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Mitsubishi Outlander PHEV Neuwagen Check

Reiten wir einmal die Klischees runter: SUVs sind groß, überflüssig, umweltschädlich und Spritfresser. Damit dürften wohl alle Schubladen zu diesem Thema befüllt sein. Und dann kam der Mitsubishi Outlander PHEV und schloss sie alle. Er ist zwar nicht klein, aber kein Riese. Als Technik-Vorreiter wohl kaum überflüssig. Und umweltschädlich sowie ein Spritfresser ist er als Plug-In Hybrid (PHEV) erst recht nicht. Wir schicken den Japaner in den Drive Check und fühlen ihm auf den Zahn.

Mitsubishi Outlander PHEV - Fahrbericht

Mitsubishi Outlander PHEV – Fahrbericht

Mitsubishi Outlander PHEV Design Check

Unauffällig ist er nicht, der Mitsubishi Outlander PHEV. Mit seiner chromverzierten Nase darf er als das Gesicht in der Menge verstanden werden. Das trifft aber nur insofern zu, als dass er hervorsticht. Einen bleibenden Eindruck hinterlässt das „Gesicht“ hingegen nicht. Es gibt sie zwar, diese Autos, die man aus dem Kopf auf eine Serviette zeichnen könnte (Talent spielt hier keine Rolle). Aber der Mitsubishi Outlander PHEV? Da bleibt nichts hängen.

Mitsubishi Outlander PHEV Exterieur Fotos

Woran liegt es? Zum einen ist die Form des SUVs nicht gerade einzigartig. Einen Skoda Yeti könnte jeder skizzieren, einen Porsche Cayenne wohl auch, um zwei Extreme (teuer und günstig) zu nennen. Zum anderen ist die Front stark zerklüftet. Chromspangen unterschiedlicher Breiten zieren den Bug und verbinden die Scheinwerfer, die nahezu in ihnen zu verschwinden drohen. Fernab dieser Elemente, wirkt das Design ansonsten schnörkellos und eher konservativ. Eine Bügelfalte, die sich von der Front über die Seite bis ins Heck zieht, Bügeltürgriffe, recht große Fensterflächen – passt. Am Heck gibt es vor allem von zwei Highlights zu berichten: Die großen Rückleuchten, die den Look dominieren und die Abwesenheit von Endrohren. Nicht einmal Blenden gibt es. Und das ist richtig gut. Warum muss man sie vorgaukeln? Also gleich hinter der Heckschürze verschwinden lassen und den umweltfreundlichen Eindruck damit subtil unterstreichen. Und Anzeichen für ein „Öko-Auto“ sucht man auch vergebens. Es muss ja schließlich nicht jeder Hybride wie ein Ufo aussehen, oder?

Mitsubishi Outlander PHEV Innenraum Check

Im Innenraum zeichnet sich ein ähnliches Bild ab, wie beim Äußeren: Wirklich aufregend ist das Stübchen nicht. Dafür fühlt man sich wohl, schließlich ist reichlich Platz für vier vorhanden und das Ambiente angenehm hochwertig. Verarbeitungsmängel sucht man ebenso vergeblich, wie Bedienelemente, da alles klar und übersichtlich angeordnet ist. Einzig der Blink-Licht-Hebel ist überfrachtet, aber so oft schaltet man das Licht in Zeiten von Automatik-Systemen ohnehin nicht mehr händisch ein.
Schade ist ein wenig, dass der Mitsubishi Outlander PHEV keine digitalen Instrumente vorweisen kann – das hätte ihm gut gestanden. Zumal hier die jeweilige Antriebsart hübsch dargestellt werden könnte.

Aufgeräumter Innenraum im Mitsubishi Outlander PHEV

Aufgeräumter Innenraum im Mitsubishi Outlander PHEV

So bleibt nur der Touchscreen in der Mittelkonsole, der ein wenig nach Aftermarket aussieht, seitens der Bedienung aber wenig Rätsel aufgibt – und das ist keine Selbstverständlichkeit. Ein vor nicht allzu langer Zeit gefahrener Mitsubishi Pajero leistete sich hier grobe Schnitzer. Im Mitsubishi Outlander PHEV zeigt das 7-Zoll-System hingegen kaum Schwächen. Android Auto ist ebenso verfügbar, wie Apple CarPlay. Die Konnektivität ist via Bluetooth, USB und AUX gewährleistet. Ich vermisse den typischen Drehregler für die Lautstärke, hier sind leider nur die Tasten verbaut.

Konnektivität dank Bluetooth oder Android Auto / Apple CarPlay via Kabel

Konnektivität dank Bluetooth oder Android Auto / Apple CarPlay via Kabel

Bleibt noch ein wichtiger Punkt: Der Laderaum. Trotz der Unterbringung der Elektromotoren und Batterie stehen 463 bis maximal 1.602 Liter bereit – genügend für die Reise zu viert.

Der Kofferraum vom Mitsubishi Outlander PHEV ist mehr als Alltagstauglich

Der Kofferraum vom Mitsubishi Outlander PHEV ist mehr als Alltagstauglich

Ist man im Ladeabteil zu Gange, fällt die reichliche Ausstattung mit Steckdosen auf: USB-Ports, ein 220V-Anschluss in der Mittelkonsole und einer im Kofferraum selbst – das zeugt von Praktikabilität.

Mitsubishi Outlander PHEV Innenraum Fotos:

Mitsubishi Outlander PHEV Motoren Check

Mit der Modellauffrischung wuchs der Hubraum von 2.0 Litern auf exakt 2.360 ccm. Daraus schöpft der Vierzylinder-Benziners 99 kW/135 PS – das ist keine Überraschung an Literleistung. Zusammen mit den beiden Elektromotoren – vorn mit 60kW/82 PS, hinten mit 70 kW/95 PS – entsteht eine Systemleistung von 165 kW/224 PS. Damit beschleunigt der Outlander PHEV in 10,5 Sekunden auf 100 km/h. Kein Fabelwert für diese Leistung. Der Benziner jault beim Auskosten der Leistung zudem erschöpft vor sich hin – ein Habitus, der dem Planetengetriebe geschuldet ist, das ein Drehzahlniveau aufrechterhält. Und auch die Höchstgeschwindigkeit von 170 km/h (abgeregelt) ist etwas mau. Die Limitierung dienst jedoch als Überhitzungsschutz für den Akku.

Doppel-Herz! Der neue Outlander PHEV bekommt mehr Hubraum!

Doppel-Herz! Der neue Outlander PHEV bekommt mehr Hubraum!

Vollgasfahrten sehen die Japaner aber ohnehin nicht als Haupteinsatzzweck des Mitsubishi Outlander PHEV. Sie glauben sogar eher daran, dass das SUV sehr oft rein elektrisch angetrieben wird, was bis maximal 135 km/h möglich ist. Der Akku mit 13,8 kWh Speicherkapazität gewährt eine maximale Reichweite von 54 km. Aufgeladen wird die Batterie zum Beispiel an der heimischen Haushaltssteckdose. Ein Vollladen dauert rund vier Stunden. Einfach über Nacht für mehr Reichweite sorgen oder schnell am Zielort nachladen. Die Kabel sind in einem Staufach unter dem Kofferraumboden gut verstaut.

Leider muss man das Fahrzeug erst ausladen um es laden zu können.

Leider muss man das Fahrzeug erst ausladen um es laden zu können.

Und während man elektrisch vor sich hin gleitet, wird die Kraft der E-Motoren zwischen Vorder- und Hinterachse vom entsprechenden E-Motor übertragen – vollautomatisch. Der Verbrenner treibt bei mehr gewünschtem Vorwärtsdrang den E-Motor an bzw. erzeugt Strom. Tritt man das Gaspedal hingegen auf den Boden, laufen alle drei Antriebe parallel.

Optional kann man den Outlander PHEV sogar als Stromquelle nutzen!

Optional kann man den Outlander PHEV sogar als Stromquelle nutzen!

Dass die Japaner größtenteils vom Elektrobetrieb ausgehen, zeigt der Not-Modus. Wird nach spätestens 89 Tagen nicht der Benziner genutzt, startet dieser bei der nächsten Fahrt für einige Momente von selbst. Das soll den Kat und das Einspritzsystem vor Schäden bewahren. Optional kann man, zum Beispiel beim Camping, den Outlander PHEV sogar als Stromquelle nutzen. Leider kann man dabei das Fahrzeug nicht verschließen.

Mitsubishi Outlander PHEV Preis Check

37.990 Euro kostet der Mitsubishi Outlander PHEV – nicht wenig für ein SUV in dieser Klasse. Andererseits muss man sich die teure, ausgeklügelte Technik, die sich unter dem Blech versteckt, vor Augen führen. Und noch etwas: Vom Staat gibt es für den Mitsubishi Outlander PHEV aktuell einen Zuschuss von 1.500 Euro, dazu zahlt Mitsubishi 6.500 Euro Elektrobonus. Und so stehen am Ende 29.990 Euro auf dem Zettel. Das passt, vor allem angesichts der bereits sehr guten Basisausstattung mit Klimaautomatik, Licht- und Regensensor, Rückfahrkamera, Sitzheizung, Smartkey und noch einigen weiteren Nettigkeiten.

Mitsubishi Outlander PHEV Test

Mitsubishi Outlander PHEV Test

Die Lenkung ist leichtgängig, die Bremsanlage ausreichend groß dimensioniert und das Fahrwerk geht auch in Ordnung. Das Popometer meldet zu tiefe Straßenlöcher an den Fahrer, während man bei der Lenkung eine derartige Rückmeldung vermisst, was bei einem SUV vermutlich auch besser ist, vor allem wenn man sich dann doch mal auf einen Wald- oder Wiesenweg bewegt.

Mitsubishi Outlander PHEV Zielgruppencheck und Fazit

In Deutschland setzt sich der Mitsubishi Outlander PHEV noch nicht so richtig durch. Zu sehr sind wir mit einem schweren rechten Gasfuß aufgewachsen und haben uns daran gewöhnt. 200 km/h und mehr – alles darunter wäre ja Freiheitsberaubung. Glauben wir. Glaubten wir. Ich sehe das inzwischen ganz anders. Mir reicht Tempo 130-140 km/h vollkommen aus um gut von A nach B zu kommen auf der Autobahn.

Und während man mit dem Mitsubishi Outlander PHEV mit 130 km/h ganz entspannt auf der Stadtautobahn dahingleitet, fällt einem auf, wie stressfrei dieses Tempo eigentlich ist. Damit wäre der Kurzstreckenbetrieb also geklärt. Und Auf der langen Urlaubsfahrt? Da arbeitet der Benziner den Stromern zu, sodass eine maximale Reichweite von 800 km bereitsteht. Für Kind und Kegel ist obendrein Platz, die Ausstattung ist reichhaltig und wenn man alle Boni mitnimmt, geht auch der Preis in Ordnung. Ist der Mitsubishi Outlander PHEV also so etwas wie der „Volks-Plug-In-Hybrid“? Man sollte ihm eine Chance geben und ihn auf jeden Fall einmal Probe fahren, denn auch wenn es eventuell nicht die große Liebe auf den ersten Blick ist, vielleicht überzeugt er ja doch durch seine Tugenden.

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