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2019 Skoda Fabia: Gebrauchtwagen-Check

2019 Skoda Fabia, das ist nicht nur ein tschechischer Kleinwagen-Klassiker und Bestseller. Nein, Fabia ist ein (schöner) weiblicher Vorname, der ursprünglich aus dem Altrömischen stammt und auf den Geschlechternamen der „Fabier“ zurückzuführen ist – eine alte Patrizierfamilie. Den kulturellen Exkurs hätten wir damit also abgehakt. Und der alte Skoda Fabia? Der hat unlängst ein Facelift erhalten und das schauen wir uns im Drive Check genauer an!

Auf dem zweiten Blick erkennbar: Das ist der 2019 Skoda Fabia!

Auf dem zweiten Blick erkennbar: Das ist der 2019 Skoda Fabia!

2019 Skoda Fabia Design Check

Es ist ein wenig wie in Hollywood: Kommt ein Modell in die Jahre, ist der Gang zum Schönheitschirurgen schnell getan und die Nase korrigiert. Ähnlich ist es dem Skoda Fabia ergangen. Zwar sah jener bislang keineswegs altbacken oder angestaubt aus, doch nun kommt er noch eine Spur frischer daher. So spendierten die Tschechen ihrem Bestseller eine neue Nase und leicht gefeilt zulaufende Scheinwerfer. Das macht den Kleinwagen zwar nicht unbedingt hübscher, aber hässlicher ist der Skoda Fabia dadurch auch nicht geworden. Positiver Effekt des Facelifts sind die optionalen LED-Scheinwerfer, die für ein taghelles Abblendlicht sorgen. Auch am Heck trägt der Skoda Fabia mit dem Facelift LED-Rückleuchten. Eine Etage darunter, in der Heckschürze, sind Reflektoren angebracht, die gerade bei Wahl der roten Lackierung aber im Gesamtbild untergehen. Ansonsten tat sich optisch kaum etwas.

Das heißt, dass der kleine Tscheche auch weiterhin recht hoch baut – zumindest optisch – und kompakt wirkt. Das Haupt-Design-Merkmal des Skoda Fabia sind darüber hinaus klare Linien, harte Kanten und Sicken. Optisches Erkennungsmerkmal bleibt auch weiterhin der kleine Anstieg im hinteren Seitenfenster. Wer seinen Fabia individualisieren möchte, der hat optional die Wahl das Dach in beispielsweise Schwarz lackieren zu lassen. Gerade zum roten Lack ein hübscher Kontrast.

2019 Skoda Fabia Fotos:

2019 Skoda Fabia Innenraum Check

Auch innen hat sich wenig getan. Aber Gutes muss man auch kaum verbessern, oder? So erfuhr beispielsweise das Design der Rundinstrumente ein kleines Update – fast unmerklich, aber doch nachhaltig und den Qualitätseindruck stärkend. Darüber hinaus sind nun die Sitzbezüge ab der Ausstattungslinie Style in einer Art Alcantara-Bezug bezogen. Dazu ein paar Ziernähte hier und dort, ein paar Blenden in Wagenfarbe und schon wirkt der Innenraum viel freundlicher.

Neues Display im Armaturenbrett!

Neues Display im Armaturenbrett!

Das Platzangebot ist auch nach dem Facelift gleichgeblieben – wie sollte es auch anders sein. Das heißt, dass weiterhin Platz für vier Erwachsene ist. Wer den Skoda Fabia zudem als Vollwert-Auto bzw. Erstwagen nutzen möchte, sollte wissen, dass es im Fond – gefühlt – etwas beengter zugeht, als in seinen Geschwistern VW Polo und Seat Ibiza. Das liegt daran, dass jene bereits die neuere MQB Plattform nutzen, während der Fabia mit einer älteren Variante Vorlieb nehmen muss.

Sportliche Sitze in der Monte Carlo Sonderedition!

Sportliche Sitze in der Monte Carlo Sonderedition!

