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Privates Carsharing: Die gemeinsame PKW-Nutzung liegt voll im Trend

Carsharing liegt in Deutschland voll im Trend. Dabei gibt es neben dem Free-Floating-Carsharing und dem stationären Carsharing auch noch die „Urform“ der gemeinsamen PKW-Nutzung: das private Carsharing. Bereits im Jahr 1987 überlegten drei Brüder aus Berlin, wie sie dauerhaft mobil bleiben können – denn keiner von ihnen konnte sich ein Auto leisten. Zumindest keiner alleine. Und so entschlossen sie sich, gemeinsam einen Fiat 500 anzuschaffen. Sowohl die Anschaffungs- als auch die Betriebskosten teilten sie gerecht untereinander auf. Das war freilich nur mit einem Nutzungsplan möglich, den einer der Brüder aufstellte – und so wurde das private Carsharing geboren.

Wer mehr über die Geschichte dahinter erfahren möchte, gibt bei Google einfach die Suchbegriffe „Petersen“ und „Carsharing“ ein. Dort finden sich zum Teil noch aus den frühen 1990ern Artikel über die Anfänge des Carsharings in Deutschland. So schrieb etwa im März 1991 die Zeit: „Car-Sharing entwickelt sich in den verkehrsgeplagten Großstädten zum Trend“.

Die Professionalisierung des privaten Carsharings

Ursprünglich zielte das private Carsharing auf einen kleinen Kreis von Personen ab. Daher kommt auch die Bezeichnung Peer-to-Peer-Carsharing: Freunde teilen sich ein Auto, Nachbarn teilen sich ein Auto, Kollegen teilen sich ein Auto. Schon damals gab es allerdings einige Dinge zu bedenken:

  • Wie vermeidet man Interessenskonflikte? Wer darf das Auto wann nutzen und was passiert, wenn zwei Fahrer das gemeinsame Auto zeitgleich nutzen wollen?
  • Wer haftet bei Schäden und deckt die abgeschlossene Versicherung überhaupt alle Fahrer ab? Diese Frage stellt sich insbesondere dann, wenn auch „Fremde“ das Auto mieten können.
  • Sobald man ein privates Fahrzeug vermietet und der Halter dafür Geld bekommt, müssen steuerliche Aspekte berücksichtigt werden. Entscheidend dabei ist, ob eine gelegentliche oder eine gewerbliche Vermietung vorliegt. Um Probleme mit dem Finanzamt zu vermeiden, sollte in jedem Fall ein Steuerberater zurate gezogen werden.
  • Weiterhin zu berücksichtigen: Die Behörden machen Bußgelder für Verkehrsverstöße immer zunächst beim Halter respektive Vermieter geltend. Dieser muss in der Lage sein, den Behörden den Name und die Anschrift des Fahrers zu nennen.

Heutzutage ist das private Carsharing durch die vielfältigen Möglichkeiten des Internets zu einem regelrechten Geschäftsmodell für Privatpersonen geworden. Auf Plattformen wie Drivy oder Snappcar kann jeder sein Auto an Dritte vermieten. Es gibt Bewertungssysteme für Vermieter und Fahrer, zudem gewährleisten Kooperationen mit Versicherern, dass man als Fahrer stets Versicherungsschutz genießt.

Privates Carsharing: Vor- und Nachteile

Peer-to-Peer-Carsharing ist für Mieter vor allem aufgrund der vergleichsweise günstigen Preise interessant. Allerdings sind die Angebote meist räumlich begrenzt und die Verfügbarkeiten variieren stark. Im Gegensatz zu Anbietern wie Car2Go muss beim privaten Carsharing zudem eine Schlüsselübergabe an einem zuvor definierten Ort erfolgen, was die Flexibilität einschränkt.

Dennoch überwiegt insbesondere für Bewohner von Ballungszentren, die ihr Auto ohnehin nur an wenigen Tagen im Monat für ein paar Stunden brauchen, der praktische Nutzen des Carsharings: Es fallen weder Anschaffungs- noch Unterhaltskosten für den privaten PKW an, man muss sich nicht um die Wartung und Pflege kümmern  – und tut nebenbei auch noch etwas gutes für Mensch und Umwelt.

Als Vermieter sieht die Sache schon etwas anders aus. Auf der einen Seite, kann man die Einnahmen aus dem privaten Carsharing nutzen, um die eigenen KFZ-Kosten quer zu finanzieren. Auf der anderen Seite hat man gerade bei Unfällen das Problem, dass einem niemand die Zeit für die Reparaturen und die entstandene Wertminderung ersetzt. Zudem kann es vor allem bei kleineren Schäden, die zunächst unentdeckt bleiben, schwer sein, die Schuldfrage zu klären. Ebenfalls nicht außer Acht lassen sollte man, dass man ein Stück Flexibilität aufgibt. Denn wenn das eigene Auto ein Wochenende lang vermietet ist, kann man es selbst in diesem Zeitraum nicht für spontane Fahrten nutzen.

Als Autobesitzer sollte man sich deshalb ganz genau überlegen, ob die zu erwartenden Einnahmen die möglichen Probleme aufwiegen.

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