Top Kompaktautos - Kaufberatung

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Die Top Kompaktautos – Die Allrounder für bis zu vier Personen?

Die Top Kompaktautos! Sie bilden die Mitte, die Vernunft, das Erreichbare. Die Rede ist von der Kompaktklasse, die längst ihren „kompakten“ Maßen entwachsen ist. So sind beispielsweise Kompaktkombis mittlerweile eher in der Mittelklasse angesiedelt, während das mittlere Segment eher zu Premium-Mobilen geworden ist – so scheint es zumindest. Welche beliebten Exemplare die Kompaktklasse – oder sollen wir lieber Golfklasse sagen? – bereithält und wie es um ihre Qualitäten als Gebrauchtfahrzeug aussieht, nehmen wir genauer unter die Lupe.

Für wen ist ein Kompaktauto eigentlich das ideale Fahrzeug?

Die hart umkämpfte Kompaktklasse eignet sich fast für jeden! Das klassenlose Fahrzeug bietet ausreichend Platz für Kind und Kegel, aber auch für Sport und Freizeit. Für Familien mit bis zu zwei Kindern sind die meisten Fahrzeuge genauso gut geeignet wie für diejenigen, die es auf dem täglichen Weg einfach etwas bequemer haben wollen. Hundebesitzer finden auch in der Kompaktklasse Fahrzeuge mit einem ausreichend großen Kofferraum, denn schließlich sollen die geliebten Vierbeiner ja nicht unbequem von A nach B kommen. Gebrauchte Fahrzeuge eignen sich Aufgrund der besseren Sicherheitsausstattung auch ideal für Fahranfänger.

Die Top Kompaktautos – BMW 1er Kaufberatung

Premium gibt es nicht nur in der Mittel-, sondern auch in der Kompaktklasse. Das zeigt der BMW 1er der Baureihe F20 ganz klar. Es gibt ihn in zwei Karosserievarianten, also als Drei- und Fünftürer. Den BMW 2er, der auf dem F20 basiert, gilt als sportliches Coupé oder als luftiges Stoffdach-Cabriolet. Den Bayern zeichnet ein besonderes Alleinstellungsmerkmal in der Kompaktklasse aus: Der Heckantrieb! Das macht den Fond recht eng, da fordern der Kardantunnel und der Heckantrieb ihren Tribut. Das Design des BMW 1er, zumindest vor dem Facelift, ist etwas fragwürdig, aber das liegt immer im Auge des Betrachters.

Keine Zweifel bleiben an der Sicherheit des Bayern: Volle fünf Sterne erhält der Kompakte im Euro NCAP Crashtest. In die Vollen greift zudem das Motorenprogramm: Vom 114i bis 140i, von 102 bis 340 PS ist alles erhältlich. Gut beraten ist man mit den Vierzylinder-Benziner 116i, 118i und 120i, die teilweise sehr dynamisch agieren. Die Diesel, sowohl als 118d als auch als 120d drücken ebenfalls ordentlich nach vorn. Den 125d braucht eigentlich niemand so richtig. Besonderes Highlight: Die positiv herausstechende 8-Gang-Automatik – nicht nur für Komfortliebhaber empfehlenswert.

Doch es ist auch Vorsicht geboten, wenn es um die Antriebe geht. Die Kettenspanner geben hier und dort den Geist auf. Die Folge ist ein kapitaler Motorschaden. Deshalb sollte man auf ein sauber geführtes Scheckheft achten. Ansonsten nerven feuchte Scheinwerfer sowie Verschleiß an der Vorderachse. Sogar Rost ist ein Thema beim BMW 1er. Betroffen sind die Bereiche des Unterbodens und des Heckwischers.

Gebrauchte BMW 1er mit dem 116i Vierzylinder starten bei rund 9.000 Euro und haben dann weniger als 100.000 km auf der Uhr. Gönnen sollte man sich die besonders guten Sportsitze und die LED-Scheinwerfer, eine Einparkhilfe am Heck sowieso. Dann gerät man schnell in die Region von 11.000 Euro und mehr.

Die Top Kompaktautos – Audi A3 Kaufberatung

Ein weiterer Premium-Vertreter ist der Audi A3 8V – also die dritte Generation des Ingolstädters. Fünf Sterne im Crashtest sind fast schon obligatorisch, das breite Angebot an Karosserievarianten weckt Interesse. So gibt es den Audi A3 als Drei- und Fünftürer, den so genannte Sportback, sowie als Limousine und Cabriolet. Besonders die viertürige Limousine wirkt dynamisch und chic.

