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Future Mobility: Was ist eigentlich ein Connected Car?

Schon in ein paar Jahren werden die ersten vollautonomen Fahrzeuge auf unseren Straßen unterwegs sein. Grundvoraussetzung dafür ist zum einen, dass die Assistenzsysteme wesentlich komplexere Aufgaben meistern können, als es bislang der Fall ist. Zum anderen müssen die Fahrzeuge vernetzt sein. Diese Vernetzung wird häufig unter dem Begriff „Connected Cars“ thematisiert, bei dem viele Autofahrer an Smartphone-Apps und Facebook-Statusmeldungen währen der Fahrt denken. Aber das Connected Car ist viel mehr als nur ein Auto mit Internetverbindung.

Zunächst muss man sich vergegenwärtigen, dass es Connected Cars schon seit geraumer Zeit gibt. Bereits 1996 präsentierte General Motors zusammen mit Electronic Data Systems und der Hughes Electronics Corporation das System OnStar. Dieses lieferte dem Fahrer nicht nur Verkehrsinformationen, sondern auch die Möglichkeit, einen Notruf abzusetzen. Über eine eingebauten GPS-Sender ließ sich das Fahrzeug zudem orten. Was General Motors schon vor über 20 Jahren in seinen Fahrzeugen verbaut hat, ist ab 2018 nun übrigens auch in allen neuen Autos in der Europäischen Union Pflicht – in Form des Notrufsystems eCall.

Das Connected Car im Dienste des Komforts

Wenn ein Autofahrer im Jahr 2018 von einem Connected Car spricht, hat er in erster Linie bestimmte Dienste vor Augen, die den Komfort erhöhen. Dazu zählt zum Beispiel das Live-Traffic-Feature für Navis, mit dem sich längere Staus bequem umfahren lassen. Aber auch die Möglichkeit die Wettervorhersage für den Zielort per Sprachbefehl abzurufen, einen Parkplatz zu buchen oder Musik via Spotify zu streamen, sind beliebte Funktionen moderner Infotainment-Systeme.

Im nächsten Schritt kommen Apps ins Spiel, mit denen der Fahrer rund um die Uhr mit seinem Fahrzeug verbunden ist. Über diese lassen sich einzelne Parameter des Autos auslesen (etwa gefahrene Kilometer und Durchschnittsgeschwindigkeit) oder vor Fahrtbeginn definieren (Routenplanung). Zudem können je nach Modell – bestimmte Funktionen über die App ferngesteuert werden. Man sitzt in der Bahn und möchte, dass bis zur Ankunft die Klimaanlage den Innenraum kühlt. Man steht im Winter morgens auf und startet die Standheizung, damit man nicht kratzen muss. Solche Skills lassen sich seit einiger Zeit auch direkt über Sprachassistenten wie Alexa steuern – sowohl zuhause als auch im Fahrzeug.

Connected Cars machen autonomes Fahren erst möglich

Das eigentliche Potenzial vernetzter Fahrzeuge steckt allerdings in der Interaktion mit anderen Verkehrsteilnehmern und der Umwelt. „Vehicle to Infrastucture“, „Vehicle to Vehicle, „Vehicle to Cloud“ und „Vehicle to Pedestrian“  beschreiben unterschiedliche Verbindungen, die allesamt ein gemeinsames Ziel haben: das Auto mit allem zu vernetzen, das in irgendeiner Form für das Verkehrsgeschehen relevant ist. Das Fahrzeug muss mit der Infrastruktur kommunizieren, um beispielsweise über Hindernisse oder sich plötzlich ändernde Verkehrssituationen informiert zu sein. Autos müssen aber auch untereinander interagieren, etwa um die Geschwindigkeit so anzupassen, dass Staus vermieden werden. Von großer Bedeutung ist darüber hinaus die Kommunikation mit Fußgängern oder Radfahrern, denn nur wenn diese fehlerfrei funktioniert, können sich selbstfahrende Autos sicher durch den Verkehr bewegen.

Die Kommunikation läuft über Kameras, Sensoren und das Internet ab. Damit das überhaupt funktionieren kann, muss freilich auch die Verkehrsinfrastruktur entsprechend modernisiert werden. Mit einer 30 Jahre alten Ampel oder einem analogen Temposchild kann sich nämlich selbst das modernste Fahrzeug nicht vernetzen. Und auch der LTE-Nachfolger 5G spielt eine entscheidende Rolle in diesem Szenario, denn ohne dauerhaft schnelles Internet wird aus einem Connected Car schnell wieder ein normales Auto.

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