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Verkehrsrecht: Wie lange ist mein Führerschein noch gültig?

Jemand fährt bei Rot über die Ampel und muss seinen Führerschein deshalb abgeben. Er hat „seinen Lappen verloren“. Bis heute ist der „Lappen“ in Deutschland ein gängiges Synonym für den Führerschein, auch wenn vor allem jüngere Generationen mit dem Begriff nicht viel anfangen können. Das liegt daran, dass der graue Führerschein, auf den die Bezeichnung zurückgeht, bereits 1986 durch den rosa Führerschein ersetzt wurde. 1999 folgte schließlich die bis heute aktuelle rosa-grüne Plastikkarte.

In den grauen Führerscheinen sind oft Jahrzehnte alte Aufnahmen der Fahrer zu sehen – auf denen diese zum Teil kaum noch zu erkennen sind. Zudem sind die Dokumente in puncto Fälschungsschutz nicht auf dem neuesten Stand und wurden auch in keinem zentralen Register erfasst. Letzteres führte in der Vergangenheit zum sogenannten „Führerscheintourismus“: Wer in Deutschland die Fahrerlaubnis entzogen bekommt, kann sie in einem anderen Land erneut machen.

All das ändert sich durch die 3. EU-Führerscheinrichtlinie, die bereits am 19. Januar 2013 in Kraft trat.

Der Führerschein ist nur noch 15 Jahre gültig

Die entscheidende Änderung der 3. EU-Führerscheinrichtlinie betrifft die Gültigkeit des Führerscheins. Dieser ist seit dem 19. Januar 2013 nicht mehr unbefristet gültig, sondern auf 15 Jahre befristet. Danach muss das Führerscheindokument erneuert werden. Dazu ist lediglich ein Antrag beim zuständigen Straßenverkehrs- oder Ordnungsamt notwendig. Eine Gesundheitsprüfung oder gar eine Wiederholung der Fahrprüfung sieht der Gesetzgeber in Deutschland nicht vor.

Beantragt man den Führerschein neu, ist ein aktuelles Passbild Pflicht. Ebenso wird eine Gebühr in Höhe von derzeit rund 24 Euro fällig. Wer nach Ablauf der 15 Jahre mit einer ungültigen Fahrerlaubnis angehalten wird, muss mit einem Verwarnungsgeld rechnen und sich zeitnah um die Verlängerung des Führerscheins kümmern. Der Gesetzgeber hat hier bewusst auf schwerwiegende Strafen verzichtet.

Führerschein erneuern: Diese Fristen müssen Sie beachten

Wie bereits erwähnt, sind alle Führerscheine, die ab dem 19. Januar 2013 ausgestellt wurden, nur noch 15 Jahre lang gültig. Durch die 3. EU-Führerscheinrichtlinie verlieren allerdings auch Dokumente, die vor diesem Datum ausgestellt wurden, ihre unbegrenzte Gültigkeit.

Was bedeutet das für den grauen und rosafarbigen Führerschein?

Das bedeutet, dass auch die Besitzer des grauen und rosafarbigen Führerscheins diesen umtauschen müssen. Der Stichtag hierfür ist der 18. Januar 2033. Um zu verhindern, dass Millionen von Bundesbürgern mit der Erneuerung ihrer Fahrerlaubnis bis zum Schluss warten und die Ämter dann überlastet sind, war zunächst eine Art Staffelung nach Geburts- beziehungsweise Ausstellungsjahr geplant. Wer zwischen 1965 und 1970 geboren ist, hätte den Umtausch dann bis zum 18. Januar 2023 erledigen müssen. Der Verkehrsausschuss im Bundesrat konnte die Fristen im Bundestag allerdings nicht durchsetzen. Somit bleibt es beim 18. Januar 2033 als letztmöglichen Umtausch-Zeitpunkt.

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