Top Kompaktautos - Audi A3 Kaufberatung

Top Kompaktautos – Audi A3

Die große Motorenpalette passt nur teilweise zu diesem Bild. Sie reicht vom bescheidenen 1.0 Liter Dreizylinder mit aber trotzdem recht dynamischen 85 kW/116 PS bis hin zum Audi RS3 mit dem legendären Fünfzylinder Turbo mit bis zu 294 kW/400 PS. Das Optimum bildet, wie so oft, die Mitte: 150 PS reichen um flott unterwegs zu sein – sowohl als Benziner, wie auch als Diesel.

Dem Premium-Anspruch wird der Ingolstädter mit seiner Zuverlässigkeit gerecht. So glänzt der Audi A3 mit einem sauberen Fahrwerk, auch bei höheren Laufleistungen. Häufiger kommen verschlissene Bremsscheiben oder eine defekte Ladedruckregelung vor. Nichts Wildes also. Gebrauchte starten bei 11.000 Euro – darunter geht nichts. Dazu sollte man sich noch Xenon- oder gar LED-Scheinwerfer gönnen. Als Antrieb sollte es wenigstens der1.4 TSI mit 122 PS sein, der dem sportlichen Ruf ein wenig gerecht wird. Audi A3 als Sportback fangen bei rund 12.000 Euro an, den 1.8 TFSI mit 179 PS und deutlich mehr Spaß bekommt man ab rund 14.000 Euro.

Die Top Kompaktautos – Seat Leon Kaufberatung

Kommen wir vom Audi A3 zum Seat Leon, der seit 2012 gebaut wird. Wie der Ingolstädter auch, basiert er auf dem Volkswagen Golf VII – ein echter Vorteil. Unter den Dreien gilt der Spanier als echter Schönling, der nicht unpraktisch ist und sogar gute Platzverhältnisse aufweist. Highlight: Der Seat Leon fuhr als erster Kompakter der VAG mit Voll-LED-Scheinwerfern vor.

Den Spanier mit den niedersächsischen Wurzeln gibt es in drei Karosserievarianten: Der Dreitürer ist besonders dynamisch, der Fünftürer praktischer und der Seat Leon ST ein echter Packesel. Immerhin 587 Liter Basisvolumen bietet der Spanier. Im Jahr 2017 erfuhr die Baureihe ein vorsichtiges Facelift, das äußerlich kaum Veränderungen brachte.

Top Kompaktautos - Seat Leon Kaufberatung

Top Kompaktautos – Seat Leon

Erhältlich ist der Seat Leon in drei Ausstattungslinien (Reference, Style, FR) sowie mit einer reichhaltigen Motorenpalette. Den Einstieg macht man mit wenig dynamischen 63 kW/85 PS, die Speerspitze erreicht man mit 228 kW/310 PS im Seat Leon ST Cupra R. Das gesunde Mittel bildet der durchzugsstarke 1.4 TSI mit Zylinderabschaltung ACT und 150 PS. Spitzensportler sind die Modelle Cupra und Cupra R, als Kombi ST sogar mit Allradantrieb.

Sicherheit bereitet keine Probleme, da der Leon volle fünf Sterne im Euro NCAP Crashtest erhielt. Nerven können aber eine defekte Abgasrückführung sowie, bei den Dieseln, eine nicht ordnungsgemäß arbeitende Ladedruckregelung. Auch Zündspulen verspeist der Leon gerne. Ansonsten darf der Seat Leon III als echte Empfehlung gelten, die mit kaum Mängeln auffällt. Preislich geht die Reise für einen 1.4 TSI bei rund 11.000 Euro los, soll die 100.000 km-Marke noch nicht überschritten sein.

Die Top Kompaktautos – Ford Focus Kaufberatung

Ein weiterer Kandidat, der es eher dynamisch angehen lässt, ist der Ford Focus der dritten Generation. Die Optik ist wie immer Geschmackssache, die zudem von der Karosserievariante abhängt. Zur Wahl stehen ein Fünftürer, die selten anzutreffende Limousine und der Kombi „Tournier“. Die Platzverhältnisse sind bei allen Varianten, gerade im Fond eingeschränkt. In der ersten Sitzreihe drückt zudem die breite Mittelkonsole auf das Raumgefühl. Liegt das Kofferraumvolumen beim Fünftürer noch im Klassendurchschnitt, ist der Kombi zwar mit einem gut nutzbarem Ladabteil, aber nur mit 490 Litern Volumen gesegnet. Auf der Habenseite steht die gute Sitzposition vorn, während die anfänglich wenig durchdachte Infotainment-Systeme eher auf der Soll-Seite zu verzeichnen sind.

