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So meistert Ihr Hund Silvester ohne Panik

Knallsalven, zischende Raketen und rauchgeschwängerte Luft – was für die meisten Menschen zu einer gelungen Silvesterfeier gehört, bedeutet für Hunde puren Stress. Damit sich Ihr Hund während des Ausnahmezustands zum Jahreswechsel nicht übermäßig ängstigt, können Sie jedoch einiges tun.

Die richtige Zeit für die Gassirunde wählen

Bereits am späten Nachmittag beginnen die ersten Knall-Fans damit, Böller abzubrennen. Das nicht zuordbare Knallen im Akkord ist für Hunde das reinste Grauen. Aus diesem Grund ist es günstig, wenn Sie mit Ihrem Vierbeiner am Silvesterabend nur noch einmal kurz vor die Tür müssen, damit er sich erleichtern kann.

Ausreichend Bewegung ist jedoch gerade an diesem Tag besonders wichtig. Beim Herumtoben, Schnüffeln und Rennen baut Ihr Hund jede Menge überschüssige Energie und damit körperliche Anspannung ab. Planen Sie deswegen am besten morgens und mittags großzügige Gassitouren ein. Hierfür bieten sich etwas ländlichere Regionen an, in denen es in der Regel ruhiger zugeht als im quirligen Stadtbetrieb.

Um auf Nummer sicher zu gehen, sollten Sie Ihren Hund während des Silvester-Spaziergangs jedoch lieber angeleint lassen – egal, ob dieser gewöhnlich verlässlich auf Kommandos hört oder nicht. Knallt es unerwartet, kann auch der perfekt erzogene Vierbeiner Panik bekommen und kopflos davonstürmen. Damit Ihr Hund sich trotzdem relativ frei bewegen kann, empfiehlt sich der Einsatz einer langen Schleppleine.

Hund richtig auspowern

Nur ein ausgepowerter Hund kann sich auch in Stresssituationen entspannen. Ist er nicht ausreichend ausgelastet, steht ihm viel mehr Energie zur Verfügung, um sich aufzuregen. Fordern Sie Ihren Hund daher gerade zu Silvester nicht nur körperlich, sondern auch geistig besonders intensiv. Neben viel Bewegung in der ruhigen Natur bieten sich dafür auch Spiele an, bei denen er ins Grübeln gerät. Das können Geschicklichkeitsübungen, Schnüffelaufgaben oder das Trainieren neuer Kunststücke sein. Hauptsache, es gibt dabei jede Menge Leckerlis zu gewinnen und Ihr Hund muss richtig Denksport betreiben. Angenehmer Nebeneffekt: Ist Ihr Vierbeiner ins Spiel vertieft, bekommt er von dem Trubel vor der Haustür kaum etwas mit.

Haben Sie Ihren Hund müdegespielt und er ist körperlich angenehm erschöpft, zieht es ihn zum Ausruhen in sein Körbchen. Mit etwas Glück verschläft er hier den turbulenten Jahreswechsel. Sie können dem Glück auf die Sprünge helfen, indem Sie ihm einen Rückzugsort einrichten, an dem er sich richtig sicher fühlt.

Rückzugsort zum Entspannen einrichten

Einen Hund während Silvester alleine zu Hause zu lassen, ist selbstverständlich keine Option. Wenn er ängstlich ist, sowieso nicht. Am besten bleiben Sie gemeinsam mit Ihrem Hund zum Jahreswechsel daheim, denn in seiner gewohnten Umgebung fühlt er sich am wohlsten. Trotzdem spüren die Vierbeiner natürlich, dass Ausnahmezustand herrscht. Seien Sie also für ihn da und bieten Sie ihm eine starke Schulter, wenn er sich schutzsuchend an sie schmiegt oder in Ihrer Nähe sein möchte. Achten Sie jedoch dabei darauf, ihn nicht zu bemitleiden. Das Trösten verstärkt die Angst Ihres Hundes. Schließlich signalisieren Sie ihm damit, dass seine Furcht berechtigt ist.

Ein geeigneter Rückzugsraum für die Silvesternacht schirmt die Außenwelt ab und verschafft Ihrem Hund so viel Normalität wie möglich. Am besten stellen Sie sein Körbchen in einen Raum, der von der Straßenseite abgewendet liegt. Hier ist die Geräuschkulisse etwas gedämpfter. Laufen Fernseher oder Radio im Hintergrund, überdeckt das bekannte Geräusch das laute Krachen von draußen und wirkt beruhigend. Durch das Herablassen der Jalousien und Zuziehen von Gardinen schirmen Sie außerdem die Lichterexplosion am Himmel vor den Augen Ihres Hundes ab.

Frühzeitig den Jahreswechsel trainieren

Löst das wilde Silvestertreiben bei Ihrem Hund nicht nur Unbehagen, sondern eine unkontrollierbare Angst aus, sollten Sie rechtzeitig damit anfangen, ihn auf den Jahreswechsel vorzubereiten. Viele Hundeschulen bieten ein Desensibilisierungsprogramm für Hunde an, die an Silvester in Panik verfallen. Hier werden Hunde sanft mit den angstauslösenden Geräuschen konfrontiert und die Intensität behutsam gesteigert. Gleichzeitig sorgen Trainer und Halter für eine positive Ablenkung. Das soll zu einem Gewöhnungseffekt führen, der das Trauma abschwächt. Damit Ihr Hund zu Silvester so gut trainiert ist, dass er bei Feuerwerksgeräuschen nicht mehr in Panik verfällt, sollten Sie jedoch bereits mehrere Monate vor dem Jahreswechsel mit dem intensiven Training beginnen.

Daneben gibt es auch Duftstsoffe (Pheromone) und homöopathische Mittel, die Hunde in extremen Stress-Situationen beruhigen sollen. Von speziellen sedierenden Medikamenten (viele Tierärzte raten beispielsweise von Acepromazin ab) sollten Sie jedoch lieber die Finger lassen. Diese reduzieren zwar die sichtbaren Stressreaktionen des Körpers, die Geräusche nimmt Ihr Hund aber in derselben Intensität wahr wie zuvor. Die innere Angst bleibt also, nur die sichtbaren Anzeichen dafür werden gedämpft. Fragen Sie dazu am besten Ihren Tierarzt um Rat.

Das alles können Sie sich sparen, wenn Sie sich und Ihrem Hund zu Silvester eine Auszeit gönnen. Fahren Sie doch einfach in die Niederlande oder nach Irland. In diesen Ländern darf privates Feuerwerk nur sehr eingeschränkt gezündet werden. Oder Sie verbringen den Jahreswechsel auf einer einsamen Hütte in den Bergen. Von hier aus können Sie aus sicherer Entfernung auf den Silvester-Trubel in Tal hinabschauen und gemeinsam entspannen.

Bildquelle: Pixabay

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