Wohnmobil

Lifestyle » Freizeit & Urlaub » Mit dem Wohnmobil in den Urlaub: Wissenswertes für Einsteiger

Mit dem Wohnmobil in den Urlaub: Wissenswertes für Einsteiger

Wohnmobil

Auch in diesem Jahr werden in den Ferien wieder zehntausende Wohnmobile auf Deutschlands Straßen unterwegs sein. Einfach die Sachen packen, losfahren und ein Höchstmaß an Flexibilität bei der Reiseplanung genießen – genau das macht den Wohnmobil-Urlaub für Familien und Paare gleichermaßen attraktiv.

Im ersten Teil unserer Artikel-Reihe zum Thema „Urlaub mit dem Wohnmobil“ haben wir Ihnen die gängigen Wohnmobil-Aufbauarten bereits ausführlich vorgestellt. Im zweiten Teil dreht sich nun alles um das notwendige Basiswissen für Wohnmobil-Neulinge, damit der Urlaub im Wohnwagen ein voller Erfolg wird. Mit unseren Tipps und Tricks steht Ihrem Traum von Freiheit nichts mehr im Wege.

Die richtige Vorbereitung ist entscheidend

Egal, ob Sie sich ein Wohnmobil für den Urlaub mieten oder selbst eines besitzen, im Vorfeld sollten Sie immer alles überprüfen. Denn so erkennen Sie schon vor Reiseantritt, ob es mit dem Fahrzeug Probleme geben könnte.

  • Wohnmobil prüfen: Stellen Sie vor jeder Fahrt sicher, dass der Wassertank gereinigt und etwa zur Hälfte gefüllt ist. Da Sie an jedem Campingplatz Frischwasser nachfüllen können, empfiehlt es sich nicht, mit vollem Tank loszufahren, da dies unnötig viel Kraftstoff verbraucht. Prüfen Sie weiterhin den Füllstand von Bordbatterie und Glasflaschen sowie den Luftdruck der Reifen. Machen Sie sich außerdem noch einmal mit der Zentralsteuerung des Wohnwagens vertraut, damit während des Urlaubs jeder Handgriff sitzt.
  • Beladung: Die erlaubte Zuladung ergibt sich aus dem Leergewicht und zulässigen Gesamtgewicht Ihres Wohnmobils. Verstauen Sie schwere Gegenstände im unteren Bereich, leichtere in den oberen Fächern. Daraus ergibt sich ein tiefliegender Schwerpunkt, der dem Fahrzeug Stabilität verleiht. Achten Sie zudem auf die Sicherung der Ladung, so dass die Getränkekiste nicht in jeder Kurve durch den Wohnbereich rutscht, oder der Salzstreuer bei einer Vollbremsung zum Wurfgeschoss wird. Was viele Reisende unterschätzen: Jedes Wohnmobil hat ein Maximalgewicht, welches Sie mit Ihrem Urlaubsgepäck nicht überschreiten dürfen. Die Polizei steht an vielen Autobahnen und kontrolliert Urlauber, die mit dem Wohnwagen, ihrer Familie und vielleicht sogar dem Hund unterwegs sind.

