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Wallbox und Photovoltaikanlage laden das Elektroauto mit grünem Strom

Für uns stand schon früh fest, dass der Elektromobilität die Zukunft gehört – und so haben wir bereits bei der Planung unseres Neubaus entsprechende Vorkehrungen getroffen. Dazu zählt unter anderem eine leistungsstarke Photovoltaikanlage auf dem Dach, die genug Energie liefert, um nicht nur die Verbraucher im Haushalt, sondern auch ein Elektroauto mit grünem Strom zu versorgen. Etwaige Überschüsse fließen in einen Stromspeicher, der die Energieversorgung des Einfamilienhauses in den Abend- und Nachtstunden sicherstellt. So wird eine Autarkiequote von mehr als 90 Prozent möglich. In anderen Worten: Wir beziehen (je nach Monat) lediglich 1 bis 9 Prozent unseres Stroms aus dem öffentlichen Netz.

Aber kommen wir zurück zum Thema Elektromobilität. Jeder, der über die Anschaffung eines Elektroautos nachdenkt, muss sich früher oder später auch mit den Lademöglichkeiten auseinandersetzen. Das gilt nicht nur für Hausbesitzer, sondern auch für diejenigen, die in einer Eigentumswohnung leben oder zur Miete wohnen.

Mennekes – Wallbox

Eine Wallbox lässt sich einfach und platzsparend an der Wand montieren.

Mit einer Wallbox das Elektroauto laden – die Grundlagen

Als ich damals mit meiner Recherche begonnen habe, bin ich zunächst auf „Charge Up Your Day!“ gestoßen. Dabei handelt es sich um ein Portal des Wallbox-Anbieters Mennekes, auf dem man durch die Beantwortung einfacher Fragen einen guten ersten Überblick über die unterschiedlichen Ladelösungen bekommt. Egal, ob Hauseigentümer, Mieter, Vermieter, Unternehmer, Flottenbetreiber oder Restaurantbesitzer – jeder bekommt hier die für seinen Bedarf passende Lösung aufgezeigt.

Für viele der wohl wichtigste Faktor bei einer Wallbox ist die Ladeleistung:

  • 3,7 kW: die Ladezeit eines Renault Zoe mit 22-kWh-Batterie beträgt hier rund 6 Stunden.
  • 11 kW: die Ladezeit verkürzt sich auf 2,5 Stunden.
  • 22 kW: in knapp 1,5 Stunden ist die Batterie des Renault Zoe gefüllt.

Nun muss man allerdings bedenken, dass etwa die Batterie des Audi e-tron mit 97 kWh mehr als vier Mal so groß ist – und dementsprechend auch die Ladezeiten vervierfacht werden müssen. Mit einer 3,7-kW-Wallbox braucht man da schon jede Menge Geduld.

Warum also nicht gleich zur 22-kW-Wallbox greifen? Dafür gibt es zwei einfache Gründe:

  1. Eine Wallbox mit einer Ladeleistung von 3,7 oder 11 kW muss beim Netzbetreiber lediglich angemeldet werden. Bei einer 22-kW-Wallbox ist dagegen dessen Zustimmung erforderlich. Befürchtet der Netzbetreiber, dass es durch die Wallbox zu einer Überlastung des lokalen Stromnetzes kommen kann, hat er das Recht, die Installation zu untersagen.
  2. Gerade bei Einfamilienhäusern ist der Zählerplatz oft nicht auf so hohe Dauerleistungen ausgelegt.  Mit einer Wallbox mit 11 kW liegt man hier bereits an der Grenze der Belastbarkeit.

Aus diesem Grund ist es umso wichtiger, den Hausanschluss VOR dem Kauf einer Wallbox von einem zertifizierten Elektriker prüfen zu lassen. Auch die Installation sollte nur von einem Fachmann durchgeführt werden. Im Internet kursieren zwar diverse Do-It-Yourself-Anleitungen, aufgrund der Kurzschluss- und Brandgefahr bei einem fehlerhaften Einbau sollte man davon jedoch absehen.

