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Pfötchenknabbern bei Hunden: Mögliche Ursachen auf einen Blick

Das eifrige Lecken und Beknabbern der Pfötchen ist bei Hunden an und für sich ein ganz normales Verhalten. Mit Hilfe der Zunge und den Zähnen entfernen sie Schmutz und Fremdkörper. Damit dient das Bearbeiten der Pfoten der Körperpflege. Widmet sich Ihr Vierbeiner jedoch ständig seinen Pfoten, könnte etwas anderes als eine tierische Hygienemaßnahme dahinter stecken.

Gereizte oder verletzte Ballen plagen den Hund

Hunde spazieren und toben barfuß durch die Gegend. Auch wenn die Pfotenballen robust sind, können Fremdkörper wie Glasscherben, Dornen oder spitze Steine diese dennoch verletzen. In den Sommermonaten sind sogenannte „Grannen“ – die langen, spitzen Fortsätze von verschiedenen Getreidesorten – eine häufige Ursache für verletzte Pfoten; im Winter reizen hingegen Streusalz und Split die sensible Haut zwischen den Zehen. Bearbeitet Ihr Hund seine Pfötchen plötzlich besonders aktiv, lohnt sich daher ein genauer Blick auf die betroffene Pfote, um eine mögliche Verletzung oder Reizung zu erkennen. War diese der Auslöser für das Pfötchenknabbern, legt Ihr Hund das Verhalten ab, sobald die Stelle behandelt ist und der Schmerz nachlässt.

Beim Toben in der Nähe eines Feldes können sich während der Sommermonate Grannen mit ihren spitzen Widerhaken zwischen die Zehen des Hundes bohren und Schmerzen hervorrufen.

Pfotenknabbern als Stressventil

Stressursachen sind so vielfältig wie Hundecharaktere. Der eine Vierbeiner erträgt es schlecht, von seiner Bezugsperson getrennt zu sein, der andere ängstigt sich vor vorbeirauschenden Autos und wieder ein anderer ist unterfordert. Über ausreichend Bewegung und geistige Beschäftigung baut sich die überbordende Energie ab – der Hund kann sich nach dem Auspowern besser entspannen. Das kann ein langer Spaziergang durch Wald und Wiesen sein, eine Schwimmeinheiten im See, das Toben mit anderen Hunden auf der Hundewiese oder ein Ausdauerhundesport wie Agility. Wenn der Vierbeiner hingegen keine Möglichkeit hat, den inneren Druck abzulassen, sucht er sich selbstständig ein Ventil. Einige neigen dann dazu, sich ihre Pfötchen vorzuknöpfen. Hat sich ein Hund das erst einmal angewöhnt, kann sich aus dem Zeitvertreib eine Zwangsstörung entwickeln.

Welche Alternativen Sie Ihrem Hund anstelle der Pfötchen als Beschäftigung anbieten können, besprechen Sie am besten mit einem Hundetrainer.

Juckreiz durch Milben oder Nahrungsunverträglichkeit

Besonders nervenzerrend ist ein andauernder Juckreiz als Ursache für anhaltendes Pfötchenknabbern. Diesen versuchen Hunde zu lindern, indem sie den juckenden Bereich mit ihrem Speichel kühlen. Das ständige Schlecken und Beknabbern der Pfötchen zählt daher zu den Symptomen eines Pilz- oder Parasitenbefalls, gilt aber auch als Hinweis auf eine Nahrungsmittelunverträglichkeit oder eine Kontaktallergie.

Der Tierarzt findet schnell heraus, ob ein Pilz oder Milben für den Juckreiz verantwortlich sind.

Zu den Plagegeistern, die sich mit Vorliebe zwischen den Hundezehen niederlassen, gehören neben Pilzen auch Milben (Herbstgrasmilben, Hausstaubmilben). Die Larven der Parasiten zapfen die Lymphflüssigkeit des Vierbeiners an, um sich zu ernähren. Ihr Biss ruft einen üblen Juckreiz hervor, den der Hund durch heftiges Pfötchenknabbern zu lindern versucht. Um Pilze oder Milben wieder los zu werden, verschreibt der Tierarzt in der Regel ein fungizides oder ein antiparasitäres Shampoo. Da sich sowohl Pilze als auch Milben in feuchtwarmen Milieus besonders wohl fühlen, ist eine gute Luftzirkulation zwischen den Zehen jetzt ebenfalls wichtig, um diese dauerhaft fern zu halten. Langhaarigen Hunden sollten daher die Haare um die Pfötchen und zwischen den Ballen gestutzt werden.

Eine Kontaktallergie – beispielsweise auf verschiedene Gräser – oder eine allergische Reaktion auf einen bestimmten Futtermittelbestandteil können ebenfalls einen Juckreiz auslösen. Bei beiden überempfindlichen Reaktionen hilft nur das Umgehen des Allergens. Doch wie kriegt man heraus, welchen Futterbestandteil der Vierbeiner nicht verträgt? Hier hilft in der Regel nur eine Ausschlussdiät. Durch das Weglassen einzelner Stoffe finden Sie mit Hilfe Ihres Tierarztes heraus, wann das hektische Pfötchenknabbern nachlässt und Ihr Vierbeiner endlich wieder zu Ruhe findet.

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Bildquellen: pexels.com / pixabay.com

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