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Urlaub mit dem Wohnmobil: Welche Aufbauart soll es sein?

Einfach einsteigen, losfahren und sich ins Abenteuer stürzen – das ist für viele die Traumvorstellung eines Urlaubs mit dem Wohnmobil. Bei kaum einer anderen Urlaubsart kann man seine Reiseroute so flexibel und individuell gestalten. Eine Tour mit dem Camper durch Europa und dabei eins sein mit der Natur? Oder gar eine Fernreise in die Wildnis Kanadas? Alles erscheint möglich.

Seit Jahren erlebt die Wohnmobil-Branche in Deutschland einen regelrechten Boom. Wurden 2015 noch 26.300 Wohnmobile neu zugelassen, waren es 2018 bereits 43.700. Das entspricht einem Plus von 66 Prozent. Demgegenüber steht ein Zuwachs von lediglich 31 Prozent bei Wohnwagen.

Bevor man sich allerdings den Traum von Unabhängigkeit erfüllt, um die Schönheit der Natur zu genießen, sollte man sich überlegen, welcher Wohnmobil-Typ der Richtige ist.

Ein Kompaktcamper bietet seinen Besitzern ein Maximum an Flexibilität – dafür muss man allerdings auf Annehmlichkeiten wie eine Dusche oder ein WC verzichten.

Die unterschiedlichen Wohnmobil-Aufbauart im Überblick

Wer sich mit dem Thema Wohnmobil beschäftigt, wird schnell feststellen, dass es eine große Bandbreite an verfügbaren Modellen gibt. Diese variieren unter anderem in Größe und Aufbauart. Dementsprechend hat jeder Reisemobil-Typ seine Stärken und Schwächen:

Kompaktwohnmobil

Kompaktcamper:

  • umgebauter Van (zu den Klassikern zählen die V-Klasse von Mercedes und der T6 von VW)
  • geeignet für kürzere Städtetrips sowie Wochenendausflüge auf den Campingplatz
  • ideal für Paare
  • Vorteile: hohe Flexibilität und Alltagstauglichkeit
  • Nachteile: geringes Platzangebot, eingeschränkte Stehhöhe, kaum Komfort (kein WC, Dusche oder Küche)
  • Preis: ab 35.000 Euro

Ford Campingbus

Ausgebauter Campingbus:

  • ausgebauter Kastenwagen mit mehr Platzangebot als ein Kompaktcamper
  • geeignet für längere Städtetrips sowie Ausflüge auf den Campingplatz
  • ideal für Paare, bietet je nach Modell aber auch Platz für vier Personen
  • Vorteile: hohe Flexibilität und Alltagstauglichkeit, je nach Modell mit Küche und Sanitäranlagen
  • Nachteile: reduzierter Stau- und Innenraum, Schiebetüren, auf längeren Reisen wenig komfortabel
  • Preis: ab 40.000 Euro, gut ausgebaute Modelle kosten aber schnell 60.000 Euro oder mehr

Wohnmobil mit Alkoven

Wohnmobil mit Alkoven: 

  • Klassiker unter den Wohnmobilen mit „vorgewölbter Nase“ (Alkoven) über dem Fahrerhaus als Schlafplatz
  • geeignet für längere Urlaube mit dem Wohnmobil
  • ideal für kleine und große Familien
  • Vorteile: schon sehr nahe am „Haus auf Rädern“ mit Sitzgruppe, Küche und Bad
  • Nachteile: hoher Kraftstoffverbrauch, eingeschränkte Flexibilität, insbesondere im urbanen Umfelds, allabendliche Kletteraktion in den Alkoven liegt nicht jedem.
  • Preis: ab 45.000 Euro, luxuriöse Modelle können bis zu 200.000 Euro kosten

Teilintegriertes Wohnmobil

Grundriss

Teilintegrierte Wohnmobile: 

