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CES 2019: Amazon Alexa wird zum Sprachassistent im Auto

Inzwischen kennt ihn jeder: Amazons Alexa, den freundlichen Sprachassistenten, der in Form von smarten Lautsprechern wie Echo oder Sonos in immer mehr Häusern und Wohnungen Einzug hält. Dadurch, dass die Sprachbefehle nicht lokal sondern in der Cloud verarbeitet werden, sind die Möglichkeiten schier grenzenlos. Amazons Alexa kann Musik abspielen, das Wetter vorhersagen, Witze erzählen oder To-Dos vorlesen. Der intelligente Assistent lässt sich aber auch mit den meisten gängigen Smart Home-Geräten und -Anwendungen verbinden – die sich dadurch bequem per Spracheingabe steuern lassen.

Es gibt allerdings einen Bereich, in dem das Thema Sprachassistenz fast noch wichtiger ist, als in den eigenen vier Wänden: das Auto. Schon seit Jahren haben die Hersteller proprietäre Lösungen im Angebot, die jedoch alle daran scheitern, dass die Sprachbefehle lokal verarbeitet werden. Sobald man nicht genau den Befehl gibt, den der Hersteller für die entsprechende Aktion vorgesehen hat, versteht das Auto den Fahrer nicht mehr. Zudem dauert die Verarbeitung der Spracheingabe so lange, dass selbige schnell zum Ärgernis wird.

Abhilfe soll nun Amazons Alexa schaffen, wie ein Streifzug über die CES 2019 zeigt.

Die großen Autohersteller setzen auf Amazon Alexa

Lange Zeit hat jeder Autohersteller beim Thema Infotainment sein eigenes Süppchen gekocht. Nach und nach reift nun aber bei immer mehr Unternehmen im Automobilsektor die Erkenntnis, dass im Zeitalter der Digitalisierung Kooperationen der Schlüssel zum Erfolg sind. BMW beispielsweise hat schon recht früh Alexa-Skills für seine Fahrzeuge angeboten. So lässt sich beispielsweise die Standheizung des BMW i3 vom Wohnzimmer aus per Sprachbefehl einschalten. Ab März 2019 sollen nun auch die Fahrzeuge selbst mit dem intelligenten Sprachassistenten ausgestattet werden – als Ergänzung zum hauseignenen Sprachdienst „Intelligent Personal Assistant“ (IPA). Letzterem bleibt die Steuerung wichtiger Fahrzeugfunktionen vorbehalten. Alexa hingegen bietet dem Fahrer die Möglichkeit, unterwegs Musik abzuspielen, Hörbücher zu streamen, nach dem Wetter zu fragen oder einzukaufen. Derzeit gibt es rund 50.000 Skills (DHL, SIXT, Deutsche Bahn, u.a.).

Auch bei Audi hat der smarte Sprachassistent bereits in erste Fahrzeuge Einzug gehalten – etwa in den neuen Elektro-SUV e-tron. Wie bei BMW, ergänzt Alexa auch bei Audi lediglich das firmeneigene MMI-System. Im Vordergrund steht die Möglichkeit, während der Fahrt einfach und sicher Informationen aus dem Internet abzurufen. Die Verbindung zu selbigen wird dabei über das LTE-Modul des Fahrzeugs hergestellt.

Autonomes Fahren: Alexa übernimmt die Kontrolle

Die Musikwiedergabe steuern oder Kalendereinträge während der Fahrt erstellen zu können, ohne die Hände vom Lenkrad nehmen zu müssen, ist nett, aber kein echtes Highlight. So richtig interessant wird es erst, wenn die ersten autonomen Fahrzeuge auf unseren Straßen unterwegs sind. In selbigen kann Alexa dann die komplette Steuerung übernehmen: Man steigt ein und nennt Alexa den Zielort und gegebenenfalls die Adressen der Mitfahrer. Den Rest erledigen das Auto und der Sprachassistent. Das Öffnen und Schließen der Fenster, das Regulierung der Klimaanlage und das Einstellen der Sitzpositionen – alles wird per Sprachbefehl erledigt.

Noch ist all das freilich Zukunftsmusik. Bis autonome Fahrzeuge uns von A nach B bringen, wird es noch Jahre dauern. Zudem mangelt es gerade in Ländern wie Deutschland an flächendeckendem LTE. Und da Alexa ein Cloud-basierter Dienst ist, benötigt der Sprachassistent eine permanente Verbindung zum Internet. Eben das ist unter anderem der Grund, warum BMW und Audi vorerst ihren eigenen Lösung die Steuerung von Fahrzeugfunktionen überlassen. Denn wenn sich ohne Internetverbindung auf der Autobahn die Klimaanlage nicht mehr steuern ließe, wäre das kein wirklicher Komfortgewinn.

Auch Google schläft nicht

Amazon ist nicht der einzige Internetriese, der sich dem Automobilsektor zuwendet. Apple ist mit CarPlay bereits seit Jahren in unzähligen Modellen vertreten und auch Googles Android Auto findet man bereits in rund 500 Modellen von 50 Herstellern. Wie Anfang Januar bekannt wurde, wird Volvo Android Auto in Kürze sogar nativ integrieren. Dann lassen sich auch einige Fahrzeugfunktionen über Android Auto steuern. Nissan und Renault befinden sich ebenfalls in Gesprächen mit Google.

Die Verschmelzung von Tech- und Automobilbranche hat gerade erst begonnen.

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