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5 goldene Regeln für die Welpenerziehung

Tapsig, verspielt und niedlich. Kommt ein Hundebaby ins Haus, geht einem erst einmal das Herz auf. Doch zärtliche Zuwendung ist nicht alles, was so ein kleiner Wollzwerg in den ersten Monaten nach dem Weggang von der Hundemama braucht. Er braucht jetzt vor allem eines: Orientierung. Diese geben Sie Ihrem Welpen durch eine liebevolle Erziehung, die auf Vertrauen, freundlicher Zuwendung, positiven Erfahrungen, Berechenbarkeit und gewaltfreier Konsequenz basiert.

Nicht nur für Ihren Hund ist eine gute Kinderstube wichtig, auch für Sie und Ihre Familie. Denn bereits in den ersten Wochen des Zusammenlebens legen Sie den Grundstein für eine harmonische Mensch-Tier-WG. Fünf goldene Regeln helfen Ihnen dabei, Ihrem tierischen „Nachwuchs“ ein Zuhause zu geben, in dem er sich geborgen fühlt:

  1. Erwünschtes Verhalten positiv verstärken

    Das kleine Fellknäuel benötigt Sie, um sich in der großen unüberschaubaren Welt zurecht zu finden. Sie müssen ihm beibringen, welches Verhalten in Ordnung ist und welches nicht. Doch wie versteht ein wenige Wochen alter Hund, wie er sich richtig verhält? Ganz einfach: über eine positive Verstärkung.

    Positive Verstärkung bedeutet, dass Sie Ihren Welpen ausgiebig belohnen und feiern, wenn er etwas gut oder richtig gemacht hat. Als Belohnung können Sie ihm ein Leckerchen zustecken und ihn mit hoher Stimmlage ausgiebig loben. Vielleicht spielen Sie auch ein wenig mit ihm oder kraulen ihm den Bauch. Hauptsache Sie zeigen eine Reaktion, die Ihren Welpen begeistert. Diese positive Zuwendung löst in Ihrem kleinen Vierbeiner ein freudiges Gefühl aus, das er mit dem belohnten Verhalten verknüpft. Auf diese Weise motivieren Sie ihn auf sanfte und freundliche Weise, das Verhalten zu wiederholen.

    -> Wichtig: Der Welpe muss seine Belohnung direkt nach der Tat erhalten. Belohnen Sie ihn erst, nachdem das Telefonat beendet ist oder Sie die Abrechnung erledigt haben, kann das Hundebaby keine Verbindung zwischen Verhalten und Belohnung herstellen. Ohne diese Verknüpfung weiß es nicht, welches Verhalten es wieder zeigen muss, um ein Leckerchen abzustauben. Damit ist der erzieherische Nutzen für diese Situation vergeben.

  2. Ignorieren oder entschlossen Handeln bei unerwünschtem Verhalten

    Positive Verstärkung bedeutet nicht, dass der Welpe tun und lassen kann, was er möchte. Damit würden Sie ihm auch keinen Gefallen tun. Denn Hunde benötigen Grenzen, um sich orientieren zu können und sich sicher zu fühlen. Doch was tun bei unerwünschtem Verhalten? Erste Regel: Ruhe bewahren und den aufmüpfigen Zwerg nach Möglichkeit ignorieren. Das ist „Strafe“ genug. Denn das Wichtigste für Ihren Hund ist Ihre Aufmerksamkeit. Führt das Verhalten nicht zum Ziel, wird er es bald unterlassen und eine andere Möglichkeit ausprobieren, um mit Ihnen in Kontakt zu kommen.

    Zerlegt der Welpe allerdings gerade Ihre teure Polstergarnitur, müssen Sie natürlich eingreifen. Am besten heben Sie ihn dann vom Sofa herunter und kommentieren sein Verhalten mit einem ruhigen, aber entschlossenen „pfui“ oder „nein“.

  3. Konsequent bleiben und klare Grenzen setzen

    Ist der Hund noch ungeschickt und hilflos, weckt ein Blick aus seinen Knopfaugen bei Herrchen und Frauchen sofort den Beschützerinstinkt. In diesem Alter fällt es gerade unerfahrenen Hundebesitzern besonders schwer, dem kleinen Mitbewohner Grenzen zu setzen. Anarchie in einem Hundehaushalt tut jedoch niemandem gut – weder den Menschen noch dem Tier selbst. Denn: Hunde brauchen klare und verlässliche Grenzen, um Vertrauen zu Ihrem Halter aufzubauen und die Verantwortung in seine Hände zu legen. Geben Sie Ihrem Welpen deswegen von Anfang an das Gefühl, dass er sich auf Sie verlassen und Ihren Entscheidungen vertrauen kann. Hat Ihr Hund das Gefühl, dass Sie nicht in der Lage sind, die Situation zu managen, wird er schnell selbst das Ruder übernehmen oder unsicher werden.