  • das Fahrerhaus ist in den Wohnbereich integriert (Fahrersitze können zum Teil der Sitzgruppe gemacht werden)
  • geeignet in erster Linie für Paare, wobei auch weitere Personen in einigen Modellen Platz finden
  • Vorteile: kompakte Bauweise, höherer Fahrkomfort, geringer Kraftstoffverbrauch, mittlerer bis hoher Komfort
  • Nachteile: oft nur ein Hubbett im Wohnbereich, um Platz zu sparen, schlechte isoliertes Fahrerhaus
  • Preis: ab rund 60.000 Euro

Integriertes Wohnmobil
Integriertes Wohnmobil

Integrierte Wohnmobile: 

  • hoher Wohnkomfort, durch großzügige Frontscheibe und ein einzigartiges Raumgefühl
  • geeignet für anspruchsvolle Paare und Familien, die unterwegs auf nichts verzichten möchten
  • Vorteile: Fahrerhaus ist nahtlos in den Wohnbereich integriert, hoher Komfort
  • Nachteile: teuer im Anschaffungspreis, höhere Wartungskosten und oft schwerer als 3,5 Tonnen (unter Umständen ist eine zusätzliche Fahrerlaubnis notwendig)
  • Preis: ab rund 70.000 Euro

Liner

  • High-End-Wohnmobile auf Lkw-Basis für Luxusliebhaber
  • es gibt Modelle mit ausfahrbaren Erkern und sogar Garagen für kleinere Pkw
  • geeignet für Paare und Familien mit höchsten Ansprüchen
  • Vorteile: vollwertige Luxuswohnungen auf Rädern, üppiges Platzangebot
  • Nachteile: sehr teuer, aufgrund der Größe müssen Einschränkungen bei der Reiseroute in kauf genommen werden, da nicht jede Straße befahren werden kann (und darf).
  • Preis: meist mehrere hunderttausend Euro

Flexibilität oder Komfort – die Qual der Wahl

Wer sich mit einem Wohnmobil den Traum von Freiheit erfüllen möchte, muss somit letztendlich zwischen Flexibilität auf der einen Seite und Komfort auf der anderen abwägen.

Ein Kompaktcamper ist nicht viel größer als ein normaler PKW – und lässt sich dementsprechend auch problemlos durch Großstädte und enge Straßen manövrieren. Man muss sich nie Gedanken darüber machen, ob man einen passenden Parkplatz findet. Dafür verzichtet man – abgesehen von einem Bett – auf jede Form von Komfort. Essen, Duschen und der Gang zur Toilette – all das muss „extern“ gelöst werden. Dafür sind Kompaktcamper bereits ab etwa 35.000 Euro erhältlich.

Ein Kompromiss aus beiden Welten stellen die Alkoven-Modelle dar. Sie sind gerade noch „klein“ genug, um alle gängigen Camping-Destinationen und Sehenswürdigkeiten anfahren zu können. Es gibt im Regelfall eine Dusche, ein WC und eine Kochstelle, sowie Schlafplätze für bis zu sieben Personen. Komfortabel ist es zwar nicht, jeden Abend in das Bett im Alkoven zu klettern, aber dafür sind Wohnmobile dieser Kategorie bereits ab rund 45.000 Euro zu haben. Man kann aber auch in dieser Fahrzeugklasse bereits 200.000 Euro ausgeben.

Am obersten Ende der Komfortskala befinden sich die Liner, die es problemlos mit einer Luxuswohnung aufnehmen können. Bis zu 2,5 Millionen Euro kosten die exklusivsten Modelle, in die dann auch die Garage für den Porsche 911 integriert ist. Letzterer stellt die Mobilität der Luxuscamper sicher, denn mit einem Liner lassen sich nur ganz bestimmte Ziele an- und Routen befahren. Der Grund dafür sind Außenmaße von bis zu 12 Metern in der Länge,  5 Metern in der Höhe und 3 Metern in der Breite.

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