Rauchen im Auto

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Rauchen im Auto: Was ist erlaubt, was nicht?

Wer raucht, der nutzt meist jede Gelegenheit, um sich eine Zigarette anzuzünden. Zum Beispiel während der Autofahrt – und das obwohl die Schadstoffbelastung durch den Tabakrauch dort aufgrund des geringen Raumvolumens deutlich höher ist, als beispielsweise in Wohnräumen. Laut des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) sind in Autos insbesondere Kinder den giftigen und krebserzeugenden Substanzen des Tabakrauchs schutzlos ausgesetzt. „Bereits beim Rauchen einer Zigarette steigt die Konzentration der Tabakrauchpartikel im Fahrzeuginneren rapide an und erreicht selbst bei geöffnetem Fenster Werte ähnlich wie in einer Raucherkneipe,“ so das DKFZ.

Dennoch verzichten nur etwa zwei Drittel der Raucher freiwillig auf das Rauchen im Auto, sofern sie ein minderjähriges Kind haben. Ein Drittel der Raucher mit Kindern vermeidet das Rauchen im Auto dagegen nicht grundsätzlich. Das DKFZ schätzt, dass in Deutschland mehr als eine Million Kinder und Jugendliche direkt oder indirekt von einer Tabakrauchbelastung im Auto betroffen sind.

Rauchen im Auto: Das sagt das Gesetz

Obwohl die Risiken bekannt sind und über ein Rauchverbot im Auto schon seit Jahren diskutiert wird, gibt es in Deutschland nach wie vor keine gesetzlichen Regelungen diesbezüglich. Das Auto gilt vor dem Gesetz als privater Raum. Dementsprechend würde ein Rauchverbot in die private Freiheit des einzelnen eingreifen und diese einschränken. Anders ausgedrückt: Jeder kann in Deutschland so viel hinter dem Steuer rauchen, wie er möchte. Ob er dabei allein ist, oder andere Personen den Risiken des Passivrauchens aussetzt, spielt keine Rolle.

In anderen europäischen Ländern kann es teuer werden

Im europäischen Ausland sieht man das anders.

  • in Österreich gilt beispielsweise ein Rauchverbot im PKW, sobald sich eine Person unter 18 Jahren im Fahrzeug befindet. Verstöße werden mit 50 Euro geahndet. Im Wiederholungsfall sind bis zu 1.000 Euro Strafe möglich.
  • in Italien können sogar Bußgelder von bis zu 5.000 Euro verhängt werden, wenn in Anwesenheit von Schwangeren oder Minderjährigen im Auto geraucht wird.
  • ähnliche Verbote gelten in England, Schottland, Griechenland, Zypern sowie in einzelnen US-amerikanischen Bundesstaaten, kanadischen Provinzen sowie in Australien und Südafrika.

Bei Unfällen kann die Zigarette am Steuer teuer werden

Das Rauchen im Auto ist in Deutschland zwar nicht verboten – aber dennoch drohen unter Umständen empfindliche Geldstrafen. Denn wer sich während der Fahrt eine Zigarette anzündet, setzt sich immer einer Ablenkung aus. Das fängt an, wenn in einer Gefahrensituation beide Hände am Lenkrad benötigt werden, eine aber gerade die Zigarette hält. Auch glühende Asche, die auf den Sitz oder in den Fußraum fällt, hat schon zu schweren Unfällen geführt. In solchen Fällen muss sich der Fahrer dann unter Umständen wegen grober Fahrlässigkeit verantworten.

Zigaretten niemals aus dem fahrenden Auto werfen

Selbiges gilt für denjenigen, der eine Zigarette aus dem fahrenden Auto wirft. Im besten Fall wird aufgrund der dadurch verursachten Umweltverschmutzung nur ein Verwarnungsgeld in Höhe von 20 bis 50 Euro fällig. Trifft man aber mit der Zigarette beispielsweise einen Motorradfahrer, der erschrickt und stürzt, steht fahrlässige Körperverletzung im Raum. Sogar ganze Waldbrände wurden bereits durch unachtsam aus dem Auto geworfene Zigaretten ausgelöst.

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