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Skoda Kodiaq SUV: Gebrauchtwagen Check

Er ist das größte SUV, das man aus dem Hause Skoda käuflich erwerben kann: Der Skoda Kodiaq. Als 2.0 TDI stellt er sich dem Drive Check. Ganz ohne Allradantrieb. Ohne Premium-Anspruch. Und ohne Allüren. Ist der Skoda Kodiaq das Sonderangebot der großen Kompakt-SUV? Passt die Qualität im Vergleich zu seinen Konzernbrüdern? Und wer sollte sich den Tschechen genauer anschauen? Gespannt auf die Antworten? Dann einfach weiterlesen!

Skoda Kodiaq Sportline - Fahrbericht

Skoda Kodiaq Sportline – Fahrbericht

Skoda Kodiaq Design Check

Das größte SUV der Marke Skoda: Das macht knapp 4,70 m in der Länge, gut 1,88 m in der Breite und etwas über 1,65 m in der Höhe. Und er steht wirklich stattlich da, der Skoda Kodiaq. Vor knapp zwei Jahren war es, da führten die Tschechen mit ihm wieder das Vier-Augen-Gesicht ein, das zuletzt der Skoda Yeti in der Vor-Facelift-Variante trug. Beim Kodiaq wirkt dieses Stilmittel aber nicht verspielt, sondern grimmig und ernst. Erst recht, wenn man die Scheinwerfer in der optionalen Voll-LED-Ausführung hinzubestellt. Sie werden vom breiten, selbstbewussten Kühlergrill getrennt, der steil an der Front steht. Auffällig und das Selbstbewusstsein der Marke unterstreichend: Das Skoda-Logo wird von zwei Bügelfalten in der kantigen Motorhaube betont. Für Wuchtigkeit sorgt darüber hinaus der breite, untere Lufteinlass und betont damit die große Erscheinung des SUVs.

Am Heck fallen die dreieckigen Rückleuchten ins Auge, die die typische C-Form als Lichtsignatur tragen. Ansonsten zeichnet sich auch hier das eher kantige Design ab, was durch die gerade Heckscheibe weiter unterstrichen wird. Auch Seitenlinie mit ausgeprägter Sichtkante, der so genannten Tornado-Linie, da sie dynamisch nach hinten ansteigt, wirkt kantig-maskulin. Die eckigen, ausgestellte Radhäuser betonen die stattliche Erscheinung und geben dem Skoda Kodiaq einen gewissen Offroad-Look.

Exterieur Fotos:

Skoda Kodiaq Innenraum Check

Offroad war bei der Innenraumgestaltung hingegen nicht gefragt. Das die Breite betonende Cockpit gibt sich klar und strukturiert. Die vier senkrecht stehenden Lüftungsdüsen geben noch mehr Geradlinigkeit hinzu. Klarer kann man ein Interieur heute kaum Strukturieren. Dennoch haben es die Tschechen geschafft, dass man sich im Innenraum des Skoda Kodiaq wohl fühlt. Dazu trägt nicht nur die in zehn verschiedenen Stimmungen einstellbare Ambiente-Beleuchtung bei. Nein, der generelle Qualitätseindruck ist hier maßgeblich – auch ohne das optionale Leder.

Skoda Kodiaq Sportline Innenraum

Skoda Kodiaq Sportline Innenraum

Hinzu kommt ein Platzangebot, das sich wahrlich nicht verstecken muss. Vier Erwachsene – auch gerne großgewachsen – haben mehr als genügend Platz. Optional kann man sogar zu siebt fahren, doch dieses „Vergnügen“ ist nur auf Kurzstrecken zu empfehlen. Die beiden Sitze, die im Kofferraum ausgeklappt werden können, verstehen sich als absolute Notsitze, die nur Kindern zuzumuten sind.

Je nachdem, für welche Variante man sich entscheidet, stehen zwischen 630 und maximal 835 Liter Kofferraumvolumen parat. In fünfsitziger Konstellation wohlgemerkt. Umklappen muss man da nur noch selten. Und wenn, dann erntet man schier unglaubliche 2.065 Liter Maximalvolumen. Damit liegt der Skoda Kodiaq auf Augenhöhe mit dem VW Tiguan Allspace oder dem brandneuen Seat Tarraco.

Typisch für Skoda sind die zahlreichen Simply Clever-Ideen: Das reicht vom Tickethalter an der Frontscheibe bis hin zu zahlreichen Ablagen. So finden 1,5 Liter-Flaschen in den Türtaschen ihren Platz, während das Smartphone und andere, kleinere Alltagsgegenstände in Ablagen in der Mittelkonsole untergebracht werden können. Entsprechende Funktion beim Smartphone vorausgesetzt, kann es sogar induktiv geladen werden. Clever – und typisch für Skoda – ist zudem die herausnehmbare Taschenlampe.