Top Kompaktautos - Ford Focus Kaufberatung

Top Kompaktautos – Ford Focus

Auch beim Ford Focus ist das Motoren-Angebot groß und reicht von 74 kW/100 PS bis 257 kW/350 PS im Ford Focus RS. Jener spurtet dank Allradantrieb in unter fünf Sekunden auf 100 km/h und ist knapp 270 km/h schnell – ein echter Renner. Die Empfehlung für den Alltag ist hingegen der 1.0 Liter Dreizylinder mit 92 kW/125 PS, der mit einem ruhigen Lauf und angenehmem Vorwärtsdrang auffällt.

Sowohl bei der Sicherheit, wie auch bei den Mängeln ist der Ford Focus ein echter Musterknabe. Hüten sollte man sich vor hart rangenommenen Dienstwagen. Erstaunlicherweise zeigen auch diese Modelle wenig Probleme – doch schlafende Hunde soll man ja bekanntlich nicht wecken. Und wenn man etwas gräbt, finden sich doch ein paar Wehwehchen: Der 1.6 Liter Turbodiesel neigt zu Schäden am Lader. Zudem machen bei hohen Laufleistungen und starker Belastung die Fahrwerke schlapp – Verschleißteile eben. Zwar ist Rost noch kein Thema, dennoch könnte der Rostschutz weniger sparsam ausgeführt sein. Dafür ist der Kölner ein wirklich günstiger Vertreter auf dem Gebrauchtwagenmarkt: Der 1.0 Turbo mit unter 60.000 km ist bereits für 7.500 Euro zu haben. Hier bekommt man zwar eine überschaubare Ausstattung, aber für das Bewältigen des Alltags reicht es allemal.

Die Top Kompaktautos – Volkswagen Golf Kaufberatung

Der Klassenprimus – nach ihm wurde diese Gattung an Fahrzeugen benannt: Die Golfklasse. Mit den Jahren wurde aus dem Volkswagen Golf eine ganze Modellfamilie mit einer großen Auswahl an Karosserievarianten. Erhältlich ist der Wolfsburger als Drei- oder Fünftürer, als Variant, als Cabrio (Basis Golf 5/6) oder Hochdach-Version Golf Sportvan.

Neben fünf Sternen im Euro NCAP Crashtest glänzt der Niedersachse besonders mit seiner sauberen, hochwertigen Verarbeitung und seinem zeitlosen Design. Außerdem bietet er komfortable Sitze und ordentliche Platzverhältnisse. So steht beim Golf Variant ein Volumen von 605 bis 1.620 Litern parat. Da kann der Familienurlaub kommen.

Top Kompaktautos - VW Golf Kaufberatung

Top Kompaktautos – Volkswagen Golf

Für jeden etwas dabei sollte im schier riesigen Leistungsangebot sein. Es erstreckt sich über Drei- und Vierzylinder-Motoren mit 63 kW/85 PS bis 300 PS beim super-dynamischen Allrad-Kompakten Golf R. Abermals zeichnet sich der 1.4er Benziner mit 140 bzw. 150 PS dynamisch aus und frisst einem nicht die Haare vom Kopf. Wer viel unterwegs ist, sollte den müden 1.6 TDI links liegen lassen und direkt zum 2.0 TDI mit 110 kW/150 PS greifen. Hier muss man allerdings auf die Euro-6-Abgasnorm achten. Sportlich Orientierten sei der Golf GTI mit Performance Pack ans Herz gelegt. Auch einen Plug-In Hybriden, den Golf GTE, und einen vollelektrischen Golf, den e-Golf gibt es, jedoch sind diese eher Exoten.
Insgesamt genehmigt sich der Volkswagen Golf wenige Schwächen. Diese können aber umso eklatanter sein, wie etwa die Problematik mit gelängten Steuerketten. Zudem fallen die Benziner mit erhöhtem Ölverbrauch auf. Bekannt sind darüber hinaus streikende DSG-Getriebe. Aber auch die Fünfgang-Handschalter bereiten Probleme, die bei den 1.6 Liter Dieseln häufiger vertreten sind. Auffällig sind darüber hinaus Bremsscheiben, die schnell verschleißen und frühzeitig defekte Federn und Dämpfer.

Wer einen Scheckheft-gepflegten Gebrauchten kauft, sollte aber wenig Probleme vorfinden. Aufgrund seiner Beliebtheit, ist die Auswahl am Gebrauchtwagenmarkt riesig und verspricht ein stabiles Preisniveau. Für einen 1.4 TSI in der mittleren Comfortline Ausstattung sollte man mit mindestens 10.000 Euro kalkulieren, wenn es eine Laufleistung unter 100.000 km sein soll.

