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2019 Renault Grand Scénic Fahrbericht Test Review

1996 war es, als der erste Renault Scénic auf den Markt stürmte und sofort ein Publikumsliebling wurde. Eine „tolle Kiste“ war er. Der Slogan, der damals auf den Renault R4 zutraf, konnte auf die Variabilität und Nutzbarkeit des Renault Scénic allemal angewendet werden. Nun, rund 23 Jahre später, stellt sich Generation Nummer vier dem Drive Check. Wir wollen einmal schauen, was der Renault Grand Scénic auf dem sprichwörtlichen Kasten hat und ob er eine gute Alternative zu den heute so beliebten SUVs ist.

2019 Renault Grand Scénic Fahrbericht

2019 Renault Grand Scénic Fahrbericht

Renault Grand Scénic Design Check

Das Jahr 1996 haben wir bereits abgehakt. Es war das Jahr der Markteroberung des Renault Scénic. Rund 20 Jahre später, also im Jahr 2016, kam die mittlerweile vierte Generation auf den Markt und wirkt modern und gefällig. Und es gibt ihn, wie es seit der zweiten Generation statuiert ist, in zwei Längen: Einmal als Renault Scénic und einmal den gefahrenen Renault Grand Scénic. Mit Abmessungen von 4,40 m bzw. rund 4,64 m in der Länge und Radständen von 2,73 m und 2,80 m sind beide Varianten noch recht kompakt. Zum Vergleich: Ein aktueller Opel Astra Sportstourer misst stattliche 4,70 m.

2019 Renault Grand Scénic R+V24 Drive Check

2019 Renault Grand Scénic R+V24 Drive Check

Klein sind beide Versionen aber natürlich auch nicht und das wirkt auch auf den ersten Blick so. Durchaus stattlich und imposant bauen die Vans auf. Der kräftige Eindruck rührt sowohl von der starken Schulterpartie, als auch vom klein gehaltenen Greenhouse her. Zudem geizten die Designer mit Sicken und Kanten, sodass die französischen Vans schnörkellos auftreten.

Große Räder, schmale Reifen!

Große Räder, schmale Reifen!

Und sie pflegen einen ernsthaften Auftritt. An der Front schauen die Scheinwerfer grimmig und betonen mit dem breiten Grill das „Rhombe“ – das klassische Renault-Markenemblem. Spannend ist die untere Fensterlinie, die auf Höhe der B-Säule einen Knick macht und nach hinten hin ansteigt – französischer Chic! Am Heck unterscheiden sich die beiden Brüder schließlich. Während die Version mit kurzem Radstand mit horizontal angeordneten Rückleuchten vorfährt, sind sie beim Renault Grand Scénic in einer L-Form ausgeführt und ziehen sich bis in die D-Säule. Beides durchaus attraktiv. Das gilt auch für das Räderwerk, das serienmäßig (!) im 20-Zoll-Format vorfährt. Die aufgezogenen Reifen haben indes nur eine Breite von 195 mm – heutiges Kleinwagenformat, das aber dem Verbrauch geschuldet ist.

Ist der 2019 Renault Grand Scénic ein gutes Familienauto?

Ist der 2019 Renault Grand Scénic ein gutes Familienauto?

Renault Grand Scénic Innenraum Check

Der Innenraum ist hingegen alles, nur nicht im Format eines Kleinwagens gestaltet. Allein der Kofferraum: Hier gehen, je nach Bestuhlung, zwischen 718 bis sagenhafte 1.901 Liter hinein. Der Großeinkauf im Möbelhaus ist also sicher. Zumindest, wenn man zu zweit unterwegs ist. Nutzt man die volle Bestuhlung, ist kaum noch Ladevolumen verfügbar, da die optionale dritte Sitzreihe (800 Euro Aufpreis) das Volumen größtenteils schluckt. Zwar sind diese Sitze recht komfortabel, dafür ist der Knie- und Beinraum sehr beengt. Platz haben hier eigentlich nur Kinder.

