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2019 Peugeot Rifter Fahrbericht Test Review

Vielleicht fühlt es sich nur so an, aber es scheint so, als fährt jeder heute eines dieser ach so praktischen SUVs. Hochgelegte Kompaktkombis im Pseudo-Offroader-Look, die weniger praktisch sind, als man es glaubt. Für Familien bietet sich ein geräumiger Van eigentlich mehr an und ist viel problemloser. Schiebetüren, große Heckklappe, bequemer Einstieg – genau das bietet der Peugeot Rifter. Welche Familienqualitäten der französische Würfel mit sich bringt, zeigt der Drive Check.

Peugeot Rifter Fahrbericht

Peugeot Rifter Fahrbericht

Peugeot Rifter Design Check

In einem dürfte Einigkeit herrschen: Menschenmassen werden nicht vor diesem Van stehenbleiben und seine Schönheit bewundern. Das hätten wir also geklärt. Allerdings darf man festhalten, dass es sich beim Peugeot Rifter um ein Derivat dieser Gattung handelt, das französischen Charme versprüht. Und so zeigt sich, dass Van-Design nicht zwangsläufig langweilig sein muss.

Peugeot Rifter Test

Peugeot Rifter Test

So ließen es sich die Designer nicht nehmen, dem Franzosen einen grimmigen Blick zu bescheren. Ernst blickt der Peugeot Rifter aus seinen Scheinwerfer-Linien, wie der Terminator, kurz bevor er in flüssigen Stahl getunkt wird. Das wünschen wir dem Rifter natürlich nicht, ist er schließlich ein ganz lieber Zeitgenosse, der jedoch die ein oder andere Unwegsamkeit auf seinem Weg wegsteckt. Dafür sorgt die Kunststoffbeplankung rundum. An der Front ist die Schürze mit schwarzen Kunststoffelementen eingefasst, mittig sogar mit angedeutetem Unterfahrschutz. Dabei bleibt es natürlich nicht: Eingefasst sind die Radhäuser, die Uunterkanten der Türen und natürlich auch die Heckschürze.

Peugeot Rifter R+V24 Drive Check

Peugeot Rifter R+V24 Drive Check

Und sonst? Ein typischer Van. Ein Kastenwagen. One-Box-Design. Das sind die Stichworte, die bei der Betrachtung des Peugeot Rifter fallen. Und wenn man den Franzosen nicht gerade in leuchtendem Orange bestellt, ist er ein unauffälliger Zeitgenosse. Erst auf den zweiten Blick fallen die Einzüge an den Flanken und die dezenten Sicken und Kanten auf. Charmant, aber unaufdringlich. Der Mut verließ die Designer hingegen am Heck. Vertikale Rückleuchten, ein angedeuteter Unterfahrschutz passend zur Front und … nun, das war´s auch. C´est la vie!

Peugeot Rifter Innenraum Check

Bevor wir zum praktischen Teil des Familien-Vans kommen, soll ein Thema bereits an dieser Stelle geklärt sein: Auch der Peugeot Rifter fährt mit dem i-Cockpit vor und schließt damit zu seinen Geschwistern auf. Das heißt, dass die Instrumente weit nach oben auf die Armaturentafel wandern und so eigentlich direkt im Blickfeld des Fahrers liegen sollen. Das schier winzige Lenkrad möchte beim Blick auf die Instrumente unterstützen. Schade, Schokolade: Je nach Körpergröße und dazugehöriger Sitzstellung, verdeckt das Lenkrad die Instrumente und verfehlt damit den eigentlichen Sinn des i-Cockpit. Ansonsten wirkt das Armaturenbrett aufgeräumt, die Instrumente sind hübsch gezeichnet und klar ablesbar. Außerdem ist das Infotainment angenehm hoch montiert und zeigt auf seinem 8-Zoll-Touchscreen nicht nur die eigene Bedienlogik, sondern auch Apple CarPlay oder Android Auto an. Ein wenig gewöhnungsbedürftig ist hingegen die hoch aufragende Mittelkonsole, die den Eindruck schafft, in einem Flugzeug-Cockpit zu stecken. Nach einer Zeit ist aber auch das nicht mehr ungewöhnlich.

Peugeot Rifter Innenraum

Peugeot Rifter Innenraum

Ganz im Gegenteil. Nach der Eingewöhnung erfreut man sich an den zahlreichen Ablagen, wie eben im Mitteltunnel. Oder in den Türen, im Dachhimmel und Gott weiß wo sonst noch. War der erste Renault Scénic eine wahrlich tolle Kiste mit Ablagen, die so manche Familie bei der Suche nach dem Hausschlüssel an den Rand des Auseinanderbrechens getrieben haben, muss sich der Rifter hier nicht verstecken. Ablagen sind quasi überall zu finden. Um den Zynismus für einen Moment abzulegen: Diese Eigenschaft ist natürlich überaus praktisch und sinnvoll.

Platz für drei Kindersitze!

Platz für drei Kindersitze!

