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2019 Mercedes-Benz CLA 250 4MATIC Coupé Fahrbericht Test Review

Wem die „normale“ Mercedes-Benz A-Klasse etwas zu schnöde, vielleicht sogar langweilig war, der konnte zum Mercedes-Benz CLA 250 greifen. Hier bekommt man eine begehrte Coupéform, dennoch kompakt aber irgendwie aufregender und ein bisschen aufsehenserregender als bei der A-Klasse. Nicht selten sieht man eine hübsche, junge Dame in einem Mercedes-Benz CLA – ein Zeichen für seine Attraktivität. Nun fand der Modellwechsel statt, den wir uns im Drive Check einmal genauer ansehen wollen.

Mercedes-Benz CLA 250 Design Check

CLA – drei Buchstaben, die für eine besonders schicke Linienführung im Kompaktsegment stehen. Gut, der Mercedes-Benz CLA der ersten Generation schied die Geister: Die einen liebten ihn, die anderen fanden ihn irgendwie pummelig und die Heckpartie… na ja. Generation Nummer II lässt aber selbst die schärfsten Zweifler aufhorchen und ist richtig attraktiv – von vorn bis hinten.

Mercedes-Benz CLA 250 Fahrbericht

Mercedes-Benz CLA 250 Fahrbericht

Am Bug erinnert der Mercedes-Benz CLA noch an die aktuelle A-Klasse, was ja auch Sinn macht, da er auf ihr basiert. Dennoch unterscheidet er sich ein stückweit: Die optionalen Voll-LED-Scheinwerfer sind schmal und aggressiv, die Motorhaube mit Powerdomes überzogen und der Panamericana-Grill als Diamantgrill mit Chrom-Spange und zentralem Mercedes-Benz-Stern versehen – das ist wirklich sexy. Den Grill gibt es, ja nach Ausführung und Ausstattungslinie, in unterschiedlichen Ausführungen. Ganz gleich für welche man sich entscheidet, der CLA ist immer dynamisch.

Seitlich betrachtet gilt das vor allem, wenn man sich für die großen 19-Zoll-Felgen entscheidet. Serienmäßig mit 16-Zoll-Felgen ausgerüstet, wirken die großen Radhäuser ziemlich leer. Ansonsten zeigt sich seitlich die ganze Pracht des Mercedes-Benz CLA: Die Linien fließen sanft, nehmen den muskulösen Schwung der Powerdomes auf der Motorhaube auf, schwingen elegant über das Dach und enden in einem Heck, das als gelungen betitelt werden darf. Vorbei mit Pummeligkeit und „Am-Heck-Guck-Weg“-Attitüde, der neue Mercedes-Benz CLA wirkt gestreckt und grazil. Die Rundumsicht ist durch das kleine Greenhouse und die doch recht breite C-Säule allerdings eingeschränkt.

Bei der Gestaltung orientierte sich das Team rund um den Chef-Designer Gorden Wagner am Coke-Bottle-Design. Vorne breit (die Spurweite der A-Klasse wurde um rund 50 mm gestreckt), mittig tailliert und hinten wieder breiter, so entspricht der neue Mercedes-Benz CLA der Stuttgarter Design-Kredo der sinnlichen Klarheit. Klar und aufgeräumt wirkt zudem das Heck: Horizontale Linien lassen das viertürige Coupé satt dastehen. Und allen Beschwerden der Mercedes-Benz Controller zum Trotz – auweia, das wird teuer gewesen sein – finden sich am Heck zweigeteilte Rückleuchten. So lässt sich der ordentlich große Kofferraum besser beladen. Sonst noch etwas? Ja, da wären noch die zwei Endrohre, über die wir sprechen müssten. Na ja, es sind Blenden und keine „echten“ Endrohre. Das muss man mögen…

Fake-Blenden am Mercedes-Benz CLA 250

Fake-Blenden am Mercedes-Benz CLA 250

Mercedes-Benz CLA 250 R+V24 Drive Check Video

Mercedes-Benz CLA 250 Innenraum Check

Kommen wir zum wichtigsten Teil eines hübschen (viertürigen) Coupés – dem Kofferraum. Ok, gelogen: Man kauft sich einen Mercedes-Benz CLA natürlich nicht wegen des Kofferraumvolumens. Dennoch hat das neue Modell hier einiges zu bieten. So ist der Zugang zum Laderaum nicht nur besser zugänglich geworden, sondern bietet auch satte 460 Liter Kofferraumvolumen. Ein Seat Ateca mit Allradantrieb bietet 485 Liter Basisvolumen – also kaum mehr, und jener ist ein ausgewachsenes SUV.

Praktisch hingegen, dass ein so wichtiges Teil, wie das Warndreieck in einem in der Heckklappe integrierten Fach Platz findet und damit immer gut zugänglich ist. Wer noch mehr Raum braucht, muss auf den Mercedes-Benz CLA Shootingbrake warten.

Innenraum von der aktuellen A-Klasse übernommen

Innenraum von der aktuellen A-Klasse übernommen

Kommen wir zu den Platzverhältnissen – nicht immer die Schokoladenseite eines Coupés und auch nicht der A-Klasse. Dennoch findet man in Reihe eins des CLA mehr als genügend Platz. Großgewachsene werden sich zudem über den weiten Verstellbereich des Lenkrades freuen. Was etwas ärgerlich (und – so ehrlich muss man sein – nervig) ist: Die fehlende Gurthöhenverstellung. Was hübsch ist, aber keinen praktischen Nutzen birgt: Die rahmenlosen Türen.

Ansonsten entspricht das Cockpit dem der Mercedes-Benz A-Klasse der aktuellen Generation. Man blickt auf digitale Instrumente und eine durchgängige Verkleidung der Displays. Es wirkt fast schon so, als hätten die Stuttgarter ein durchgehendes Tablet im Interieur verbaut. Praktisch: Das Smartphone lässt sich nun induktiv laden. Etwas „filigran“ wirken indes die Lenkstockhebel für den Blinker die die Auswahl des Gangs. Edel und entsprechend „Premium“ sind die Lüftungsdüsen in Turbinen-Optik.

Richtig modern wird es mit dem Head-Up Display im neuen Mercedes-Benz CLA. So muss man den Blick nicht mehr von der Straße wenden. Noch eine Nummer cooler ist das Infotainment mit Navigation mit Augmentet Reality. Hier wird die Straße und Gegend vor einem auf dem großen Infotainment-Display live eingeblendet und die Richtungsanzeige in Echtzeit direkt eingeblendet – Hightech!

Kommen wir zurück zu den Platzverhältnissen, und zwar auf der Rückbank. Die Stuttgarter sprechen davon, dass hinten sogar drei Personen Platz finden. Theoretisch ja, praktisch mag man dort nicht mal drei dürre Teenager unterbringen. Zu zweit lässt es sich dort aushalten, wenn man das Maß von 1,80 m nicht übersteigt. Sonst wird es für den Kopf eng. Und sollte vorn ein Langbeiniger sitzen, wird es hinten ebenfalls knapp. Das war so und wird auch so bleiben.

Mercedes-Benz CLA 250 Motoren Check

Grundsätzlich bleibt es beim Mercedes-Benz CLA beim Motorenprogramm der A-Klasse. Zum Start stehen der CLA 180d, CLA 200, CLA 220 4Matic, CLA 220d und CLA 250 sowohl mit als auch ohne 4Matic bereit. Damit wird die Range zwischen 85kW/116 PS und 165 kW/224 PS abgedeckt, an deren oberen Ende wir zugeschlagen haben. Es verwundert bei über 220 PS entsprechend nicht, dass der Mercedes-Benz CLA 250 4Matic wirklich Spaß macht. Mit dem 7-Gang DCT-Getriebe spurtet das Coupé in 6,3 Sekunden auf 100 km/h und wird erst bei 250 km/h am Vortrieb gehindert.

Mercedes-Benz CLA 250 Fahreindruck Check

Spaß macht er also, der 250er. Und wie fährt er sich sonst, der Mercedes-Benz CLA? So, wie man es von einem jungen, frischen Daimler erwartet. Er ist präzise, leicht zu steuernd und behände, gibt sich aber nicht quirlig. Er möchte forsch sein, ohne aber den Anspruch zu erwecken, das neue Wetzeisen im Kreis der kompakten Limousinen zu sein – er ist ja auch ein Coupé. Der beim Mercedes-Benz typischerweise 4Matic genannte Allradantrieb hält das Fahrzeug sauber in Kurven und sorgt für stets optimale Traktion.

Möchte man dem Vorwärtsdrang Einhalt gewähren, kann man sich an der exakten und mit festem Druckpunkt agierenden Breme erfreuen. Die Lenkung zeigt sich ebenfalls präzise und leichtgängig, gibt aber wenig Rückmeldung. Beim Fahrwerk hat man die Qual der Wahl: Entweder man nimmt das Basis-Fahrwerk, das eher kommod abgestimmt ist und auf den Namen Komfortfahrwerk hört. Oder man lässt es sportlicher angehen und wählt das „Komfortfahrwerk mit 15mm Tieferlegung“, das aber trotz allem nicht für Unruhe sorgt. Und wer gerne so, später dann so unterwegs ist, der sollte ein paar Gedanken an das adaptive Fahrwerk verwenden. Hier ist von Sport bis Komfort dank Dynamic Select alles möglich.

Mercedes-Benz CLA 250 Preis Check

Den ein oder anderen mag es immer wieder erstaunen, aber ein Fabrikat aus Stuttgart ist nicht günstig. Weder jene mit dem Stern auf der Haube, noch die Sportwagenschmiede. Das gilt – selbstredend – auch für den Mercedes-Benz CLA. Los geht es mit dem Mercedes-Benz CLA 180, mit 1.3 Liter Benziner mit 136 PS. Und der kostet bereits 31.475 Euro, ohne dass man auch nur ein kleines Kreuzchen auf der Optionsliste gesetzt hat. Der CLA 250 überschreitet ohne große Kunststücke die 50.000 Euro-Grenze, sobald man ein, zwei Optionen wählt. Lässt man es krachen, liegt ein hypothetischer Traum-CLA bei über 60.000 Euro. Na, auch einen Kloß im Hals?

Mercedes-Benz CLA 250 Zielgruppencheck und Fazit

Keine Frage, der neue Mercedes-Benz CLA ist ein toller Wurf. Anders als die erste Generation, ist der Stuttgarter äußerst gefällig und fährt sehr angenehm. Den Platz auf der Rücksitzbank sollte man – wie in jedem guten Coupé – eher wohlwollend als zusätzliche Ablage verstehen, da die Kopffreiheit grundsätzlich eingeschränkt ist. Bis hierhin alles kein Drama; das sind Abstriche, die man kennt und in Kauf nimmt. Sobald es aber an das liebe Geld geht, hört der Spaß auf. Rund 50.000 Euro für einen nicht voll ausgestatteten Mercedes-Benz CLA 250? Das muss man wollen und sich schönreden.

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