Kofferraumvolumen mit sieben Sitzen

Kofferraumvolumen mit sieben Sitzen

Also klappt man die dritte Sitzreihe am besten weg  oder bestellt sie gar nicht erst und hat ein großes Ladeabteil.

Kofferraumvolumen mit fünf Sitzen

Kofferraumvolumen mit fünf Sitzen

Soll es noch größer werden, verschiebt man die Sitze in der zweiten Reihe oder baut sie einzeln aus. Der Variabilität sind kaum Grenzen gesetzt.

Ebene Ladefläche im Renault Grand Scenic

Ebene Ladefläche im Renault Grand Scenic

Nutzt man den Fond für Passagiere, ergeben sich kommode Sitzgelegenheiten, die durch ihre tiefe Anbringung aber stark angewinkelte Beine erfordern. Dafür können sich die Hintensitzenden über Tabletts an den Rückseiten der Vordersitze freuen.

Ausreichend Platz für Kind und Kegel!

Ausreichend Platz für Kind und Kegel!

Das Gestühl vorn wirken fast so, als wäre es für einen Sportler gedacht, so stark ausgeformt ist es. Dafür ist es aber recht weich gepolstert. Das gilt auch für die rundum verbauten Kopfstützen, die sehr groß und bequem sind.

Die verstellbare Mittelarmlehne ist nur ein Gimmick, der Renault bietet noch mehr!

Die verstellbare Mittelarmlehne ist nur ein Gimmick, der Renault bietet noch mehr!

Spaß macht das Panorama-Glasdach! Wirken die Seitenscheiben noch etwas klein, was auch der ansteigenden Fensterlinie geschuldet ist, lässt das große Glasdach viel Licht ins Interieur des Renault Grand Scénic. Und auch die große Windschutzscheibe unterstützt diesen Eindruck.

Ungewöhnliches Design im Innenraum!

Ungewöhnliches Design im Innenraum!

Modern geht es mit den digitalen Instrumenten zu, die auf einem TFT-Display angezeigt werden. Nicht immer typisch für einen Renault, sind sie aber intuitiv direkt vor dem Fahrer angebracht.

Digitales Display - alles gut abzulesen!

Digitales Display – alles gut abzulesen!

Eine Etage darüber wird ein optionales Head-Up Display in die Windschutzscheibe projiziert, was die Sicherheit beim Fahren steigert. Nicht immer logisch ist hingegen das hochformatige Infotainment umgesetzt. Das „kleinere“ System kommt mit einem 7-Zoll-Display, während die Top-Version auf 8,7-Zoll-vertraut. Nach etwas Eingewöhnung geht aber alles gut von der Hand.

Große Kacheln, aber kein Drehrad für die Lautstärke!

Große Kacheln, aber kein Drehrad für die Lautstärke!

Bei der Sicherheit lässt der Renault Grand Scénic nichts anbrennen. Neben einer kompletten Airbag-Sammlung steht ein serienmäßiger Notbremsassistent mit Fußgängererkennung bereit. Optional sind ein adaptiver Tempomat, eine Müdigkeitserkennung, eine Rückfahrkamera und ein Toter-Winkel-Warner erhältlich.

Renault Grand Scénic Motoren Check

Die Wahl der richtigen Motorisierung ist nicht einfach beim Renault Grand Scénic. Temperamentvoll ist keines der Aggregate so richtig. Aber muss ein Familienvan – auch wenn er so chic ist, wie der Renault Grand Scénic – unbedingt ein Sportler sein? Das muss jeder selbst wissen.

Blick unter die Haube!

Blick unter die Haube!

Zur Wahl steht etwas der TCE 115 mit 115 PS, also 85 kW, die aus 1.2 Litern Hubraum geschöpft werden. Die 190 Nm reißen keine Bäume aus, reichen im Alltag aber. Gekoppelt an die eher kommod ausgeführte Sechsgang-Handschaltung sind auch die Fahrleistungen ausreichend: In 12,5 Sekunden wird auf 100 km/h gespurtet, Schluss ist bei 195 km/h Topspeed. Der Verbrauch soll bei 6,1 Litern liegen, wer Leistung fordert, wird aber einen bis zwei Liter mehr benötigen.

