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Hunde brauchen mehr Schlaf, als Sie denken

Dauerbespaßung und ausufernde Spaziergänge sind von Frauchen und Herrchen lieb gemeint; findet dieses Programm jedoch täglich statt, ist so manch ein Hund damit überfordert. Denn Hunde haben ein ausgeprägtes Schlafbedürfnis. Sie benötigen täglich ausgedehnte Ruhephasen, um beim leichten Schlummern, entspannten Dösen oder tiefen Schlaf neue Kraft zu schöpfen.

Normales Schlafpensum: 17 bis 22 Stunden täglich wird geratzt

Durchschnittlich räkelt sich ein ausgewachsener Hund bis zu 18 Stunden am Tag im Körbchen. Je nach Rasse, Temperament und Alter kann diese Zeitspanne leicht variieren. Energiegeladene Hunde brauchen manchmal nur 17 Stunden, um sich von den Strapazen des Alltags zu erholen. Welpen, kranke, alte und von Natur aus trägere Hunde hingegen bis zu 22 Stunden.

Die Gründe für die größere Müdigkeit unterscheiden sich: Welpen lernen die Welt erst kennen. Sie sammeln Tag für Tag jede Menge neuer Eindrücke. Die Flut an Reizen kostet die Wollzwerge Kraft. Im Schlaf tanken sie nicht nur neue Energie, sie verarbeiten auch das Erlebte der vergangenen Stunden und speichern die Eindrücke ab. Kranke Hunde benötigen die langen Ruhezeiten hingegen, damit ihrem Körper besonders viel Kraft zur Verfügung steht, um zu gesunden. Hundesenioren schieben dagegen häufiger ein Nickerchen ein, da mit fortschreitendem Alter die Vitalität etwas nachlässt. Sie benötigen mehr Zeit als junge, agile Hunde, um ihre Energiereserven wieder aufzufüllen.

Verschiedene Schlafphasen wechseln sich ab

Hunde verschlafen ihr 17-Stunden-Pensum nicht in einem Rutsch. Sie verteilen die Pausen über den Tag und schlummern – sofern der Lebensrhythmus des Besitzers ebenso getaktet ist – nachts längere Zeit am Stück. Im Schlaf wechseln sich Leicht- und Tiefschlafphasen ab. Während des leichten Schlafes entspannt sich der Hund. Er schlummert gemütlich vor sich hin, seine Sinne sind jedoch hellwach. Während der Tiefschlafphase, die irgendwann in die Rapid Eye Movement-Phase (REM-Phase) übergeht, schalten Sinne und Gehirn hingegen in den Ruhemodus und die Muskeln erschlaffen – der Vierbeiner versinkt tief in der Traumwelt. Jetzt zucken häufig die Pfötchen und der Hund gibt „Wuff“-Laute von sich. Das sind Zeichen dafür, dass er Erlebtes im Traum verarbeitet.

Neben den Schlafphasen gibt es auch die Ruhephase. Dann sucht sich der Hund ein behagliches Plätzchen, legt sich hin und beobachtet seine Umgebung, ohne am Geschehen teilzunehmen. Ist der Hund jedoch durch Schlafmangel überreizt, findet er schlecht zur Ruhe. Häufig zeigt er dann noch weitere Anzeichen einer Übermüdung.

Überforderung erkennen und vermeiden

Meinen es Herrchen und Frauchen zu gut mit Ihrem Hund und beschäftigen diesen im Dauermodus, artet die liebevolle Zuwendung für ihn in Stress aus. Die ausbleibenden Ruhephasen versetzen den Hund in einen dauerhaften Erschöpfungzustand – daraus können sich Befindlichkeitsstörungen, Verhaltensauffälligkeiten oder sogar Erkrankungen entwickeln. Zu den typischen Symptomen einer chronischen Übermüdung zählen:

  • Aggression
  • Wesensveränderungen
  • Verdauungsprobleme
  • Appetitlosigkeit
  • Hyperaktivität
  • Nervosität
  • Konzentrationsschwäche
  • Allergien

Haben Sie den Verdacht, dass Ihr Hund sich zu wenig ausruht, sollten Sie sich auf Ursachenforschung begeben. Vielleicht befindet sich der Ruheplatz Ihres Hundes an einem Ort in der Wohnung, an dem immer Trubel herrscht? Oder er ist als Bürohund den ständigen Liebkosungen der Kollegen ausgesetzt? Oder vielleicht überfordern Sie ihn auch unbewusst durch zu viel Programm? Sicherlich kommen Sie durch etwas Nachdenken dem Schlafräuber schnell auf die Spur. Falls nicht, hilft Ihnen ein professioneller Hundetrainer dabei. Am besten fangen Sie einfach mit ausgedehnten Kuscheleinheiten an. Bei einer sanften Massage der Ohren streckt fast jeder Hund verzückt die vier Pfoten von sich.

Bildquelle: Pixabay

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