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Kind und Hund: So werden aus ihnen ziemlich beste Freunde

Viele Kinder wünschen sich ein eigenes Haustier zum Kuscheln und Liebhaben. Ein Hund rangiert dabei ganz vorne im Beliebtheitsranking. Aber welche Vor- und Nachteile bringt ein neues Familienmitglied auf vier Pfoten mit?

„Mama, Papa, ich möchte so gerne einen Hund haben!“ – Nach diesem Satz startet im Kopfkino vieler Eltern meist ein beklemmender Film: Bilder von Spaziergängen im strömenden Regen, matschigen Pfotenabdrücken auf dem Teppich und unentspannten Urlauben am Hundestrand ziehen am inneren Auge vorbei. Ist an diesen Befürchtungen etwas dran? Ja. Ein Hund hat einem Kind aber so viel zu bieten, dass viele Familien einige Unbequemlichkeiten gern in Kauf nehmen.

Ausgelassenes Toben statt vor dem Fernseher abzuhängen

Ein Hund hat einige grundlegende Bedürfnisse. Neben einer liebevollen Zuwendung, Kontakt zu seinen Bezugspersonen und einem hochwertigen Futter benötigt er ausreichend Auslauf – und das mindestens dreimal am Tag. Die regelmäßigen Spazierrunden strukturieren nicht nur den Tagesablauf, sie bringen auch Schwung und Fröhlichkeit in den Alltag: Gemeinsames Pfützenpatschen an verregneten Tagen, durch das Herbstlaub stoben oder sich ausgelassen im Schnee herumwälzen. Kind und Hund haben in etwa dieselbe Vorstellung davon, was Vergnügen bereitet. Angenehmer Nebeneffekt: Die regelmäßige Bewegung stärkt die Muskeln des Kindes, baut Fett ab und unterstützt den Aufbau eines gesunden Knochengerüsts. Gleichzeitig tankt der Nachwuchs gemeinsam mit dem Hundekumpel jede Menge Sauerstoff und Sonnenlicht. Im ruhigen, reizarmen Umfeld der Natur nehmen Kinder zudem die eigenen Sinne besonders intensiv wahr.

Training für das Immunsystem

Kind und Hund verbringen nicht nur wunderbare Zeiten miteinander. Ein Familienhund bringt noch weitere Vorteile für eine gesunde Kindesentwicklung mit: Studien haben herausgefunden, dass das Zusammenleben mit einem Hund das unerfahrene Immunsystem von Kindern trainieren und stärken kann. Denn: Durch den Schmutz, den Hunde häufig vom Spaziergang mit nach Hause bringen, lernt das Immunsystem mehr Krankheitserreger kennen, als es bei Kindern ohne regelmäßigem Hundekontakt der Fall ist. Infolgedessen setzt es sich mit den Krankheitserregern auseinander und baut frühzeitig ein effektive Abwehr auf.

Zu eng sollte der Kontakt zwischen Kind und Hund allerdings nicht sein. Hygieneregeln wie das Händewaschen nach einer Schmuseeinheit gelten selbstverständlich auch im Zusammenleben von Kind und Hund, um Infektionen – beispielsweise mit einer Zoonose – zu vermeiden.

Bindung zwischen Kleinkind und Hund – Love is in the Air

Aus dem pelzigen Mitbewohner und Kindern werden ruckzuck beste Freunde. Denn auf die Zuneigung des Hundes können sich Kinder verlassen: Er hört geduldig zu, wenn es Zoff mit Mama oder Papa gab und stärkt als verlässlicher und treuer Freund das Selbstwertgefühl des Kindes.

Auch für Kuscheleinheiten sind viele Hunde empfänglich. Die wechselseitige Zuwendung tut beiden Familienmitgliedern gut. Denn bei liebevollem körperlichen Kontakt schüttet sowohl der tierische als auch der kindliche Körper vermehrt das Kuschelhormon Oxytocin aus. Dieses bewirkt ein Gefühl der Zusammengehörigkeit, des gegenseitigen Vertrauens und der Geborgenheit. All diese Empfindungen spielen eine wichtige Rolle für eine glückliche Kindheit.

Soziales Verhalten mit Hilfe des besten Freundes erlernen

Bevor die Verständigung zwischen Kleinkind und Hund unkompliziert funktioniert, muss das Kind erst einmal die Sprache des geliebten Vierbeiners sprechen. Das gelingt nur, wenn es sich zurücknimmt, auf die Reaktionen des tierischen Kumpels achtet und lernt, sie richtig einzuordnen. Dieses vorsichtige Kennenlernen erfordert Respekt, Rücksichtnahme, Verlässlichkeit und Sensibilität. Gleichzeitig erwachen durch die Liebe zum Tier ein erstes Verantwortungsbewusstsein und ein Bedürfnis der Fürsorge. Schließlich möchte auch ein Kind, dass es denen, die es liebt, gut geht.

Voraussetzungen für ein harmonisches Zusammenleben

Nicht jeder Hund eignet sich als Familienhund. Leben Kind und Hund gemeinsam unter einem Dach, muss der Vierbeiner ein stabiles Nervenkostüm mitbringen, damit er mit ungeschickten Händchen und stürmischen Liebesbekundungen umgehen kann. Auch die Ausprägung genetischer Veranlagungen wie Jagd-, Hüte- oder Schutzinstinkt bestimmen, wie der Alltag mit dem Familienhund gelingt.

Meist sehr geduldig, verspielt und fröhlich – und damit als Familienhund geeignet – sind die Vertreter folgender Hunderassen:

  • Golden Retriever
  • Neufundländer
  • Labrador Retriever (Showlinie)
  • Basset

Aufgabe der Eltern
Die Verantwortung für ein vierbeiniges Familienmitglied tragen natürlich die Erwachsenen. Sie müssen für die Erziehung des Hundes sorgen und die Kinder im richtigen Umgang mit ihm trainieren. Zudem stehen Impftermine, Fellpflege, Fütterung und Entwurmung auf der regelmäßigen To-Do-Liste. All dies und noch viel mehr Aspekte sollten vor dem Kauf eines Hundes gründlich bedacht werden.

Das Zusammenleben mit einem Hund bedeutet ganz schön viel Aufwand. Lohnt sich die Anschaffung eines tierischen Familienmitglieds also? Wenn auch die Eltern den Wunsch haben, sich einen Mitbewohner auf vier Pfoten ins Haus zu holen, kann ein Hund ein wunderbarer und wertvoller Freund für Kinder werden. Doch vor einem harmonischen Familienalltag mit Hund steht jede Menge Erziehungsarbeit sowie die Investition von reichlich Zeit und Geld. Schließlich soll nicht nur der Hund das Familienleben bereichern, er soll in seiner neuen Familie ebenfalls glücklich werden.

Bildquelle: Pixabay

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