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6 Tipps zum Welpenkauf

Ein tiefer Blick in die Knopfaugen und schon hat der Wollzwerg Ihr Herz erobert? Diesen Moment erleben wohl die meisten Menschen, die sich auf die Suche nach einem Hundebaby begeben. Beim Welpenkauf sind jedoch rationale Dinge mindestens genauso wichtig wie eine spontane Zuneigung. Nicht nur die Rasse, auch der Verkäufer sollte mit Bedacht gewählt werden, damit Ihr Welpe körperlich und psychisch gesund ist und sich problemlos in das gewohnte Familienleben eingliedert. Hier kommen die sechs wichtigsten Regeln für den Welpenkauf:

  1. Passende Rasse aussuchen

    Am Anfang steht die Entscheidung für eine spezielle Rasse. Egal ob reinrassig oder Mischling – Hunde unterscheiden sich in ihrem Temperament, in ihrem Laufbedürfnis und in ihrem Beschäftigungsdrang. So ist ein Australien Shepard sehr clever und bewegungsfreudig. Er benötigt eine intensive Auslastung. Das kostet nicht nur viel Zeit, sondern auch Kraft. Anspruchsloser ist hingegen ein Bernhardiner. Aber die sanftmütigen Riesen brauchen viel Platz. Gibt das Ihr Zuhause her oder wird es zu eng? Holen Sie vor dem Welpenkauf am besten so viele Informationen wie möglich über die Rassen ein, die in die engere Wahl kommen. Fachbücher und Online-Magazine bieten detaillierte Porträts und klären über rassespezifische Veranlagungen und Bedürfnisse auf. Auf diese Weise finden Sie schnell heraus, ob Ihr Lebensstil mit den Bedürfnissen des Hundes zusammen passt oder nicht.

  2. Tierheim in Betracht ziehen

    Die deutschen Tierheime sind voll mit kleinen und großen Hunden, die sich nach einem liebevollen Zuhause sehnen. In vielen Heimen warten auch Welpen auf ein Frauchen oder ein Herrchen. Schauen Sie sich doch hier als erstes um, wenn Sie auf der Suche nach einem Welpen sind. Vielleicht verlieben Sie sich gleich in eines der Wollknäuel und geben diesem ein neues, liebevolles Zuhause.

    Viele Tierheime stellen ihre Bewohner mit Steckbriefen und Fotos auf ihrer Homepage vor. Auch die Tierschutzorganisation „TASSO“ bietet kostenlose Hilfe bei der Suche nach einem passenden Vierbeiner an. Auf der Seite „Shelta“ können Sie über eine Suchmaske verschiedene Kriterien eingeben und finden so Hunde, die diesen entsprechen und auf eine Vermittlung warten.

    Ein Welpe sollte nicht nur nach dem niedlichen Äußeren ausgewählt werden. Viel wichtiger ist, ob seine Bedürfnisse zu Ihrem Lebensstil passen.

  3. Rassehund – seriösen Verkäufer finden

    Leider gibt es auch beim Handel mit Tieren schwarze Schafe, die das schnelle Geld über das Tierwohl stellen. Deswegen gilt es hier besonders wachsam zu sein. Wird ein Welpe für wenig Geld angeboten, ist das ein erstes Alarmsignal. Ein seriöser Züchter gibt die Welpen frühestens nach Abschluss der achten Lebenswoche her – bis dahin summieren sich die Kosten für Futter, Impfungen, Entwurmung, Arztbesuche und Chippen auf einige hundert Euro. Reinrassige Welpen, die unter 600 Euro angeboten werden, kommen in der Regel nicht aus gutem Haus, sondern werden aus den Oststaaten unter traurigen Umständen „importiert“. Sie haben weder liebevolle Zuwendung noch eine ausreichende Gesundheitsfürsorge erfahren und sind dementsprechend psychisch und körperlich labil. In der Regel kosten die Wollzwerge – insbesondere dann, wenn sie mit Papieren ausgestattet sind – über 1.000 Euro. Ob es sich bei dem Welpenverkäufer um einen seriösen Züchter handelt, erkennen Sie am besten, wenn Sie ihm vor dem Welpenkauf mehrere Besuche abstatten.

