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2019 Audi A1 40 TFSI Fahrbericht Test Review

Der Audi A1 40 TFSI im Drive Check

Heureka! Es ist ein Audi! Und was für einer! Galt die erste Generation des Audi A1 noch wie der Neuling in der Klasse – was er eigentlich auch war – steht die zweite Generation da, wie ein Fitness-Influencer: Wie aus dem Ei gepellt und adrett, vom Scheitel bis zu Schuhsole. Wollen wir doch mal schauen, was der neue, kleine Ingolstädter so kann! Der Audi A1 40 TFSI im Drive Check. 

2019 Audi A1 40 TFSI Test

Audi A1 40 TFSI im Drive Check

Audi A1 40 TFSI Design Check

Die erste Generation des Audi A1 basierte auf dem Volkswagen Polo – gute Gene also, die ihn nur halb zum Neuling machten. Und wie es sich für einen Audi gehört, machte er mit toller Qualität und dem berühmt-berüchtigten Premium-Anspruch von sich hören. Nur optisch wollte der Einstieg in die schöne Audi-Welt nicht so recht gelingen. Das Heck wirkte seltsam, die Front ein wenig drüber und bei den Farbkombinationen von Dach und restlicher Karosserie musste man ein gutes Händchen haben. 

Heute wollen wir uns aber die zweite Generation zu Gemüte führen. Wie auch beim Vorgänger, kann man die Karosserie wieder in zwei Farben wählen: eine für das Dach, eine für den Body. Ansonsten zeigen sich wenig Gemeinsamkeiten. Erwachsen, ernst und stattlich wirkt der neue Audi A1 – fast schon, wie ein neuer Audi A3. Der kommt aber erst noch. Stolz trägt der Ingolstädter seinen sechseckigen Grill zur Schau und hat darüber drei kleine Lufteinlässe – ganz so, wie der Urquattro seinerzeit. Am unteren Ende der Front warten währenddessen richtige Kühl-Schlünde darauf, gierig Luft einzuatmen. Soviel steht fest: Der Audi A1 macht etwas her. Cool ist, dass man die Logos des Kleinwagens nun ab Werk in schwarz lackieren lassen kann – sowohl vorn, wie auch hinten. 

Was noch auffällt, ist dass der Audi A1 deutlich Kante zeigt. War der Vorgänger noch eher rundlich, bekennt sich Generation Nummer zwei zu Sicken, Kanten und klaren Linien. Und zu vier Türen. Das war beim Vorgänger die meiste Zeit dem Käufer überlassen, nun kommt der Kleinwagen stets als Viertürer. Macht aber gar nichts, denn es streckt die Linie und ist obendrein praktisch. Wie praktisch die 18-Zoll-Räder sind, ist eine Frage des Einsatzgebietes. Gut aussehen tun sie aber! 

War das Heck bislang immer die Partie des Audi A1 an der sich die Geister schieden, wirkt die Rückseite des neuen Modells deutlich gefälliger. Und auch hier: Ecken, Kanten, Sicken wohin das Auge reicht. Dazu die erwähnten schwarzen Schriftzüge (sofern man sie nicht abbestellt) und zwei – man höre und staune – echte Abgasendrohre. Das ist heute fast schon eine Seltenheit, beim 200 PS starken (vorläufigen) Topmodell aber durchaus angebracht. 

Das ist der neue Audi A1 – Exterieur Fotos:

Audi A1 40 TFSI Innenraum Check

Platzgenommen im Innenraum, muss man sich komplett neu orientieren. Wer Geld in die Hand nimmt, kann aus dem Interieur des Audi A1 eine echte Hightech-Halle machen. Qualitativ legt die zweite Generation natürlich nochmal nach, gefällt mit satt rastenden Drehreglern, sauberem Finish und einer Materialgüte, die so manchem Mittelklasse-Fahrzeug gut zu Gesicht stehen würde. Die Fahrerorientierung haben sich die Ingolstädter ebenfalls zunutze gemacht und rücken die Dynamik des Audi A1 damit in den Mittelpunkt. 

Richtig chic ist das Audi Virtual Cockpit – also die digitalen Instrumente – sodass das Infotainment fast obsolet wird. Hier lässt sich die Navi-Karte ebenso anzeigen, wie der Bordcomputer, der Mediaplayer oder aktuelle Fahrdaten. Das kostet aber – natürlich – extra. Wirklich neu ist das Infotainment und man möchte fast sagen: „Gott sei Dank“. Die Methode über einen Dreh-Drück-Steller im alten A1 war deutlich veraltet und erst mit etwas Eingewöhnung bedienbar, dann aber fast blind. Nun darf auf den Bildschirm getoucht werden – das ist intuitiv, aber nicht zwingend sauber, wenn die Finger gerade noch Pommes Frites in den Mund geschoben haben. An Konnektivität wird alles geboten, das gerade en vogue ist – nichts zu kritisieren also!

Angenehm und fast eine ganze Klasse gewachsen fühlen sich die Platzverhältnisse an. Vorn wie hinten ist das Raumgefühl nun deutlich luftiger. Zu viert fährt man tatschlich angenehm und muss nicht mehr den Kopf einziehen, wenn man auf der Rückbank Platz nimmt. Zu dritt wird es hier aber eng. Aber kann das einer der Mitstreiter besser? Kaum. Absolut in Ordnung geht das Ladevolumen von 335 Litern – vor ein paar Jahren war das noch Kompakt-Klasse-Format. Nun, die 4,03 m Außenlänge müssen sich ja irgendwie bemerkbar machen. 

Innenraum Fotos vom neuen Audi A1:

Audi A1 40 TFSI Motoren Check

2.0 Liter Hubraum und vier Zylinder – von Downsizing kann bei diesem Motor nicht die Rede sein. Erst recht nicht, was seine Fahrleistungen anbelangt. Der Turbo-Benziner leistet 147 kW/200 PS und schließt damit zum Golf V GTI auf. Der galt mit dieser Leistung seinerzeit als äußerst dynamischer Vertreter der Kompakt-Zunft. 

Und der Audi A1? Der Ingolstädter ist ein Kleinwagen und mit den 200 Pferden unter seiner kantigen Haube bestens aufgestellt. 6,6 Sekunden sollen für den Sprint auf 100 km/h vergehen – nicht übel. Schluss ist bei 235 km/h, da kann wohl niemand meckern. Beim Verbrauch von 6,0 Litern auf 100 km laut Werk wohl auch nicht. In der Realität werden zwar eher 7,5 daraus, aber wir sprechen auch von 200 PS. Wer das 6-Gang-DSG seinen Job verrichten lässt, sodass schnell ein hoher Gang eingelegt wird, fährt also durchaus sparsam. 

Der 200 PS starke Motor macht aus dem A1 eine Pocket Rocket!

Audi A1 40 TFSI: Blick unter die Motorhaube

Audi A1 40 TFSI Fahreindruck Check

Vermutlich braucht niemand einen 200 PS starken Kleinwagen und für einen Kleinwagen bietet er vielleicht auch schon etwas zu viel Luxus und ist dementsprechend auch etwas zu teuer. Aber er fährt sich so gut und es stellt sich auch in der Tat ein sportives Fahrgefühl ein.  Die Bedienung erfolgt, auch während der Fahrt, intuitiv. Lenkung, Bremse, Fahrwerk, Antrieb – alles genau so wie man es sich vorstellt.

Audi A1 40 TFSI Preis Check

Sparsam kann er durchaus sein, der Audi A1 40 TFSI. Sparsam sollte aber auch der potenzielle Käufer sein. Entweder bei der Wahl der Sonderausstattung oder beim Umgang mit Geld. Denn eines ist so sicher, wie Sonnenaufgang im Osten: Billig ist der kleine Audi nicht. Los geht es mit 29.100 Euro für den 2.0 Turbo – Extras und Sonderwünsche noch nicht einkalkuliert. Wer es darauf anlegt, knackt schnell die 40.000 Euro-Marke. Da hilft es auch nicht, sich einreden zu wollen, dass man mit dem A1 eigentlich ein Vollwert-Auto bekommt, das für viele Einsatzzwecke gerüstet ist. 

Audi A1 40 TFSI Fahrbericht

Audi A1 40 TFSI Heckansicht

Audi A1 40 TFSI Zielgruppencheck und Fazit

Jung, dynamisch, in der Stadt lebend und einfach cool. Und wohlhabend! So stellt man sich den typischen Fahrer eines Audi A1 40 TFSI vor. Dabei kommen die Talente des Ingolstädters in der Stadt kaum zur Geltung. Klar, er sieht gut aus, macht etwas her. Aber er kann noch viel mehr. Etwa spritzig über die Landstraße fegen, auf der linken Spur der Autobahn Vertreter-Diesel verdrängen und am Nachmittag die Nichte mitsamt Tornister und Sporttasche von der Schule abholen. In schlumpfblau oder quietschgelb kommt der Audi A1 sicherlich auch bei ihren Mitschülern gut an. 

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