Sichere Fahrt mit dem Wohnmobil im Urlaub

  • Umhergehen: Es ist ein Irrglaube, dass nur der Fahrer während der Fahrt angeschnallt hinter dem Lenkrad sitzen muss, während sich alle anderen frei im Wohnmobil bewegen dürfen. Tatsächlich muss für jeden Mitreisenden ein Sitzplatz mit Sicherheitsgurt vorhanden sein. Was auch die Frage beantwortet: Wie viele Personen dürfen in einem Wohnmobil mitfahren?“. Nur so viele, wie es Sitzplätze mit Sicherheitsgurt gibt. Kinder brauchen einen altersgerechten Sitz, Haustiere entsprechende Sicherungssysteme.
  • Fahrsicherheit: Wer noch nie mit einem Wohnmobil im Urlaub war, sollte die Sache langsam angehen lassen. Ein Wohnmobil hat im Vergleich zu einem PKW ein völlig anderes Brems- und Kurvenverhalten. Die Sichtverhältnisse und der Wendekreis sind ebenfalls gewöhnungsbedürftig. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, absolviert vor der ersten Fahrt ein Fahrsicherheitstraining für Wohnmobile.
  • Fahrzeiten: Nehmen Sie sich nicht zu viel vor. Wenn Sie nach einer 15-stündigen Fahrt völlig übermüdet am Zielort ankommen, haben Sie dadurch nichts gewonnen. Dann starten Sie nämlich bereits unzufrieden in Ihrem Wohnmobil-Urlaub. Zudem steigt das Unfallrisiko stark an, vor allem bei Nachtfahrten. Planen Sie im Vorfeld sinnvolle Tagesetappen, so dass Sie noch vor Sonnenuntergang ihren Stellplatz erreichen und ihr Wohnmobil für die Nacht vorbereiten können. Sollte eine längere Fahrt nicht vermeidbar sein, legen Sie regelmäßig Pausen ein und wechseln Sie den Fahrer.
  • Führerschein: Wer seinen Führerschein vor 1999 erworben hat, darf Fahrzeuge bis 7,5 Tonnen sowie Wohnmobil-Anhänger-Gespanne mit einem Zuggesamtgewicht von 18,5 Tonnen bewegen. Letzteres allerdings nur bis zum 50. Lebensjahr, danach sind nur noch 12 Tonnen erlaubt. Ansonsten muss der alte Führerschein gegen einen neuen getauscht werden. Bei Führerscheinen nach 1999 sind 3,5 Tonnen für das Zugfahrzeug die Obergrenze (Klasse B). Mit der Klasse B96 dürfen Gespanne bis 4,25 Tonnen gesteuert werden. Wer ein Wohnmobil mit mehr als 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht im Urlaub fahren möchte, braucht den LKW-Führerschein C1.

Die richtige Route, der richtige Stellplatz

Camping-App

  • Straßenrand: Während Sie im öffentlichen Raum mit einem Wohnmobil problemlos parken können, sieht die Sache anders aus, wenn Sie im Fahrzeug übernachten möchten. Das ist lediglich zur „Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit“ über einen Zeitraum von etwa 10 Stunden erlaubt. Auf das Aufstellen von Stühlen und das Ausfahren der Markise Ihres Wohnmobils sollten Sie daher während der Urlaubsanreise verzichten, da sonst eine Sondernutzung vorliegt, die genehmigungspflichtig ist. Selbiges gilt für das mehrmalige Übernachten auf demselben öffentlichen Parkplatz.
  • Campingplätze: Während Sie noch vor 20 Jahren auf Campingführer in Buchform angewiesen waren, gibt es heutzutage eine Vielzahl von Websites, die sich mit Campingplätzen beschäftigen. Zu den prominentesten Portalen mit unzähligen Plätzen in allen Preisklassen, Bildern und Rezensionen zählen PinCamp und Eurocampings.
  • Routenplanung: Insbesondere bei größeren Wohnmobilen empfiehlt es sich, die Route im Vorfeld genau zu planen. Ansonsten kann es passieren, dass Sie in den engen Straßen eines Bergdorfs nicht mehr weiterkommen, oder vor einer zu niedrigen Brücke stehen. Dann endet der Wohnmobil-Urlaub, bevor er richtig angefangen hat. Spezielle Navis, die solche Kriterien berücksichtigen, gibt es inzwischen bereits für unter 400 Euro.
  • Stellplatz: Wer ein Wohnmobil kauft, anstatt es zu mieten, braucht einen Stellplatz für den Winter, wenn Sie nicht im Urlaub sind. Mit diesem Thema sollten Sie sich früh beschäftigen, da solche Stellplätze heiß begehrt sind. Idealerweise sollte er überdacht und überwacht sein. Die Kosten belaufen sich dabei auf rund 50 bis 100 Euro pro Monat.