Neu sind im Fabia zwei USB-Lade-Ports im Fond. Gut, schließlich sind wir heute ständig mit unserem Smartphone, Tablet oder sonstigem elektronischen Kleingut bewaffnet, das nach Strom verlangt. Ebenfalls dem Facelift zu verdanken sind nun zahlreiche Assistenten, die Einzug in den Skoda Fabia gehalten haben. So ist der Kleinwagen nun mit einem Spurwechsel-Assistenten mit Totwinkel-Warner, einer Verkehrsbeobachtung im rückwärtigen Bereich oder einem Fernlichtassistenten erhältlich – optional versteht sich. Serienmäßig ist indes der auch weiterhin der 330 bis 1.150 Liter fassende Kofferraum. Für einen Kleinwagen durchaus respektabel.

Platz für zwei Personen. Die Fensterheber verfügen nun über einen Einklemmschutz!

Platz für zwei Personen. Die Fensterheber verfügen nun über einen Einklemmschutz!

Skoda Fabia Motoren Check

Die Diesel-Debatte macht auch vor dem Skoda Fabia keinen Halt. Deshalb sei die Frag nach einem Selbstzünder mit einem „Nein, gibt es nicht!“ beantwortet. Dafür fährt der Tscheche ausschließlich mit modernen Benzinern mit 1.0 Litern Hubraum vor.

Ausgedieselt, der 2019 Skoda Fabia rollt mit Benzinern vom Band.

Ausgedieselt, der 2019 Skoda Fabia rollt mit Benzinern vom Band.

Die Range startet aktuell mit 75 PS und wird demnächst um einen 60 PS starken Basismotor ergänzt. Darüber rangiert das 95-PS-Aggregat, das über Turbo-Aufladung verfügt – und das macht im Fabia bereits Spaß. Schade nur, dass dieser Motor an ein zwar leichtgängiges, aber nur mit fünf Gängen ausgestattetes Schaltgetriebe ausgerüstet ist. Der mit 110 PS bereits durchaus dynamische 1.0 Litermotor – und damit das aktuelle Top-Aggregat – gibt sich elastisch und kann optional mit einem 7-Gang-DSG gekoppelt werden. Allen Antrieben gemein sind die drei charakteristisch klingenden Zylinder und ein Benzin-Partikelfilter. Schon Helmut Kohl wusste, dass es wichtig ist, was hinten rauskommt.

2019 Skoda Fabia Fahreindruck Check

Der Skoda Fabia fährt sich auch weiterhin richtig gut, kommt er auf Touren, dann hört man die 3-Zylinder Motoren, will man überholen dann muss man ihm schon sein Drehzahlband und ordentlich Gas geben. Die Lenkung, die Bremsen, das Fahrwerk – ich habe an nichts etwas zu bemängeln, ich habe alles genau so erwartet.

2019 Skoda Fabia Preis Check

Dass der Skoda Fabia kein unerschwingliches Vergnügen ist, bleibt auch mit dem Facelift so. Nur ist er auch kein Schnäppchen. Aber ihren günstigen Ruf haben die Tschechen lange abgelegt und sind als „vernünftig eingepreiste“ Marke bekannt. So startet der Skoda Fabia aktuell bei 13.490 Euro. Für den Kombi kommen 600 Euro on top. Dafür bekommt man aber auch einen erheblich gesteigerten Nutzwert und macht den Skoda Fabia vollends zum Erstwagen.

Kleiner Fabia - ganz groß?

Kleiner Fabia – ganz groß?

2019 Skoda Fabia Zielgruppencheck und Fazit Check

Zweitwagen? Dafür ist der aktuelle Skoda Fabia fast schon zu schade. Er ist komfortabel, wirklich chic und mit dem Facelift absolut ausgereift. Die Platzverhältnisse sind gut, die Assistenten auf modernem, wenn auch nicht auf High-End-Status und die Preise angemessen. Mit dem gar nicht so kleinen Tschechen macht man nichts verkehrt. Nur die Emotion bleibt etwas auf der Strecke. Aber dafür bietet der Volkswagen-Konzern ja noch andere Marken.

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