Die Top Kompaktautos – Opel Astra Kaufberatung

Kommen wir zum einstmals schärfsten Widersacher des Golf, dem Opel Astra der vierten Astra-Generation. Zählt man die Kadett-Vorgänger mit, ist es die zehnte Kompakt-Generation der Rüsselsheimer. Der Opel Astra J wirkt optisch gefällig, aber etwas bieder. Dafür ist er ein ausgewachsenes Kompaktfahrzeug und misst 4,42 m als Fünftürer. Die Platzverhältnisse sind dennoch bescheiden, besonders im Fond. Eingewöhnung bedürfen zudem die vielen Knöpfchen am Armaturenbrett.

Top Kompaktautos - Opel Astra Kaufberatung

Top Kompaktautos – Opel Astra

Ein echtes Problem ist das hohe Gewicht, das dem Hessen bei den Fahrleistungen zu schaffen macht. Die Motorenpalette startet bei müden 64 kW/87 PS und endet beim äußerst sportlichen Opel Astra GTC OPC mit 206 kW/280 PS. Die Wahl sollte mindestens auf den 1.4 Liter Turbo mit 103 kW/140 PS fallen, damit es einigermaßen flott voran geht. Die Fahrwerke geben sich indes fahraktiv, bieten gleichzeitig einen guten Komfort.
Auffällig können die 1.4 und 1.6 Liter Benziner sein, da sie zum Ruckeln neigen. Wurde der Opel Astra in der Opel-Werkstatt gewartet, sollte ein Software-Update diese Marotte abgewöhnen. Ansonsten sind die Abgasrückführungsventile hinüber. Weiter geht es mit den Federn und Dämpfern, die das hohe Gewicht des Kompakten nicht mögen: Sie neigen zu frühzeitigem Verschleiß. Gleiches gilt für die Bremsen. Undichte Kondensatoren sorgen on top für defekte Klimaanlagen. Machen die Sechsgang-Schaltgetriebe unangenehme Geräusche, sollte man einen großen Bogen um diesen Gebrauchten machen. Die regelmäßige Wartung ist umso wichtiger, da es zwei Rückrufe gab: Zum einen konnten die Sitzverankerungsschrauben brechen, zum anderen gab es ein Problem mit den Kühlsystemen bei den Benzinern. Rost ist hingegen kein Thema.

Gebrauchte mit dem 1.4 Turbo-Benziner, der es – angesichts des hohen Gewichts – mindestens sein sollte, starten bei knapp unter 6.000 Euro. Für 7.500 Euro bekommt man einen Astra J mit deutlich unter 100.000 km. Empfehlung: Man sollte sich die besonders guten AGR-Sitze (Aktion Gesunder Rücken) gönnen.

Die Top Kompaktautos – Skoda Octavia Kaufberatung

Zum Abschluss schauen wir auf den letzten Vertreter in dieser Gegenüberstellung, die die Golf-Plattform nutzt: den Skoda Octavia III. Gebaut ab 2012, erfreut sich besonders der mit „C“ geschriebene Combi an Beliebtheit. Er bietet viel Platz und eine schnörkellose, zeitlose Erscheinung sowie eine hohe Verarbeitungsqualität auf Volkswagen-Niveau. Natürlich bietet auch der Tscheche fünf Sterne im Euro Crashtest.

Top Kompaktautos - Opel Astra Kaufberatung

Top Kompaktautos – Skoda Octavia

Gerade als Combi wird der Skoda Octavia oftmals als Flottenfahrzeug genutzt und macht das Angebot an Gebrauchten mit dem 1.6 TDI oder 2.0 TDI groß. Ersterer ist mit 105 bis 115 PS etwas müde, besonders mit vier Passagieren und Zuladung. Besser man greift zum 110 kW/150 PS starken 2.0 TDI. Sorgen um die „Dieselthematik“ muss man sich im Octavia III nicht mehr machen – dieser Motor wurde hier nicht mehr verbaut. Wer einen Benziner bevorzugt, fährt auch hier mit dem 1.4 TSI gut. Interessant ist obendrein der Skoda Octavia RS, der mit bis zu 180 kW/245 PS erhältlich ist. Nicht nur bei ihm nervt aber die stramme Federung – das muss man mögen.

Meiden sollte man die DSG-Getriebe, da sie schnell teuer werden können – zwei veschlissene Kupplungen kosten eben. Ansonsten zeigt sich die Elektronik anfällig und nervt mit defekten Startknöpfen und ausgefallenen Tempomaten. Darüber hinaus kommt es vor, dass die Panorama-Dächer Wassereinbrüche vorweisen. Wie immer gilt: Auf gute Wartung und Pflege achten.

Preislich geht die Reise beim empfehlenswerten 1.4 TSI mit 140 PS bei rund 10.000 Euro los. Gepflegte und gute Exemplare mit besserer Ausstattung starten bei mindestens 12.000 Euro. Die beliebten Kombis kosten mehr, die Limousinen spielen auf dem Gebrauchtwagenmarkt aber ohnehin eine untergeordnete Rolle.

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