Wohnmobil-Urlaub: Diese Fehler sollten Sie vermeiden

Gerade Anfänger sind zu Beginn ihrer Reise voller Euphorie – und vergessen darüber hinaus jedoch das eine oder andere Reisegepäck, was vielleicht doch noch mitgesollt hätte. Eine gute Vorbereitung ist daher das A und O, wenn Sie mit dem Wohnmobil Urlaub mit Kindern und vielleicht auch Hund machen wollen.

  1. Fahren Sie niemals unvorbereitet!

Diesen Punkt haben wir zwar bereits am Anfang unseres Artikels erwähnt, aber er ist wirklich wichtig. Erstellen Sie ruhig eine Checkliste und haken Sie alles ab, was sich bereits im Wohnmobil befindet. So sparen Sie sich im Urlaub Stress, weil Sie etwas Wichtiges vergessen haben. Noch wichtiger ist aber, dass wirklich Reifendruck, Wassertank etc. checken. Denn wenn Sie bereit sind zur Fahrt an die Ostsee, mit Wohnmobil und Hund, dann aber kurz vor knapp feststellen, dass Sie ein Ersatzteil benötigen, kann Ihnen das den Urlaub wirklich vermiesen.

  1. Camper, Wohnwagen oder Wohnmobil?

Ja, da gibt es Unterschiede. Ein Camper ist beispielsweise nicht so komfortabel wie Wohnwagen oder -mobil, dafür aber wendiger. Wenn Sie also planen, sich ein Fahrzeug zu mieten oder gar zu kaufen, überlegen Sie vorher, welche Anforderungen Sie an das Gefährt haben.

  1. Aufbewahrungssysteme retten Ihre Ladung!

Wenn Sie mit dem Wohnmobil in den Urlaub fahren, sollten Sie alles in Ihrem mobilen Zuhause gut verstauen. Denn eine ungesicherte Ladung birgt ein großes Verletzungsrisiko.

  1. Ein Navi weiß auch nicht alles!

Ein Navi ist oft der Retter in der Not, denn es kennt den Weg. Gerade bei neuen, unbekannten Reisezielen, sind Sie als Ortsfremder auf eine zuverlässige Navigation angewiesen. Damit Ihre Wohnmobil-Ferien aber nicht zum Albtraum werden, sollten Sie die Angaben des Navis immer gegenprüfen. Denn die Geräte sind meist für Pkw gedacht und nicht für Wohnmobile, mit denen Sie im Urlaub nicht durch jede enge Seitengasse fahren können.

  1. Ein altersgerechtes Wohnmobil für den Urlaub!

Besonders geeignet, wenn Senioren Sie in die Ferien begleiten. Achten Sie dann beispielsweise auf ebenerdige Betten oder einen einfacheren Zugang zum Innenraum des Campers.

  1. Nicht unbedingt in den Sommerferien!

Natürlich ist es nicht ganz so einfach, wenn Sie schulpflichtige Kinder dabeihaben. Dennoch lohnt sich ein Wohnmobil-Urlaub am Meer auch im Frühling oder Herbst. Während der Stoßzeiten wird es für Sie schwierig, einen Stellplatz auf einem Campingplatz zu bekommen – und wenn, dann mit einem deutlich höheren Preis als normalerweise.

  1. Nutzen Sie die Fahrt an sich als Ausflugsziel!

Einfach nur stupide zum Reiseziel zu fahren, muss doch nicht sein. Viel schöner ist es, wenn Sie bereits während der An- oder Abreise einige Etappenziele einplanen. Die Landschaft Norwegens lädt beispielsweise dazu ein, sie zu bewundern. Oder wie wäre es mit den besten Autobahnraststätten Deutschlands? Klingt vielleicht auf den ersten Blick nicht empfehlenswert, aber Sie werden staunen, was für spannende Plätze es auf Deutschlands Straßen so gibt. Ein Wohnmobil-Urlaub soll doch schließlich auch ein bisschen Abenteuer sein, oder?

 

Tags: