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Läufigkeit – wenn die Hündin in die Hitze kommt

Jeder Besitzer einer Hundedame kennt die anstrengenden Phasen im Jahr, wenn die Rüden plötzlich vor der Haustür Schlange stehen und der eigene Vierbeiner in Flirtlaune gerät. Das sind verlässliche Anzeichen dafür, dass die Hündin läufig und damit paarungsbereit ist. Doch woran erkennen Hundehalter, dass ihr Vierbeiner in absehbarer Zeit zum Rüdenschwarm wird? Und wie lange dauert die Läufigkeit an?

Das passiert während der Läufigkeit

Während der etwa 21 Tage andauernden Läufigkeit findet der Eisprung (Ovulation) bei der Hündin statt. Die Eizellen wandern dann vom Eierstock zum Eileiter. Etwa in der Mitte der Läufigkeit (neunter bis zehnter Tag) setzt die sogenannten „Standhitze“ ein. Nun ist die Hundedamen offen für die Avancen der Rüden und lässt einen Deckakt zu. Verschmelzen Samen und Eizellen miteinander, nisten sich die befruchteten Eizellen in der Gebärmutter ein und etwa 64 Tage später erblickt der Nachwuchs der frischgebackenen Hundemama das Licht der Welt.

Die erste Läufigkeit stellt sich in der Pubertät der Hündin ein. Meist tritt sie zwischen dem sechsten Lebensmonat und dem zweiten Lebensjahr auf. Wie häufig die „Hitze“ einsetzt, hängt stark von der Rasse ab: Große Rassen werden etwa alle acht bis elf Monate läufig, kleinere alle fünf bis sieben Monate. Durchschnittlich ist eine Hündin also ein- bis zweimal im Jahr paarungsbereit. Voraussetzung für eine Läufigkeit ist allerdings, dass die sie noch in der Lage ist, Welpen zu gebären und nicht kastriert wurde.

⇒ Hat die Läufigkeit eingesetzt, kehrt sie bis zum Lebensende des Tieres immer wieder. Eine Art „Wechseljahre“, bei denen die Empfangsbereitschaft erlischt, gibt es bei Hunden nicht.

Während der heißen Phase dulden Hündinnen die Annährungsversuche eines Rüden.

Phasen der Läufigkeit: von Vorbrunst bis zur Ruhephase

Phase 1 – die Vorbrunst vor dem Eisprung
In der ersten Phase der Läufigkeit (Vorbrunst oder Proöstrus) sondert die Hündin einen blutigen Ausfluss aus ihrem äußeren Geschlechtsorgan, der sogenannten „Vulva“, ab. Dieses schwillt nun auch an. Die Vorbrunst dauert durchschnittlich neun Tage an. Um zu verhindern, dass Teppiche und Möbel durch die Blutstropfen verunreinigt werden, können Sie Ihrer Hündin während der Blutungsphase eine spezielle Läufigkeitshose überstreifen.

Phase 2 – die Duldungsphase (Eisprung)
In der zweiten Phase, die als Brunst oder Östrus bezeichnet wird, findet der Eisprung statt. In der fruchtbaren Zeit zwischen dem fünften und 13 Tag der Läufigkeit geht die Blutung in einen hellen oder klaren Ausfluss über. Nun sollten Sie den Kontakt mit unkastrierten Rüden unterbinden. Hündinnen sind jetzt nicht nur fruchtbar, sondern ermuntern Rüden durch Beiseitelegen der Rute zum Decken.

Phase 3 – die Nachbrunst
In der letzten Phase der Läufigkeit (Nachbrunst oder Metöstrus) verändert der Ausfluss seine Farbe, bevor er verebbt. Sie dauert zwei bis drei Monate an, wenn keine Befruchtung stattgefunden hat. Das Interesse der Rüden lässt nun deutlich nach und die Vulva der Hündin schwillt ab.

Phase 4 – die Ruhephase
Ist die Nachbrunst abgeschlossen, beginnt die Ruhephase (Anöstrus) des Zyklus‘. Die Sexualhormone sind nun inaktiv. Bis zur nächsten Hitze vergehen ungefähr zwei bis sechs Monate.

Verhaltensveränderung während der heißen Tage

Während der Läufigkeit fällt der Östrogenspiegel der Hündin rapide ab und der Körper kurbelt die Produktion der Hormone Progesteron, Prolaktin, dem follikelstimulierenden Hormon „FSH“ und dem luteinierenden Hormon „LH“ an. Die hormonelle Achterbahnfahrt wirkt sich nicht nur auf die körperlichen Prozesse aus, sondern auch auf das Verhalten der Hündin.

Bei den Gassirunde setzen läufige Hündinnen in kurzen Abständen „Duftmarken“, um Rüden anzulocken. Die im Urin enthaltenen Duftstoffe (Pheromone) verraten den männlichen Artgenossen, dass die Hündin bald paarungsbereit ist. Manche Hündinnen vergessen während der Läufigkeit zudem ihre gute Erziehung und ignorieren Kommandos von Frauchen oder Herrchen; andere werden liebesbedürftiger und fordern vermehrt Streicheleinheiten ein oder verspüren ein erhöhtes Schlafbedürfnis. Besonders leiden Hündinnen jedoch, wenn die Hormone ihnen vorgaukeln, Welpen zu erwarten und sie eine Scheinträchtigkeit entwickeln.

Scheinträchtigkeit – der erhoffte Nachwuchs bleibt aus

Verantwortlich für eine Scheinschwangerschaft ist der rapider Abfall des Gelbkörper-Hormons Progesteron und eine Zunahme des Hormons Prolaktin. Prolaktin sorgt für einen schwangerschaftsähnlichen Zustand: Es stößt nicht nur die Milchbildung an, sondern lässt auch das Drüsengewebe des Gesäuges anschwellen. Viele Hündinnen bereiten sich dann auf Nachwuchs vor und reagieren verunsichert, wenn dieser ausbleibt. Mögliche Begleiterscheinungen einer Scheinschwangerschaft sind Aggressionen, Depressionen sowie der Nestbau mit Bemuttern von Kuscheltieren oder Spielzeug.

Während der Läufigkeit schlafen einige Hündinnen mehr als gewöhnlich.

Eine Scheinträchtigkeit vergeht normalerweise innerhalb von drei Wochen von allein. Sie können Ihrer Hündin über diese Zeit hinweghelfen, indem Sie für reichlich Ablenkung sorgen und ihr viel Aufmerksamkeit schenken. Zudem sollte sie möglichst nicht an ihrem Gesäuge lecken, da die Stimulation die Milchproduktion ankurbelt.

Sollte die Verhaltensveränderung Ihrer Hündin während der Läufigkeit stark ausgeprägt sein, besprechen Sie das am besten mit Ihrem Tierarzt. Hier kann eine Kastration helfen. Nach dem Entfernen der Gebärmutter und der Eierstöcke legt sich das Hormonchaos dauerhaft, der Eisprung bleibt aus und das sexuelle Interesse der Hündin erlischt. Dann kann sie wieder das Leben genießen, ohne dass ihr der Sexualtrieb alle paar Monate die Stimmung vermiest.

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Bilderquelle: Pixabay

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