  4. Züchter besuchen und prüfen

    Professionelle Züchter von Rassehunden inserieren meist auf ihrer Homepage, wenn eine ihrer Hündinnen einen Wurf erwartet. Dann bleibt noch ausreichend Zeit, um ihn bei einem oder mehreren Besuchen auf Herz und Nieren zu prüfen. Viele Züchter erwarten dies auch von den Käufern, denn ihnen ist daran gelegen, dass sie ihren pelzigen Nachwuchs in gute Hände abgeben.

    Welpen brauchen in den ersten Tagen die Nestwärme von Geschwistern und Mutttertier, da sie ihre Körpertemperatur noch nicht gut regulieren können.

    Schauen Sie sich beim Züchter gründlich um. Haben die Hunde hier ein schönes Zuhause oder müssen sie in einem Zwinger sitzen? Wie verhält sich das Muttertier? Steht ständig sauberes Wasser zur Verfügung? Sieht das Muttertier gesund und gut gepflegt aus? Lebt hier eine überschaubare Hundezahl oder betreibt der Züchter einen regelrechten Massenhandel mit verschiedenen Rassen?

    Neben dem persönlichen Eindruck ist das Siegel des Verbands für das Deutsche Hundewesen (VDH) ein Anhaltspunkt für eine gut geführte Zucht. Trägt der Züchter das VDH-Siegel, kontrolliert der Verband regelmäßig, ob er alle Richtlinien zu Gesundheit und Tierschutz bei der Zucht erfüllt.

  5. Welpen genau in Augenschein nehmen

    Jeder Welpe bringt seine ganz speziellen Charakterzüge mit. Diese werden durch Erfahrungen im späteren Leben abgeschwächt oder verstärkt – angelegt sind sie aber bereits im Hundebabyalter. Überlegen Sie im Vorfeld, welche Eigenschaften Ihnen wichtig sind und beziehen Sie dabei auch die andere Seite der Medaille mit ein: Es soll ein kleiner Draufgänger sein, der vor nichts und niemandem Angst hat? Prima, dann schauen Sie sich am besten gleich nach einer guten Hundeschule um, denn solche Hunde sind selbstbewusst und entscheiden gern selbstständig, was sie tun und was sie lassen. Es kann also durchaus etwas aufwendiger werden, ihnen Regeln beizubringen. Die sanften, zurückhaltenden Hunde sind hingegen sehr anhänglich, wenn sie erst einmal Vertrauen gefasst haben. Das kann allerdings eine Herausforderung beim Alleinbleiben mit sich bringen.

    Für unerfahrene Hundehalter ist es durchaus sinnvoll, einen guten Hundetrainer zum Welpenkauf mitzunehmen. Der Profi kennt verschiedene Tests, über die er die grundlegenden Charakterzüge eines Welpen herausfindet und kann Sie bei der Auswahl beraten. Natürlich muss auch die Chemie zwischen Hund und Halter stimmen. Beim Spielen und Kuscheln mit den Welpen kristallisiert sich recht schnell heraus, welches Wollknäuel besonders intensiv um Ihre Aufmerksamkeit kämpft und sich so um einen Platz in Ihrem Leben bewirbt.

    Haben Welpen viel Platz zum Spielen und können hinaus in den Garten, sind das Merkmale guter Haltungsbedingungen.

    Auch ein erster  Gesundheitscheck ist schnell gemacht. Die Augen sollten klar, die Nase sauber, das Fell ohne kahle Stellen und der oder die Kleine neugierig und aufgeweckt sein.

  6. Den richtigen Zeitpunkt für den Einzug wählen

    Seriöse Züchter geben Welpen frühestens nach Vollendung der achten Lebenswoche ab, besser etwas später. Bis dahin benötigen die Hundebabys die Nestwärme, die Hilfe und den Schutz der Hundemama. Mit der achten Lebenswoche ist der Welpe von der Muttermilch entwöhnt und hat einen soliden Impfschutz. Zudem beginnt dann die Sozialisierungsphase. Die Kleinen lernen nun in rasender Geschwindigkeit und verinnerlichen die Erfahrungen tief. Die Hundemama kann ihrem Nachwuchs jetzt noch jede Menge für das weitere Leben mitgeben.

    Danach ist es aber Zeit, Abschied von Mama und den Wurfgeschwistern zu nehmen und bei der neuen Familie einzuziehen. Denn: Zwischen der achten und der 12. Lebenswoche öffnet sich ein kurzes Zeitfenster, in dem die kleinen Wollzwerge besonders bereit für neue Bezugspersonen und für ein neues Zuhause sind.

 

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Bilderquelle: Pixabay

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