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Zecken: Der beste Schutz gegen die lästigen Krabbeltiere

Sie sind winzig klein, robust und sehr durstig: Zecken. Sobald das Thermometer im Frühling die Sieben-Grad-Marke knackt, verlassen die Spinnentiere ihr Winterquartier unter der dichten Laubdecke und begeben sich auf die Jagd nach einem Wirt, an dem sie ihren Durst stillen können. Zu den bevorzugten Opfern der Parasiten zählen neben warmblütigen Tieren wie Igeln, Rehen und Mäusen auch Hunde. Einmal angedockt laben sie sich über viele Stunden hinweg an dem Blut der Vierbeiner und schwellen dabei bis auf das 200fache ihres Ursprungsgewichts an. Auf den Gassirunden kann man den ungebetenen Gästen kaum aus dem Weg gehen, denn sie lauern dort, wo Hund und Halter sich am häufigsten aufhalten – auf Wiesen und in Wäldern.

Büsche, Sträucher und Co.: Hier lauern die Spinnentiere

Hungrige Zecken halten sich besonders oft auf hohen Grashalmen, auf Büschen und Sträuchern auf. Hier klettern sie etwa knie- bis hüfthoch und warten auf eine vorbeilaufende Blutmahlzeit. Nähert sich ein Hund, nimmt der Parasit das frühzeitig anhand der Erschütterungen des Bodens sowie des Atems und der Körperwärme wahr. Dann macht sich die Zecke bereit und krallt sich im Fell des Vierbeiners fest, sobald dieser den Halm oder Zweig streift, auf dem sie sitzt. Nun reist die Zecke als blinder Passagier mit. Bevor sie sich eine ausgiebige Mahlzeit gönnt, vergeht aber noch reichlich Zeit.

Zecken warten auf hohen Grashalmen oder in Büschen auf einen vorbeistreifenden Wirt.

⇒ Tipp: In Ihrem Garten können Sie den Zeckenbestand reduzieren, indem Sie das Gras kurz halten und Büsche zurückschneiden.

Bevorzugte Körperregionen zum Blutsaugen

Bevor eine Zecke zusticht, wandert sie bis zu zwei Stunden über die Haut des Hundes, um ein geeignetes Plätzchen zum Blutsaugen zu finden. Besonders häufig lässt sie sich dann an einem Bereich des Körpers nieder, an der die Haut dünn und gut durchblutet ist. Dazu zählen Unterbauch, Ohrränder, Schnauze und Augenlider. Mit ihrem scharfen Schneiderwerkzeug ritzt sie die Haut an und bohrt dann ihren Stechrüssel in die winzige Wunde. Mit diesem saugt sie etwa 24 bis 48 Stunden lang das Blut. Dabei schwillt sie bis auf das 200fache ihres ursprünglichen Gewichts an. Während des Stiches gibt die Zecke ein Betäubungssekret ab. Dieses verhindert, dass der Hund Schmerz empfindet und versucht, die Zecke loszuwerden.

Borreliose: Krank nach Zeckenbiss

Während der Blutmahlzeit können Zecken verschiedene Krankheitserreger übertragen. Zu der gängigsten zählt in Deutschland eine spezielle Bakterienart: die Borrelien. Sie siedeln sich im Magen-Darm-Trakt der Zecke an und können während des Verdauungsprozesses beim Blutsaugen auf den Hund übertragen werden. Bricht die Krankheit aus, leidet der Vierbeiner unter einer „Borreliose“.

Nicht jede Zecke ist mit den Borrelien infiziert. Trägt eine Zecke jedoch das Bakterium in sich, kann dieses während des Saugvorgangs über den Speichel des Parasiten in die Blutbahn des Wirts gelangen. Das geschieht in der Regel aber erst, wenn die Zecke bereits mindestens sechs  Stunden lang saugt. Ein frühzeitiges Entfernen der Zecke kann die Übertragung also verhindern.

Während des Blutsaugens kann eine Zecke auf das Zwanzigfache ihres ursprünglichen Körpervolumens anschwellen.

 ⇒ Info: Zecken bevorzugen feuchtwarmes Wetter und schattige Plätze. Nach Regen sind sie besonders aktiv.

Verlauf und Therapie einer Borreliose

Bei einer Borreliose-Infektion kann, muss es aber nicht zu Krankheitssymptomen kommen. Die meisten Hunde scheinen resistent gegen den Erreger zu sein – bei ihnen verläuft eine Infektion beschwerdefrei. Nur bei wenigen bricht die Krankheit etwa drei bis sechs Monate nach dem Zeckenstich aus. Nicht immer sind die auftretenden Symptome eindeutig. Typisch für eine Borreliose sind jedoch:

  • gerötete Haut um die Einstichstelle
  • Lähmungserscheinungen
  • Fieber
  • Appetitlosigkeit
  • Gelenkschmerzen aufgrund von Gelenkentzündungen
  • Muskelschmerzen
  • Lethargie
  • Appetitlosigkeit
  • geschwollene Lymphknoten
  • nachlassende Lebensfreude

Eine Borreliose, die rechtzeitig erkannt wird, bevor die Borrelien sich großräumig im Körper ausgebreitet und in Nischen eingenistet haben, ist mit Hilfe einer langandauernden Antibiotika-Therapie gut heilbar. Die medikamentöse Behandlung bringt eine vollständige Genesung der Symptome. Manchmal gelingt es jedoch nicht, alle Bakterien im Körper des Hundes abzutöten. Dann kann es zu regelmäßig wiederkehrenden Rückfällen kommen.

⇒ Info: Es gibt eine Impfung gegen Borreliose. Sie schützt Hunde allerdings nicht gegen alle Borrelienarten.

Wirksamer Schutz gegen Zecken

Vorbeugen ist besser als nachsorgen. Deswegen ist ein wirksamer Schutz gegen Zecken insbesondere in den warmen Frühlings-, Sommer- und Herbstmonaten sinnvoll. Nachgewiesen wirksam sind sogenannte „Spot-On-Präparate“. Das Spray enthält Wirkstoffe, die Zecken bereits bei Kontakt mit der Haut des Hundes, spätestens aber beim Zustechen, töten sollen. Die Flüssigkeit wird meist im Nacken des Hundes auf die Haut aufgesprüht und verteilt sich von hier aus über die Blutbahn in der obersten Hautschicht. Als Alternative zum Spray gibt es auch Halsbänder mit dem antiparasitären Wirkstoff. Die Chemiekeule vertragen jedoch nicht alle Hunde. Einige reagieren mit Schwindel oder Übelkeit, andere mit Hautreaktionen oder Juckreiz. Zeigt Ihr Hund eine Überempfindlichkeit auf das Präparat, sollten Sie dieses nicht weiter anwenden und Ihren Tierarzt nach einer Alternative fragen.

Ein sanfterer Schutz ist das sorgfältige Bürsten des Fells nach jedem Aufenthalt im Freien. Hierbei erwischen Hundehalter bereits das eine oder andere Krabbelvieh, das noch umherwandert und spüren bereits saugende Zecken auf. Diese können Sie mit Hilfe einer speziellen Zeckenzange oder eines Zeckenhakens frühzeitig entfernen. So minimiert Sie die Gefahr, dass sich Ihr vierbeiniger Liebling mit Borrelien ansteckt und können gemeinsam mit Ihrem Hund ungetrübt die warmen Jahreszeiten genießen.

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Bildquelle: Pixabay

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