    Um Souveränität zu signalisieren, müssen Sie konsequent – und damit berechenbar – handeln. Jetzt, wo er so klein ist, darf Ihr Doggenwelpe mit ins Bett, ein halbes Jahr später aber nicht mehr? Da hätten Sie in einem halben Jahr eine echte Herausforderung vor sich, um Ihrem Hund das verständlich zu machen. Überlegen Sie sich daher gemeinsam mit den übrigen Familienmitgliedern im Vorfeld sorgfältig, was Ihr Hund darf und was nicht. Sobald diese Entscheidung steht, wird sie von allen auf sanfte Weise durchgesetzt – immer.

  4. Welt erkunden

    In den ersten Lebensmonaten ist es besonders wichtig, den Hundezwerg neuen Situationen auszusetzen. Ob es das Bus oder Bahn-Fahren ist, größere Menschenansammlungen oder auch Kinderchaos – je mehr Ihr Hund bereits in jungen Jahren kennenlernt, desto weniger bringt ihn später aus der Ruhe.

    Hierbei sollten Sie jedoch immer das Befinden Ihres Welpen im Auge behalten. Sensible Welpen, die schnell ängstlich auf neue Reize reagieren, müssen langsamer und mit viel Fingerspitzengefühl an neue Situationen herangeführt werden. Neugierige und mutige Vierbeiner verkraften Reize hingegen besser. Wenige Minuten „Abenteuer“ reichen anfangs aus. Je nach Reaktion Ihres Hundes können Sie die Zeit nach und nach ausdehnen.

    -> Wichtig: Achten Sie bei den Ausflügen genau darauf, ob Ihr Welpe Anzeichen von Überforderung wie eingeklemmte Rute, Fiepen, Unruhe oder Ausreißversuche zeigt. Reagiert er mit Angst auf die Reizflut, sollten Sie umgehend die Situation verlassen und einen Ort aufsuchen, an dem sich Ihr Welpe sicher fühlt. Und: Während der gesamten Zeit müssen Sie ruhig bleiben und Ihren Welpen nicht durch mitleidige Zuwendung in seiner Angst bestärken. Ihr kleiner Wollzwerg orientiert sich insbesondere auf unbekanntem Terrain an Ihrem Verhalten.

  1. Frühzeitig sozialisieren

    Welpen müssen nicht nur die Kommunikation mit ihren Besitzern erlernen, sondern auch die mit ihren Artgenossen. Nachdem sich der kleine Kerl bei Ihnen zu Hause richtig gut eingewöhnt hat, geht es dafür ab zu Welpenspielstunde. Hier trifft Ihr Welpe auf andere Hunde desselben Alters, kann nach Herzenslust mit diesen herumtoben und sich ausprobieren. Meistens trainieren erfahrene Hunde-Profis mit Welpen und Besitzern hier auch die ersten Kommandos.

    Treffen Sie während des Spaziergangs auf andere Hunde, sollten Sie erst einmal deren Signale lesen, bevor Sie einen Kontakt zum Welpen zulassen. In der Regel verhalten sich gut sozialisierte Hunde Welpen gegenüber friedlich. Sie genießen noch den sogenannten „Welpenschutz“. Verhält sich der andere Hund nicht eindeutig freundlich, machen Sie sicherheitshalber einen großen Bogen um ihn und unterbinden den direkten Kontakt zu Ihrem Welpen. So sammelt Ihr kleiner Vierbeiner nur angenehme Erfahrungen bei den Begegnungen mit anderen Hunden, lernt deren Signale wie aufgestellte Nackenhaare, Schwanzwedeln oder hochgezogene Lefzen zu lesen und kann sich bald selbst auf dieselbe Weise verständlich machen.

    Mit diesen schönen Erlebnissen im Gepäck entwickelt sich Ihr Hundebaby nach und nach zu einem selbstbewussten und entspannten Junghund, der sich fröhlich in den Familienalltag integriert.

 

Bildquelle: Pixabay

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