Bei den Benzinern rangiert darüber ein 1,33 Liter großer Vierzylinder-Turbomotor, der 103 kW/140 PS generiert und es auf immerhin 240 Nm bei 1.600 U/min schafft. Gekoppelt wird dieser an ein 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe oder eine Sechsgang-Handschaltung, wobei das EDC etwas langsam agiert. In 10,4 Sekunden geht es auf 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit ist gleich mit dem Einstiegsmodell. Top-Benziner ist beim Renault Grand Scénic der TCe 160: Der 1,33 Liter Vierzylinder-Benziner entwickelt 117 kW/160 PS sowie 270 Nm bei 1.800 U/min. Auch hier bleibt einem die Wahl zwischen einem Schaltgetriebe oder dem 7-Gang-EDC. Als Einziger unterbietet er mit 9,5 die 10-Sekunden-Marke und ist 208 km/h schnellt.

Die Fahrassistenten können über das Info-System eingestellt werden.

Die Fahrassistenten können über das Info-System eingestellt werden.

Bei den Dieseln geht es mit dem sehr gemütlichen Blue dCi 120 los. Der 1,75 Liter Vierzylinder-Diesel entwickelt 88 kW/120 PS und 300 Nm bei typischen 1.750 U/min. Weit entfernt von zügig darf die Beschleunigung von 14,5 Sekunden auf 100 km/h bezeichnet werden, während die Höchstgeschwindigkeit kaum langsamer als beim Einstiegsbenziner ausfällt. Mehr Schmalz hat der ebenfalls 1,75-Liter große Selbstzünder mit 110 kW/150 PS und 340 Nm. Damit ist man in 12,4 Sekunden auf Landstraßen-Tempo und maximal 208 km/h schnell. Die Verbräuche der Diesel sollen zwischen 4,8 und 5,9 Litern laut Werksangabe liegen.

Freundliches Gesicht?!

Freundliches Gesicht?!

Renault Grand Scénic Preis Check

Los geht das Vergnügen beim Renault Grand Scénic bei 24.890 Euro für den Limited. Der bringt neben einer Klimaautomatik für zwei Zonen (bei allen Granc Scénic serienmäßig), schwarze Außenspiegel, einen Fernlichtassistenten sowie einen Tempomaten mit. Darüber rangiert der Limited Luxe für mindestens 26.880 Euro. Hier sind die empfehlenswerte Einparkhilfe rundum mit Rückfahrkamera, das Renault R-Link 2 Navigationssystem mit 7-Zoll-Display sowie ein Spurhalte-Warner und abgedunkelte Scheiben mit Jalousien hinten inklusive. Als Top-Modell steht der Renault Grand Scénic Bose in der Preisliste, der mindestens auf 30.190 Euro kommt. Hier sind das oben erwähnte, große Navigationssystem, ein Nappaleder-Lenkrad und – natürlich – ein Bose-Soundsystem inbegriffen.

Renault Grand Scenic Test

Renault Grand Scenic Test

Renault Grand Scénic Zielgruppencheck und Fazit

Der Renault Grand Scénic ist auch in der vierten Generation eine „tolle Kiste“. Gerade sein Design spricht an und nimmt der Kategorie „Van“ viel von ihrem eher schnöden Charakter. Der Franzose ist höchst variabel, wenig sportlich, dafür angenehm komfortabel und bietet sich somit als solides Familienauto an. Das Fahrverhalten ist exakt so wie man es erwarten würde. Wer vielleicht einen Kinderwagen und Reisegepäck hinten verstauen möchte, dem sei der „Grand“ angeraten, alle anderen könnten auch mit dem kurzen Scénic auskommen. Die optionalen, zusätzlichen Sitze sind ohnehin entbehrlich. Als Ausstattung bietet sich das mittlere Niveau an – mehr braucht es nicht. Auch kein SUV, das zwar dieselbe angenehme Sitzhöhe, aber wenig Variabilität und Raum mitbringt.

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