroauto - Elektromobilität

Elektromobilität: Urlaub mit dem Elektroauto – so plant man richtig

Wer ein Elektroauto besitzt, möchte im Regelfall keine Abstriche gegenüber einem Verbrenner in Kauf nehmen. Dazu gehört für viele Menschen auch die Elektromobilität im Urlaub. Je nach Zielort kommen bei einer solchen Reise allerdings schnell 1000 Kilometer und mehr zusammen. Mit den meisten Elektroautos, die mit einer Ladung maximal 200 bis 300 Kilometer schaffen, wird ein solcher Trip schnell zur Herausforderung – vor allem wenn der Kofferraum voll beladen und das Fahrzeug voll besetzt ist. Im Vorfeld der Reise ist deshalb eine detaillierte Planung unerlässlich.

Ladeinfrastruktur variiert von Land zu Land

Als Fahrer eines Elektroautos ist man zwangsläufig auf eine gut ausgebaute öffentliche Ladeinfrastruktur angewiesen. Vor allem auf Reisen. Gut aufgestellt sind in dieser Hinsicht Norwegen mit 185 Ladestationen pro 100.000 Einwohner (Stand 2017) sowie die Niederlande mit 180. Ganz anders sieht es in Spanien (10), Italien (4) oder Polen (1) aus. Grundsätzlich gilt: Je weniger öffentliche Ladepunkte es gibt, desto detaillierter muss man sich im Vorfeld mit den vorhandenen Ladesäulen entlang der Route auseinandersetzen.

Dabei muss man sich immer vor Augen führen: Bei einem Diesel leuchtet bereits ab einer Restreichweite von 90 Kilometern die Reservelampe. In einem Radius dieser Größenordnung findet man in ganz Europa eine Tankstelle. Bei einem Elektroauto hingegen ist der Akku bei 90 Kilometern meist noch zu 35 oder 40 Prozent gefüllt. Eine Warnung erscheint meist erst bei unter 15 Kilometern Restreichweite. Das wird spätestens dann zum Problem, wenn – wie in Italien – auf einer Strecke von 100 Kilometern nicht eine Ladesäule vorhanden ist.

In solchen Ländern reicht es nicht aus, sich auf die im Navi vermerkten Ladestationen zu verlassen. Man sollte die Route so planen, dass man im Fall der Fälle (Stau, Straßensperrung, defekte Ladesäule etc.) stets genug Restreichweite hat, um einen alternativen Ladepunkt anzufahren.

Elektromobilität: Ladesäule ist nicht gleich Ladesäule

Insbesondere auf Fernreisen ist allerdings nicht nur das bloße Vorhandensein einer Ladestation entscheidend. Mindestens genauso wichtig ist, dass es sich um eine Schnell-Ladestation handelt. An einer solchen lassen sich die meisten Elektroautos innerhalb von 30 bis 40 Minuten fast vollständig aufladen. Das ist perfekt für eine kurze Rast. Vielerorts steht Autofahrern allerdings nur eine Ladestation mit 22 kW oder gar 11 kW zur Verfügung. In diesem Fall dauert die Ladepause mehrere Stunden Zeit, die man im Urlaub mit Sicherheit nicht an einer Raststätte verbringen möchte.

Elektroauto laden - Elektromobilität

Jetzt hat man also seine Route festgelegt und dabei ausschließlich Zwischenstopps mit Schnell-Ladesäulen ausgewählt. Nun kommt die letzte Hürde: Man muss sicherstellen, dass man die Ladesäulen überhaupt nutzen kann. Es gibt inzwischen zwar Anbieter (ChargeNow, NewMotion, etc.), die mit einem „europaweiten Ladenetz“ und einfacher Abrechnung werben, aber kein Anbieter unterstützt alle Ladesäulen.

Somit ist es vor Reiseantritt unerlässlich, zu prüfen, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, um eine Ladesäule überhaupt nutzen zu können. Teilweise muss vorab eine Online-Registrierung durchgeführt werden, da für die Nutzung eine Ladekarte notwendig ist, die einem vorab per Post (!) zugesandt wird. Bei Ladesäulen, die von den örtlichen Energieversorgern betrieben werden, gelten zum Teil wieder ganz andere Bedingungen. Ladestationen an Hotels und Restaurants können unter Umständen gebührenfrei genutzt werden – allerdings nur als Gast.

Wer mit einem Elektroauto in den Urlaub fahren möchte, hat zur Zeit noch mit vielen Problemen zu kämpfen. Mit einer soliden Planung und einer gesunden Portion Ehrgeiz lassen sich diese jedoch alle meistern.

Tags:

Das könnte Sie auch interessieren: