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2019 Seat Tarraco 2.0 TSI Fahrbericht Test Review

Der neue Seat Terra… nee, falsch. Nochmal: Der neue Seat Attacko… MIST! SEAT Tarraco! Jetzt aber. Ich kann mir den Namen des großen, neuen SUV der spanischen Volkswagen-Tochter einfach nicht merken und bei der Videoproduktion zu dem neuen großen SUV habe ich auch die meisten Versprecher eingebaut als ich versucht habe Tarraco auszusprechen. Fest steht, dass die Spanier ihr neues Flaggschiff auf den Markt bringen und damit zum VW Tiguan Allspace, Skoda Kodiaq und Co aufschließen. Schauen wir doch mal, welche Talente der Seat Tarraco – yes, endlich richtig – mitbringt.

SEAT Tarraco Fahrbericht

SEAT Tarraco Fahrbericht

Seat Tarraco Design Check

Er klingt ein wenig aggressiv, ist expressiv und – vielleicht geht es nur mir so – ist wenig einprägsam. Aber das macht nichts, schließlich wurde der Name des SUV von 140.000 Seat Fans ausgewählt – und denen muss der Name schmecken. Tarraco steht dabei für eine Art Kurzform der spanischen Stadt Tarragona bei Barcelona – so wird ein Schuh draus.

SEAT Tarraco Review

SEAT Tarraco Review

Hätten wir das also geklärt. Schauen wir dem Spanier also mal aufs Blechkleid. Klar ist, dass der Seat Tarraco oberhalb des Ateca angesiedelt ist. Seine Abmessungen sprechen hier eine deutliche Sprache: Mit 4,73 m Länge ist das SUV so stattlich, dass es sogar das längste im Konzern-Verbund ist. Ansonsten liegt der Seat Tarraco mit seiner Höhe von 1,66 m und Breite von 1,84 m ohne Spiegeln auf dem Niveau des VW Tiguan Allspace oder Skoda Kodiaq.

So wagen die Spanier nicht nur einen weiteren Schritt in eine höhere Automobilklasse, sondern auch in die Seat-Zukunft, was das Design angeht. Zwar basiert der Seat Tarraco auf dem MQB-A, den auch der VW Tiguan Allspace nutzt und wird auch am selben Band gefertigt, wie sein Mitstreiter, zeigt aber eine andere Formensprache als der Wolfsburger. So findet sich an der Front ein sechseckiger Kühlergrill mit breitem Chromrand, an den die serienmäßigen Voll-LED-Scheinwerfer angrenzen. Angelehnt ist das Gesamt-Design hingegen an den Seat Ateca mit seinen dreieckigen Scheinwerfern.

SEAT Tarraco LED Scheinwerfer

SEAT Tarraco LED Scheinwerfer

Die Fensterlinie dürfte einem bekannt vorkommen – der VW Tiguan lässt grüßen. Am Heck zeigt der Seat Tarraco wiederum Eigenständigkeit. Auffälligstes Merkmal sind die LED-Rückleuchten mit durchgehendem Leuchtenband. So scheint es zumindest, denn das verbindende Element ist nur als Blende ausgeführt.

SEAT Tarraco LED Rückleuchten und Fake-Endrohrblenden!

SEAT Tarraco LED Rückleuchten und Fake-Endrohrblenden!

Ein Blender ist auch die hintere Stoßstange, die angedeuteten Fake-Endrohrblenden missfallen mir dann doch sehr.

Seat Tarraco Innenraum Check

Gänzlich neu ist auch die Gestaltung des Interieurs. Kannte man Verkleidungen in Holzoptik bislang nicht von Seat, werten diese den Look des Tarraco beträchtlich auf. Darüber hinaus ist eigentlich alles weich anzufassen, unterschäumt oder mit Stoff, Leder oder Kunstleder bezogen. Ganz modern zeigt sich der Seat Tarraco auch aufgrund seiner digitalen Instrumente mit 10,25-Zoll-Display.

SEAT Tarraco Digitaler Innenraum

SEAT Tarraco Digitaler Innenraum

Hinterfragen kann man, warum das Infotainment (acht Zoll) nicht mehr im Armaturenbrett integriert, sondern leicht aufgesetzt ist. Der leicht zum Fahrer gedreht Bildschirm bewirkt zwar einen filigraneren Raumeindruck, wirkt aber – und das ist in allen Fahrzeugen mit diesem Feature so – fremd. Gesteuert wird das Infotainment über eine Touch-Bedienung mit zwei Dreh-Knöpfen. Ein klares „Danke!“ für den Sinn für das Praktische! Ansonsten sammeln sich rings um den Bildschirm Vorwahl-Menüs in Form virtueller Tasten.

SEAT Tarraco 8" Infotainmentsystem

SEAT Tarraco 8″ Infotainmentsystem

Spaß macht im neuen Seat Tarraco aber nicht nur der gute Qualitäts- und Bedienungseindruck, sondern auch das gute Raumangebot. Es steht viel Platz vorn wie hinten bereit, aber das war klar, wenn man an die beiden Konzernbrüder denkt. Interessant ist hier nur, dass die Kopffreiheit im Seat in der zweiten Sitzreihe etwas beengt ist. Die Beinfreiheit dagegen ist geradezu überbordend. Das kann man von der dritten Sitzreihe nicht sagen. Schon mal an den Knien gehorcht? Nun, das wird zur Pflichtübung, wenn man auf den beiden optionalen Klappsitzen Platz nimmt.

SEAT Tarraco 7-Sitzer

SEAT Tarraco 7-Sitzer

Der Kofferraum lässt hingegen keine Wünsch offen. In der rein fünfsitzigen Konstellation stehen 760 Liter Basis-Volumen parat. Beim Siebensitzer sind es 700 Liter bei umgeklappter dritter Sitzreihe. Maximal liegen 1.920 Liter an, minimal sind des – bei voller Bestuhlung – 230 Liter.

SEAT Tarraco Kofferraum

SEAT Tarraco Kofferraum

Seat Tarraco Motoren Check

Zum Marktstart des Seat Tarraco werden zwei Benziner und zwei Diesel bereitstehen. Bei den Ottomotoren steht der neue 1.5 TSI mit 110 kW/150 PS bereit, der in 9,7 Sekunden auf 100 km/h und bis weiter zur Höchstgeschwindigkeit von maximal 201 km/h sprinten kann. Sein Verbrauch, gemessen nach dem neuen Verbrauchszyklus WLTP, soll zwischen 7,3 und 8,0 Litern im Durchschnitt liegen. Der 2.0 TSI mit 140 kW/190 PS liefert mit 8,0 Sekunden für den Standardsprint und 211 km/h Höchstgeschwindigkeit natürlich die besseren Fahrleistungen. Sein Verbrauch ist offiziell noch nicht bekannt, ich konnte ihn zwischen 8 und 10 Litern bewegen, bin allerdings auch nicht wirklich sparsam unterwegs gewesen.
Die Diesel treten mit jeweils 2.0 Litern Hubraum an und sind in denselben Leistungsstufen wie die Ottomotoren erhältlich. In der Version mit 150 PS liegen die Fahrleistungen auf dem Niveau des 1.5 TSI. Der Konsum liegt mit 5,7 bis 6,4 Litern auf 100 km aber auf niedrigerem Niveau. Die Variante mit 190 PS hat immer Allradantrieb sowie das Doppelkupplungsgetriebe DSG. Damit rennt der Diesel 213 km/h und konsumiert im Schnitt 7,0 und 7,9 Liter.

SEAT Tarraco Motoren

SEAT Tarraco Motoren

Bei 150 PS heißt es automatisch: Handschaltung (sechs Gänge) und Frontantrieb. Beim Diesel hat man hingegen die Wahl, ob man optional DSG und 4×4 aufrüsten möchte.

Die Bremsanlage lässt sich sauber dosieren, der Motor hängt gut am Gas und der Innenraum bleibt bis Tempo 120 km/h angenehm ruhig. Die Lenkung ist mir persönlich etwas zu leichtgängig und lässt auch etwas an Rückmeldung verzichten, aber das ist kein typischer Kritikpunkt an dem Tarraco, denn das teilt sich dieses Gefährt mit fast allen SUVs.

Seat Tarraco Preis Check

Er ist das Topmodell der Spanier und dementsprechend eingepreist ist der Seat Tarraco. Knapp unter 30.000 ist die Ansage für den Einstieg in die Groß-SUV-Welt. Erhältlich wird der Tarraco in den zwei Ausstattungslinien Style und Xcellence sein, über die aber noch keine Ausstattungsdetails bekannt sind. Die Preise steigen mit Ausstattung und gewählten Motoren, ich gehe davon aus, dass unser Testwagen mit etwas über 50.000 Euro eingepreist wurde.

SEAT Tarraco Kaufberatung

SEAT Tarraco Kaufberatung

Optional kann man hingegen interessante Gimmicks hinzubuchen. Da wäre etwa die adaptive Fahrwerksregelung DCC, während ein Spurhalteassistent, Front Assist mit City-Notbremsfunktion und Radfahrer- und Fußgängererkennung Serie sind. Aufpreis kosten wiederum der Toter-Winkel-Warner, die Verkehrszeichenerkennung, der Stauassistent sowie der Abstandstempomat.

SEAT Tarraco zweite Sitzreihe

SEAT Tarraco zweite Sitzreihe

Ich empfehle ausdrücklich die 360°-Kamera, die macht das Fahrzeug übersichtlich, vor allem auch wenn man dann doch mal ins Gelände oder aber ins Parkhaus möchte. Da das Fahrzeug bereits ab Serie komplett über LED-Technik bei den Scheinwerfern und Rückleuchten verfügt würde ich mir noch das große Infotainment-System gönnen.

Seat Tarraco Zielgruppencheck und Fazit

SEAT Tarraco - großer SUV, viel Platz, gutes Auto!

SEAT Tarraco – großer SUV, viel Platz, gutes Auto!

Mehr als ein Kind? Dann ist der Seat Tarraco genau der richtige Begleiter. Es darf etwas mehr sein? Auch dann passt der Seat Tarraco. Er ist ein Fahrzeug ohne eklatante Schwächen. Das Design ist immer eine Frage des Geschmacks, die Reputation von Seat ist es auch. Bekannt ist, dass die spanische Marke nicht für die teuren Derivate im Konzern zuständig ist und das wissen viele Käufer. Umso schwieriger könnte die Preisgestaltung ablaufen. Hier heißt es wohl: Abwarten und Sangria trinken.

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