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Elektro-SUV Byton M-Byte soll noch 2019 in Serie gehen

Dass man allein durch geschicktes Marketing einen Hype kreieren kann, wissen wir spätestens seit Tesla und Elon Musk. Doch auch andere Unternehmen beherrschen diese Kunst. Bereits auf der CES 2018 sorgte das chinesische Start-up Byton für Furore. Damals kam das junge Unternehmen mit dem Konzept eines Elektro-SUVs nach Las Vegas, das es in sich hatte. Bis zu 520 Kilometer Reichweite versprach Byton-Chef Carsten Breitfeld, der einst eine Führungsposition bei BMW inne hatte. Dazu ein Cockpit, das fast ausschließlich aus einem 1,25 Meter breiten und 25 Zentimeter hohen Display besteht und mit Gesten sowie Sprachbefehlen gesteuert wird. Autonomes Fahren? Selbstverständlich. Die Konkurrenz? Laut Byton „die großen deutschen Premium-Herstellern Mercedes, BMW und Audi.“ Und all das bereits „ab 37.500 Euro“.

Nun soll der Elektro-SUV von Byton in Serie gehen.

CES 2019: Byton peilt Produktion von 300.000 Fahrzeugen an

Nach der CES 2018 beschränkte sich Byton zunächst auf Marketing-Aktionen. Exklusive Events hier, aufwändige Fahrzeuganimationen und Technologiedemonstrationen da. Zudem stellte man Mitte des Jahres mit dem K-Byte eine elektrische Limousine vor. Genauer gesagt ein weiteres Konzept. Byton spielte mit der Vision einer Future Mobility, in der das Auto neu gedacht wird.

Visionen allein reichen allerdings nicht, um gegen die Konkurrenz zu bestehen. Und so kam Byton mit einer deutlichen Nachricht auf die CES 2019: „Wir sind auf dem Weg, zu liefern, was wir versprochen haben.“ Ende 2019 soll in der chinesischen Stadt Nanjing die Serienproduktion des Elektro-SUVs M-Byte starten. Laut Byton sind dort bis Ende 2018 bereits 100 Vorserien-Fahrzeuge vom Band gelaufen. Sobald eine chinesische Produktionslizenz vorliegt, sollen in der Fabrik bis zu 300.000 Fahrzeuge pro Jahr produziert werden. Der Zeitplan von Byton sieht vor, den M-Byte Ende 2019 in China auf den Markt zu bringen. Im dritten Quartal 2020 sollen die USA und ausgewählte europäische Länder folgen. 2021 soll dann bereits ein serienreifer K-Byte folgen, 2023 ein drittes Modell.

Das sind ambitionierte Ziele, für ein Unternehmen, das gerade einmal drei Jahre jung ist. Und dann wäre da noch der Preis: Laut Byton soll der M-Byte, ein immerhin 4,85 Meter langer Elektro-SUV mit einer Reichweite von 500 Kilometern, in der Basisversion für 45.000 US-Dollar (knapp 39.600 Euro) auf den Markt kommen. Zum Vergleich: Das derzeit günstigste Tesla Model X mit einer Reichweite von 565 Kilometern startet bei 115.000 Euro.

Byton sieht sich nicht als klassischen Automobilhersteller

Um die Strategie von Byton richtig einordnen zu können, muss man allerdings wissen, dass die Chinesen mit deutschen Wurzeln sich selbst nicht als klassischen Automobilhersteller einordnen. Tatsächlich sieht Byton-Geschäftsführer Breitfeld im Bauen und Verkaufen von Autos ein auslaufendes Geschäftsmodell. Stattdessen werde Auto-Hardware künftig als Plattform dienen, um digitale Angebote und Fahrdienste (Car-Sharing) zu verkaufen. Eben dafür habe man Byton gebaut.

Perspektivisch will das Unternehmen sogar mehr als 50 Prozent seines Umsatzes über eine Software-Plattform generieren – analog zu Smartphone-Herstellern wie Apple. Mit der Einführung des App Stores im Juli 2008 ebnete der Konzern vor über zehn Jahren den Weg für ein Milliardengeschäft. Das iPhone ist in diesem Zusammenhang nur noch Mittel zum Zweck. Ob sich dieses Prinzip auch aufs Auto übertragen lässt, bleibt abzuwarten.

Byton jedenfalls hat nun bis Ende 2019 Zeit, um seinen Ankündigungen Taten folgen zu lassen.

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