Seitens des Infotainments steht Bekanntes auf der Karte: Das Top-Gerät hört auf den Namen „Columbus“ und bietet einen 9,2-Zoll-Touchscreen. Leider muss man hier auf Drehregler für die Lautstärke verzichten. Diese sind hingegen beim kleineren Navigations-Gerät „Amundsen“ oder beim Infotainment „Bolero“ (ohne Navi) vorhanden. Die Konnektivität muss sich ebenfalls nicht verstecken und ist auf aktuellem Stand.

Innenraum Fotos:

Skoda Kodiaq Motoren Check

Unter der Haube des Skoda Kodiaq zieht auf Wunsch ein 1.5 TSI Otto-Motor mit 110 kW/150 PS ein, der sowohl mit 6-Gang-Handschaltung, als auch mit 7-Gang-DSG allein die Vorderräder antreibt. Allradantrieb ist für den Benziner aktuell nicht erhältlich. Darüber rangieren 2.0 TDI-Motoren in zwei Leistungsstufen: 110 kW/150 PS und 140 kW/190 PS. Beide sind sowohl mit der erwähnten Handschaltung bzw. dem genannten DSG wählbar. Außerdem hat man bei ihnen die Option des Allradantriebs. Fragt sich nur, ob man diesen wirklich braucht.
Der gefahrene Skoda Kodiaq verfügte über den 150 PS-Diesel, das 7-Gang-DSG antrat und verzichtete auf Allradantrieb. Seine 340 Nm machen aus ihm keinen Rennboliden, lassen ihn aber auch nicht zur Wanderdüne werden. OK, rund 1.700 kg Leergewicht wollen bewegt werden, dafür gehen die Fahrleistungen aber in Ordnung: In 9,8 Sekunden geht es auf 100 km/h und bei 198 km/h ist das Ende erreicht.

Der Diesel ist hier vermutlich die beste Wahl!

Der Diesel ist hier vermutlich die beste Wahl!

Skoda Kodiaq Preis Check

Skoda ist schon lange nicht mehr die Billigmarke im Konzern. Entsprechend braucht sich der Skoda Kodiaq weder vor seinen Konzernbrüdern, noch vor Mitbewerbern verstecken. Wirklich günstig ist der Kodiaq dementsprechend nicht, wohl aber preiswerter, als das Wolfburger Derivat. Und so startet der Tscheche bei gut 27.600 Euro. Dafür bekommt man bereits das Wichtigste, wie eine Klimaanlage mit elektronischer Regelung, das Soundsystem „Bolero“ oder eine fernbedienbare Zentralverriegelung. Wirklich „sexy“ sind die 17-Zoll-Stahlfelgen mit Radzierblenden aber nicht, die die Basis „Active“ bereithält. Die goldene Mitte „Ambition“ sei hier also empfohlen. Für 30.350 Euro ist der Skoda Kodiaq nicht nur wesentlich adretter, sondern auch praktischer: Leichtmetallräder sind hier ebenso serienmäßig, wie sämtliche elektrische Helferlein inklusive einer Einparkhilfe. „Style“ für mindestens 32.650 Euro bietet vor allem etwas mehr fürs Auge.

Großer SUV: Skoda Kodiaq Sportline!

Großer SUV: Skoda Kodiaq Sportline!

Skoda Kodiaq Zielgruppencheck und Fazit

Klingt alles sehr vernünftig. Klingt erwachsen und durchdacht. Und der Skoda Kodiaq ist es auch. Er bietet reichlich Platz für eine vierköpfige Familie inklusive deren Urlaubsgepäck. Und sitzen hinten Erwachsene, freuen diese sich über die seitlich ausklappbaren Kopfstützen. Aber auch für eine etwas ältere Klientel bietet sich der Skoda Kodiaq bestens an: Der hohe Einstieg, die gute Rundumsicht, die über die wirklich gute Rückfahrkamera nochmals verbessert wird, die hohe Qualität – das darf man zu schätzen wissen. Es ist wirklich schwierig, dem Skoda Kodiaq etwa anzukreiden. Einzig seine etwas in den Hintergrund gerückte Fahrdynamik stünde hier auf dem Zettel. Aber müssen SUV immer sportlich sein? Ja, sie tragen „Sport“ im Namen. Dafür bietet der Skoda Kodiaq viel Komfort und frönt dem Sport eher mit seinen immensen Platzverhältnissen, die locker zwei Mountainbikes, Kites oder ähnliches beherbergen.

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