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Urlaub mit dem Wohnwagen: Wissenswertes für Einsteiger

Auch in Zeiten von Airbnb bleibt Camping ein wesentlicher Bestandteil des deutschen Tourismus. Auf über 2.900 Campingplätzen mit fast 221.000 Stellplätzen können Camping-Begeisterte das ganze Jahr über die Natur genießen. Insgesamt 31 Millionen Übernachtungen verzeichneten deutsche Campingplätze im Jahr 2017. Vier Jahre zuvor waren es noch fünf Millionen weniger. Insgesamt ist eine Professionalisierung der Infrastruktur zu beobachten und einige Campingplätze stehen Hotels in Sachen Luxus in nichts mehr nach.

Beliebt sind deutsche Campingplätze dabei in erster Linie bei den Deutschen selbst. Der Anteil der Inländer an den Übernachtungen auf hiesigen Campingplätzen beläuft sich auf stattliche 86 Prozent. Sie verbringen dort im Schnitt 3,3 Tage und geben knapp 50 Euro pro Kopf und Tag aus. Daraus ergibt sich ein enormes wirtschaftliches Potential: Etwa 5 Milliarden Euro werden von Campern pro Jahr an den Zielgebieten generiert. Weitere 3,6 Milliarden Euro entfallen auf Campingausrüstung.

Wir verraten in einer zweiteiligen Reihe, was Sie bei Camping-Reisen beachten müssen. Den Anfang macht das Verreisen mit dem Wohnwagen.

Wohnwagen und Auto müssen zusammenpassen

Wer seinen Urlaub im Wohnwagen verbringen möchte, kann selbigen entweder kaufen oder mieten. Gerade für Einsteiger dürfte letzteres deutlich erschwinglicher und sinnvoller sein. Immerhin weiß man ja noch gar nicht, ob einem das Camping überhaupt zusagt.

Bevor man sich allerdings für ein bestimmtes Modell entscheidet, sollte man zunächst klären, ob Auto und Wohnwagen überhaupt zusammenpassen. Im Prinzip handelt es sich bei einem Wohnwagen um nichts anderes als einen Anhänger mit Aufbau. Und dass man beispielsweise mit einem Smart keinen 1,7 Tonnen schweren Wohnwagen ziehen kann, leuchtet ein. Jedes Auto hat eine „zulässige Anhängelast“. Diese sollte auf keinen Fall überschritten werden. Ebenso die Stützlast. Grundsätzlich gilt, vor allem bei Urlauben im Gebirge: Je mehr Hubraum und Leistung das Fahrzeug hat, desto besser. Weitere nützliche Infos liefert der Zugwagenrechner. Wohnwägen in Leichtbauweise gibt es übrigens bereits ab 750 kg Leergewicht. Mittelgroße Modelle kommen bereits auf 1.200 kg bei leerem Fahrzeug und 1.800 kg zulässige Gesamtmasse.

Der richtige Führerschein für den Wohnwagen

Sie haben sich nun also für einen passenden Wohnwagen entschieden. Ihr PKW erfüllt die technischen Voraussetzungen und an die Anhängerkupplung haben Sie natürlich auch gedacht. Aber sind Sie auch im Besitz eines entsprechenden Führerscheins? Seit dem 19. Januar 2013 gilt hierfür eine einfache Regelung:

Besitzer vom Führerschein der Klasse B dürfen folgende Anhänger fahren: Anhänger mit einer zulässigen Gesamtmasse bis maximal 750 kg oder. Anhänger mit einem zulässigen Gesamtgewicht über 750 kg, wenn die zulässige Gesamtmasse der Kombination von Hänger und Pkw maximal 3.500 kg beträgt.

Wer allerdings mit einem großen Kombi oder SUV einen mittelgroßen Wohnwagen ziehen möchte, der kommt unter Umständen bereits über die 3.500 kg. In solchen Fällen hilft eine Fahrerschulung nach B 96 weiter. Dabei handelt es sich um keinen eigenständigen Führerschein, sondern um eine sogenannte Schlüsselzahl, die in der bereits erworbenen Fahrerlaubnis (Klasse B) vermerkt wird. Hat man den dazu notwendigen Kurs in der Fahrschule (2,5 Theoriestunden, 3,5 Praxisstunden, keine Prüfung) absolviert, kann man eine Kombination aus Fahrzeugen plus Anhänger zwischen 3.500 kg und 4.250 kg fahren.

Als Einordnung: Ohne B 96 können laut dem Caravan Industrie Verband rund 50 Prozent aller Auto-Anhänger-Gespanne gefahren werden. Mit B96 erhöht sich diese Zahl auf 90 Prozent.

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Urlaub mit dem Wohnwagen

Das sollten Sie bei Wohnwagen-Reisen noch beachten

Zum Thema Camping – insbesondere mit dem Wohnwagen – gibt es unzählige Bücher, Fachmagazine und Websites. Damit Sie sich einen ersten Überblick über die einzelnen Themen verschaffen können, haben wie für Sie die wichtigsten Punkte zusammengestellt:

  • Abstellort: Sie haben vor, sich einen Wohnwagen zu kaufen? Dann sollten Sie sich vorab überlegen, wo dieser abgestellt wird, wenn er nicht benutzt wird. In Deutschland darf ein abgekuppelter Wohnwagen nur maximal zwei Wochen an einer öffentlichen Straße geparkt werden. Für Abstellplätze mit Überdachung (empfehlenswert für den Winter) werden je nach Anbieter und Ort bis zu 150 Euro monatlich fällig.
  • Wildcampen verboten: In Deutschland sind „Übernachtungen am Straßenrand“ mit dem Wohnwagen fast überall verboten. Zwar gibt es Ausnahmen, etwa zur „Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit“, aber grundsätzlich sollten Sie sich immer einen zugelassenen Campingplatz entlang der Route suchen.
  • Wohnwagen richtig beladen: Achten Sie vor der Abfahrt darauf, den Wohnwagen richtig zu beladen. Einerseits gilt es, das maximal zulässige Beladungsgewicht nicht zu überschreiten. Andererseits muss alles sicher verstaut werden, so dass während der Fahrt auch bei einer Vollbremsung nichts durch den Wohnwagen katapultiert wird.
  • Regeln kennen: Die auf Autobahnen zulässige Höchstgeschwindigkeit für PKW mit Wohnwagen sind in der Regeln 80 km/h. Erfüllen Zugfahrzeug und Anhänger bestimmte Voraussetzungen, dürfen Sie auch 100 km/h fahren.
  • Wohnwagen ausrichten: Für ein ungetrübtes Camping-Vergnügen ist das richtige Ausrichten des Wohnwagens entscheidend. Eine Wasserwaage hilft hier weiter. Inzwischen gibt es aber auch schon elektronische Lösungen samt Smartphone-App
  • Versicherung: Prüfen sie vor der ersten Fahrt, ob Sie alle notwendigen Versicherungen für Ihren Wohnwagen abgeschlossen haben. Eine Haftpflichtversicherung ist Pflicht, eine Teilkaskoversicherung hinsichtlich Diebstahl und Elementarschäden zumindest ratsam.

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