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Sicherheit im Straßenverkehr: Die wichtigsten Regeln für Kinder

In den vergangenen Jahren ist das sogenannte „Elterntaxi“ zu einem heiß diskutierten Thema geworden. Immer mehr Eltern fahren ihre Kinder mit dem Auto zur Schule, um sie wohlbehalten direkt vor dem Schultor abzuliefern. Die Gründe dafür sind vielfältig. In urbanen Ballungsgebieten sehen viele Eltern in der hohen Verkehrsdichte eine Gefährdung für die Verkehrssicherheit ihrer Kleinen. Hinzu kommt die Angst, dass die Kinder auf dem Schulweg belästigt oder überfallen werden könnten. Im ländlichen Raum hingegen ist es oftmals die fehlende oder schlechte Infrastruktur, die Eltern zu Chauffeuren werden lässt.

Alles dreht sich um die Kindersicherheit im Straßenverkehr. Das Paradoxe an der Sache: Durch die ganzen Elterntaxis vor den Schulen kommt es erstrecht zu Gefährdungssituationen. Viele Eltern parken im Halteverbot oder in zweiter Reihe, um den Nachwuchs abzusetzen. Teilweise sind waghalsige Fahr- und Wendemanövern zu beobachten, durch die andere Schulkinder und Verkehrsteilnehmer gefährdet werden.

Da es aktuell nicht danach aussieht, dass sich der Trend zum Elterntaxi umkehren wird, fordern Experten speziell ausgewiesene Hol- und Bringzonen vor Schulen. Diese „Elterntaxi-Haltestellen“ sollten rund 250 Meter vom Schuleingang entfernt sein und den Schülern ein gefahrloses Ein- und Aussteigen ermöglichen.  Um die Akzeptanz bei den Eltern zu erhöhen, sollte der Weg von der Haltestelle zum Schuleingang darüber hinaus frei von Sichthindernissen und Straßenquerungen sowie ausreichend beleuchtet sein.

Generell sollten Kinder immer auf der Gehwegseite aus dem Auto steigen – idealerweise auf der Straßenseite, an der die Schule liegt. Zudem sollten Eltern darauf achten, dass insbesondere Kinder bis zu 12 Jahren, die kleiner als 1,50 Meter sind, stets vorschriftsmäßig gesichert sind.

Wenn Kinder den Schulweg zu Fuß gehen

Wer dem Nachwuchs allerdings wirklich etwas Gutes tun möchte, der lässt sein Kind den Schulweg zu Fuß beschreiten. Es gibt inzwischen unzählige Studien, die belegen, dass dies eine ganze Reihe positiver Effekte auf die kindliche Entwicklung hat. Unter anderem wurden eine gesteigerte geistige sowie körperliche Fitness, verbessertes Sozialverhalten sowie die Bildung eines generellen Bewusstseins für Gefahrensituationen beobachtet.

Entscheidend dabei ist, dass Eltern den Schulweg mit ihren Kindern bereits frühzeitig „einüben“. Das bedeutet, man läuft den Weg gemeinsam ab und bespricht Gefahrenstellen. Idealerweise geschieht das unter der Woche unter „realen Bedingungen“. Am Wochenende, wenn kaum Verkehr herrscht, fällt der Lerneffekt geringer aus. Darüber hinaus sollte die Wahl nicht auf den kürzesten Weg, sondern auf den sichersten Fallen. Im Zweifel sollten Umwege in Kauf genommen werden, wenn dafür Straßenquerungen vermieden werden können. Insbesondere im Herbst und Winter, wenn die Tage kürzer werden, gilt es zudem auf helle Kleidung zu achten. Idealerweise verfügt diese über Reflektoren, so dass die Kinder für Autofahrer schon aus der Ferne gut sichtbar sind.

In einigen Kommunen stehen den Schülern auch Schüler- und Elternlotsen sowie Schulwegbegleiter zur Seite.

Unterwegs mit dem Fahrrad oder Schulbus

Selbstverständlich gibt es für Kinder auch auch noch andere Möglichkeiten, den Schulweg ohne Elterntaxis zu bewältigen. Etwa mit dem Fahrrad. Allerdings empfiehlt beispielsweise der ADAC, Kinder erst nach der schulischen Fahrradprüfung in der vierten Klasse alleine mit dem Rad am Straßenverkehr teilnehmen zu lassen. Vorher sind das Seh- und Hörvermögen noch nicht vollständig entwickelt und es fällt Kindern schwer, Gefahrensituationen richtig einzuschätzen.

Generell gilt:

  • bis zum 8. Lebensjahr müssen Kinder den Gehweg benutzen, bis zum vollendeten 10. Lebensjahr dürfen sie es. Wichtig: Wird der Gehweg benutzt, muss beim Überqueren von Straßen das Fahrrad geschoben werden.
  • das Kinderfahrrad sollte alle gängigen Sicherheitsstandards erfüllen und zur Größe des Kindes passen.
  • unbedingt einen Fahrradhelm aufsetzen!
  • vor allem in der dunklen Jahreszeit sollte helle Kleidung mit Reflektoren getragen werden, besser noch gelbe Sicherheitswesten.
  • der Schulweg mit dem Fahrrad sollte in Begleitung der Eltern eingeübt werden.
  • es sollte regelmäßig kontrolliert werden, ob sich die Kinder auch an die gelernten Regeln halten.

Und wenn die Strecke zu weit ist, um sie zu Fuß zu gehen oder mit dem Fahrrad zu fahren? Dann gibt es noch den Bus, der vor allem im ländlichen Raum oft alternativlos ist – und zugleich zu den sichersten Beförderungsmitteln für Schulkinder zählt. Entscheidend ist hier, sich mit den entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen vertraut zu machen. Je nach Busart gibt es Zweipunkt- und Dreipunkt-Sicherheitsgurte – wobei der Linienverkehr und der freigestellte Schulbusverkehr offiziell von der Anschnallpflicht befreit sind. Dennoch kann man dem Nachwuchs nahelegen, Sicherheitsgurte zu nutzen, sofern diese vorhanden sind.

Erwachsene haben Vorbildfunktion

Wenn es um das Thema Verkehrserziehung geht, sind insbesondere die Erwachsenen gefragt – denn Kinder orientieren sich bereits früh an deren Verhaltensweisen und nehmen sie sich zum Vorbild. Wer sich als Erwachsener im Auto nicht anschnallt oder beim Überqueren der Straße die rote Fußgängerampel ignoriert, ermuntert insbesondere kleine Kinder, dieses Verhalten nachzuahmen.

Erst ab etwa drei Jahren sind Kinder dann in der Regel so weit, das richtige Verhalten im Straßenverkehr aktiv einzuüben. Wichtig hierbei ist, den Nachwuchs nicht zu überfordern. Unter zehn Jahren können Kinder beispielsweise Entfernungen und Geschwindigkeiten noch nicht sicher abschätzen. Auch das Richtungshören, als das Wahrnehmen mehrerer gleichzeitiger Vorgänge sowie die Rechts-Links-Unterscheidung, ist noch nicht vollständig ausgeprägt.

Bildquelle: GTÜ / pixelio.de

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