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Fasching und Karneval: Darf man verkleidet oder maskiert Autofahren?

Die Karnevalszeit rückt näher. Allerorten finden in den nächsten Tagen und Wochen Faschingsumzüge und Prunksitzungen statt. Jecken jedweder Couleur kommen zusammen, um in ihren zum Teil aufwendig gestalteten Kostümen ausgelassen zu feiern. Gerade im ländlichen Raum sind sie dabei auf das Auto als Transportmittel angewiesen. Für viele Narren stellt sich deshalb die Frage: Darf ich mich überhaupt verkleidet hinters Steuer setzen?

Autofahrer sollten auf Masken und opulente Kostüme verzichten

Pauschal lässt sich diese Frage nicht mit „Ja!“ oder „Nein!“ beantworten, denn Verkleidung ist nicht gleich Verkleidung. Für manch einen ist bereits ein bisschen Schminke im Gesicht eine Form der Kostümierung, andere tragen Ganzkörperverkleidungen und sind überhaupt nicht mehr wiederzukennen.

 

 

Werfen wir einen Blick in die Straßenverkehrsordnung. Dort heißt es in §23, Abs. 1: „Wer ein Fahrzeug führt, ist dafür verantwortlich, dass seine Sicht und das Gehör nicht durch die Besetzung, Tiere, die Ladung, Geräte oder den Zustand des Fahrzeugs beeinträchtigt werden.“ Aus diesem Absatz lässt sich zwar nicht unmittelbar ableiten, dass es verboten ist, sich verkleidet hinters Steuer zu setzen. Allerdings behindert beispielsweise bei einer Piratenverkleidung eine Augenklappe die Sicht und muss dementsprechend während der Fahrt abgenommen werden. Selbiges gilt für eine überdimensionale Perücke, die ins Sichtfeld des Fahrers ragt. Weiterhin heißt es in §23 der StVO: „Wer ein Kraftfahrzeug führt, darf sein Gesicht nicht so verhüllen oder verdecken, dass er nicht mehr erkennbar ist.“ Im Rahmen dieser Regelung ist etwa Faschingsschminke erlaubt, ein zur Rüstung passender Ritterhelm oder eine Pferdemaske hingegen nicht. Bei eine Verstoß drohen Bußgelder von bis zu 60 Euro.

Wesentlich problematischer wird es, wenn man kostümiert einen Unfall verursacht. Dann kann eine Verkleidung unter Umständen als Verletzung der Sorgfaltspflicht im Straßenverkehr ausgelegt werden, was zu zusätzlichen Bußgeldern führt. Und mehr noch: Je nach Art der Verkleidung und der daraus resultierenden Einschränkungen kann die Versicherung dies als „grob fahrlässiges“ Handeln werten und Kaskoleistungen verweigern. Aus diesen Gründen empfiehlt es sich, in der Faschingszeit das Auto entweder stehen zu lassen, oder als Fahrer auf allzu spektakuläre Verkleidungen zu verzichten.

Übrigens: Wird man maskiert geblitzt und beruft sich darauf, dass man den Fahrer nicht erkennen kann, umgeht man zwar eventuell einmalig ein Bußgeld, allerdings droht dann die Auflage, ein Fahrtenbuch führen zu müssen.

Weitere Dinge, die es in der Karnevalszeit zu beachten gilt

Manch ein Jeck kommt in der Faschingszeit auch auf die Idee, sein Auto zu schmücken. Je nach Modifikation, muss diese „Verkleidung“ allerdings vom TÜV abgenommen werden, ansonsten kann die Verkehrserlaubnis erlöschen. Das gilt insbesondere bei Auf- und Anbauten. Weiterhin müssen die Scheiben frei bleiben, das Kennzeichen lesbar sein und alle Beleuchtungseinrichtungen (Blinker, Scheinwerfer, Bremslicht, etc.) uneingeschränkt funktionieren.

Ein weiteres Verkehrsdelikt, das in der Karnevalszeit Hochsaison hat, ist Alkohol am Steuer. Spätestes ab 0,5 Promille begeht man einen Gesetzesverstoß. Doch schon geringere Mengen Alkohol im Blut können bei einem Unfall zu schwerwiegenden Konsequenzen führen. Aus diesem Grund sollet man gänzlich auf Alkohol am Steuer verzichten – und das natürlich an allen Tagen des Jahres, nicht nur am Rosenmontag.

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