Zudem sollte man beim Thema Ladeleistung im privaten Bereich auch immer bedenken, dass man sein Elektroauto in 99 Prozent aller Fälle nur während längerer Standzeiten (über Nacht oder am Wochenende) lädt. 11 kW sind in diesem Kontext mehr als ausreichend. Selbst der oben genannte Audi e-tron wäre mit 11 kW in 8,5 Stunden vollständig geladen.

Mennekes – BMW i3

Der BMW i3 braucht an einer Wallbox mit 11 kW rund vier Stunden, bis er vollständig geladen ist.

Das intelligente Zusammenspiel zwischen Photovoltaikanlage und Wallbox

So richtig interessant wird das Thema Wallbox meiner Meinung nach allerdings erst im Zusammenspiel mit einer Photovoltaikanlage. Aus diesem Grund haben wir uns auch für die Amtron Xtra-Wallbox von Mennekes entschieden. Das Besondere an diesem Modell: Die Wallbox kann als einzige am Markt mit dem Energiemanager unserer Photovoltaikanlage kommunizieren.

Man muss sich das so vorstellen: Unsere Photovoltaikanlage erzeugt tagsüber eine bestimmte Menge an Energie, die dem Haushalt (und damit auch der Wallbox) in Form von Strom zur Verfügung steht. Zu Spitzenzeiten sind das über 20 kW. Schiebt sich allerdings eine Wolke vor die Sonne oder wird das Wetter plötzlich schlechter, kann die Erzeugung vorübergehend auf 3 bis 6 kW zurückgehen. Lade ich nun unseren BMW i3 an einer konventionellen Wallbox mit einer Ladeleistung von 11 kW, bleibt der Ladestrom konstant. Wenn also nur noch 4 kW auf dem Dach produziert werden, müssen die restlichen 7 kW teuer aus dem öffentlichen Stromnetz eingekauft werden.

Mennekes Wallbox

Anders verhält es sich bei der Amtron Xtra. Sobald auf dem Dach weniger Strom erzeugt wird, als für die Ladeleistung von 11 kW erforderlich ist, teilt der Energiemanager das der Wallbox in Echtzeit mit. Diese wiederum passt ihre Ladeleistung dynamisch an. Dadurch können wir unser Elektroauto nahezu zu 100 Prozent mit Strom aus eigener Produktion laden. Unter Berücksichtigung aller steuerlichen Aspekte ergeben sich so Stromkosten von gerade einmal 1,70 Euro pro 100 Kilometer.

Wenn es ausnahmsweise doch mal schnell gehen muss, können wir selbstverständlich auch die vollen 11 kW Ladeleistung abrufen. Ganz unabhängig von der Photovoltaikanlage. Das lässt sich alles komfortabel per App regeln, da die Wallbox in unser WiFi eingebunden ist.

Mennekes Wallbox

Was kostet eine Wallbox und welche Alternativen zu Mennekes gibt es?

Die Preise für eine individuelle Ladelösung schwanken mit unter stark. Günstige Einstiegsmodelle sind bereits für rund 900 Euro zu haben. Im Premium-Bereich, in den die hier getestete Amtron Xtra von Mennekes fällt, werden rund 2.000 Euro fällig.

Hinzukommen die Kosten für die Installation. Bei uns lagen diese nur bei rund 150 Euro. Wir hatten aber bereits in der Bauphase ein Kabel in der Garage verlegt und den Zählerschrank vorbereitet. Anders sieht es bei älteren Häusern aus, bei denen erst noch Kabel zum Stellplatz gezogen und Umbauten am Verteiler vorgenommen werden müssen. Hier können die Kosten auch auf 500 Euro oder mehr steigen. In jedem Fall lohnt es sich, beim zuständigen Versorger oder der Gemeinde nachzufragen, ob es eventuell Zuschüsse für die Installation einer Wallbox gibt.

Wir haben uns letztendlich für die Amtron Xtra entschieden, weil Mennekes als deutsches Unternehmen schon seit Jahrzehnten über Expertise im Bereich Elektrotechnik verfügt. Zudem hat kein anderer Hersteller die Schnittstelle zu unserer Photovoltaikanlage über den Energiemanager von SMA im Portfolio. Wer auf selbige verzichten kann und auch keine App-Steuerung oder ähnliches benötigt, für den gibt es freilich auch Alternativen. Diese hat der ADAC hier getestet.

Wallbox Test

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