Über alle Maße praktisch ist erst recht eines: Der große Kofferraum. Bei einer Außenlänge von 4,40 m hätte man dem Kastenwagen nicht zugetraut, dass sich 571 Liter Basisvolumen in ihm verstecken. Die Langversion mit 4,75 m Außenlänge verträgt sogar 775 Liter – beachtlich! Richtig erstaunlich wird es, wenn man die drei Rücksitze umlegt und die fast ebene Ladefläche betrachtet: Je nach gewählter Fahrzeuglänge, können bei dachhoher Beladung bis zu 2.700 bzw. gar 4.000 Liter in den Rifter geladen werden. Wenn die Tochter zum Studieren also ausziehen möchte, muss man den Weg zur Autovermietung gar nicht erst antreten. Sind die Kinder hingegen im Kindersitz-Alter, darf man sich ebenfalls mit dem Rifter anfreunden, schließlich passen drei Kindersitze nebeneinander. Erwachsene werden hingegen die eng geschnittenen Einzelsitze im Fond beklagen.

Kommen wir zum letzten Lob über die Praktikabilität: Die Türen und Klappen! Zwei Schiebetüren erleichtern nicht nur den Zustieg in engen Parklücken, sondern nehmen auch jegliche Angst, dass die Kleinen die Tür an ein fremdes Auto ecken. Obendrein kann man sich leicht in den Fond lehnen, um Kind und Kegel anzugurten. Am Heck findet sich noch eine Finesse: Das separat zu Öffnende Heckklappen-Fenster. So kommt man leicht an die Dachablage heran, in der man idealerweise sein Warndreieck, den Verbandskasten und – je nach Bedarf, die Hundeleine verstaut hat.

Peugeot Rifter Motoren Check

Niemand wird sich wundern, dass der Peugeot Rifter keine Rennmaschine ist. Und, da werden wir uns ebenfalls alle einig sein: Er muss es auch gar nicht. Entsprechend ist der französische Kastenwagen mit seinem 1.2 Liter Dreizylinder-Benziner gut motorisiert. Dank Turboaufladung generiert der PureTech 110, so der genaue Name, 81 kW/110 PS und 205 Nm an maximalem Drehmoment. Jenes steht, eher Dieseltypisch, bei niedrigen 1.750 U/min an.

Ein Hochdachkombi muss nicht langweilig aussehen!

Ein Hochdachkombi muss nicht langweilig aussehen!

Legt man es darauf an, beschleunigt der Van in 11,7 Sekunden auf 100 km/h und ist maximal 169 km/h schnell. Interessiert eigentlich nicht, soll der Vollständigkeit halber aber erwähnt sein. Viel wichtiger ist da eher, dass der Rifter ein sauberer und recht sparsamer Zeitgenosse ist. Dank Benzinpartikelfilter ist die Euro 6d-Temp Abgaseinstufung kein Problem. Die 5,5 Liter Durchschnittsverbrauch laut Werk sind niedrig, dürfen in der Realität und bei Ausnutzung des Raumes aber um einen bis 1,5 Liter ergänzt werden.

Peugeot Rifter Preis Check

Ein Geheimtipp in Sachen Preis ist der Peugeot Rifter nicht gerade. Mit einem Basispreis von 20.740 Euro liegt der Franzose auf Augenhöhe mit dem Seat Ateca – einem der beliebtesten SUVs am Markt. Für diesen werden gerade einmal 240 Euro mehr fällig. Für den Basispreis bekommt man den Peugeot Rifter mit sechs Airbags, einer Zentralverriegelung mit Fernbedienung, einem Tempomaten, einer Verkehrsschilderkennung und einem Spurhalteassistenten. Obendrein ist ein Basisradio installiert – da kann der Ateca nicht mithalten. Was zwingend fehlt ist hier eine Klimaanlage.

Praktisch: Zwei Schiebetüren und eine zweigeteilte Heckklappe!

Praktisch: Zwei Schiebetüren und eine zweigeteilte Heckklappe!

Also sollte man zum Modell „Active“ greifen. Jenes ist zu einem Preis von 22.420 Euro erhältlich und bietet neben der Klimatisierung ein Multifunktionslenkrad und – viel wichtiger – die zweite Schiebetür. Wer es richtig krachen lassen möchte, der wählt die GT-Line für mindestens 25.640 Euro. Dann bekommt man ein Keyless-System, eine Einparkhilfe rundum, das separat zu öffnende Heckfenster sowie das große Infotainmentsystem.

Rund um: Ein gutes Fahrzeug!

Rund um: Ein gutes Fahrzeug!

Peugeot Rifter Zielgruppencheck und Fazit

Wie hoch man beim Peugeot Rifter ins Regal greift, ist Geschmackssache. Ausreichend ist eigentlich bereits die zweite Ausstattungsvariante, da sie alle essenziellen Extras bietet, die ein Van braucht. Die höherwertigen Ausstattungen bringen mehr Pfiff – sowohl optisch, wie auch praktisch. Praktisch ist der Van aber ohnehin, bietet er einen großen Laderaum und viel Platz für die Familie. Dazu kommen die beiden Schiebetüren – ein echtes Muss. Und so stellt sich die Frage, ob man ein cooles SUV nicht vielleicht doch hinten anstellt und einfach mit Peugeot Rifter glücklich wird. Das Potenzial zum unaufgeregten Alltagshelden hat er.

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