Autonomes Fahren

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Autonomes Fahren sorgt für mehr Sicherheit im Straßenverkehr

Wenn es um die Zukunft der Mobilität geht, gibt es derzeit zwei große Themenkomplexe, die die Debatte prägen. Einerseits wäre da die Frage nach der Antriebsart. Sind wir künftig nur noch mit Elektroautos unterwegs? Oder mit Wasserstoff? Oder bleibt uns der Verbrenner vielleicht doch länger erhalten als gedacht?

Auf der anderen Seite steht die Frage nach dem „Wie“. Sitzen wir in zehn Jahren überhaupt noch selbst hinter dem Lenkrad? Oder sind wir dann nur noch Fahrgäste in autonomen PKW? Insbesondere das autonome Fahren hat das Potenzial, den Straßenverkehr nachhaltig zu verändern – und vor allem sicherer zu machen.

Autonomes Fahren – was ist das überhaupt?

Der Begriff „Autonomes Fahren“ geistert bereits seit einigen Jahren durch die Medien. Tatsächlich wissen aber nur wenige, was genau sich dahinter verbirgt. Das zeigt sich regelmäßig in Umfragen: Ende 2017 waren noch zwei Drittel der Deutschen misstrauisch gegenüber selbstfahrenden Autos. Mehr als 60 Prozent konnten sich nicht vorstellen, mit einem solchen Wagen zu fahren.

Im April 2018 kam eine Studie der Bitkom dann zu dem Ergebnis, das 74 Prozent der Bundesbürger sich wünschten, dass das Auto zumindest in bestimmten Situationen selbstständig fährt. 60 Prozent gingen davon aus, dass selbstfahrende Autos mehr Sicherheit für Fahrzeuginsassen oder andere Verkehrsteilnehmer bringen würden.

Autonomes Fahren

Was vielen nicht bewusst ist: Moderne PKW nutzen schon seit Jahrzehnten Technologien, die auch Bestandteile autonomer Fahrzeuge sind. Das fängt an bei einfachen Assistenzsystemen, wie dem Notbrems- oder Spurwechsel-Assistenten, die den Autofahrer bei grundlegenden Fahrmanövern unterstützen. Geht man einen Schritt weiter, kommt man zur ACC (Adaptive Cruise Control). Ist dieser Assistent aktiviert, muss der Fahrer nur noch lenken. Das Beschleunigen und Bremsen übernimmt das Fahrzeug und orientiert sich dabei am Vordermann.

Lenkt das Auto nun auch noch selbst, sind wir bereits im Bereich der Teilautomatisierung. Hersteller wie Mercedes, Audi, BMW oder Volvo haben solche „pilotierten“ Systeme bereits seit einiger Zeit im Angebot. Auf Autobahnen und Landstraßen fährt das Auto dann weitestgehend selbstständig und führt sogar Spurwechsel durch – nur die Hände, die muss der Fahrer am Lenkrad lassen.

Ab der Automatisierungsstufe 3 fällt die Kontrollpflicht durch den Fahrer weg, er muss allerdings auf Anfrage des Systems eingreifen. In Stufe 5 schließlich muss nur noch ein Ziel eingegeben werden. Ein Fahrer wird nicht mehr benötigt. Theoretisch kann sogar auf das Lenkrad verzichtet werden.

Einen detaillierten Überblick über die Stufen der Automatisierung finden Sie hier.

Deloitte

Grafik via Deloitte

Selbstfahrende Autos machen den Straßenverkehr sicherer

Wie eingangs erwähnt,  glauben 60 Prozent der Bundesbürger, dass selbstfahrende Autos mehr Sicherheit für Fahrzeuginsassen oder andere Verkehrsteilnehmer bringen werden. Diese Annahme lässt sich auch statistisch untermauern. Wie eine Studie der DIHK belegt, reduzieren schon heute Abstandsregeltempomaten und Auffahrkollisionswarner die Zahl der Unfälle.

Von der Verbesserung der Verkehrssicherheit profitieren nicht nur die Nutzer der automatisierten bzw. autonomen Fahrzeuge. Verkehrssicherheits- gewinne können auch andere Teilnehmer im Straßenverkehr erfahren, da auch nicht automatisierte Fahrzeuge im Mischverkehr sicherer geführt werden. […] Legt man diese Einspareffekte auf die aktuellen Umfallzahlen in Deutschland um, so reduzieren sich damit im Ergebnis die Unfälle, die Anzahl der Verletzten und der Getöteten in Deutschland um knapp 10%.

DIHK

Bedenkt man, dass beispielsweise der Anteil menschlichen Fehlverhaltens am Unfallgeschehen auf deutschen Autobahnen auf allgemein 90 Prozent geschätzt wird, lassen sich die positiven Effekte der Hochautomatisierung noch besser verstehen. Ein kurzer Blick aufs Radio reicht aus, um die Vollbremsung des vorausfahrenden Autos zu übersehen. Ein Spurwechsel, bei dem man das Fahrzeug im toten Winkel gar nicht erst wahrnimmt – das ist schnell passiert.

Den Sensoren und Kameras eines vollautomatisierten Autos dagegen entgehen solche Dinge nicht. Der Computer kennt die Konzepte „unaufmerksam“ oder „abgelenkt“ überhaupt nicht. Somit ist es nicht verwunderlich, dass autonome Fahrzeuge bei bestimmten Unfallarten zweistellige Einsparpotenziale aufweisen.

Fest steht, dass es in einem vollautomatisierten Straßenverkehr, kaum noch Unfälle geben würde. Bis dahin ist es allerdings noch ein weiter weg. Insbesondere die Übergangsphase, in der Computer-gesteuerte Autos auf menschliche Fahrer treffen, dürfte eine Herausforderung werden. Zudem gilt es noch ethische Fragen zu beantworten. Wie etwa reagiert ein Computer, wenn ein Kind vor ihm über die Straße läuft, er aber nur in den Gegenverkehr ausweichen kann? Kann eine künstliche Intelligenz überhaupt solche Entscheidungen treffen?

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