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E-Scooter in Deutschland: Fragen und Antworten

Kaum ein anderes Mobilitätsthema hat Politik und Medien in den vergangenen Wochen mehr beschäftigt, als der E-Scooter. In Paris, London oder Stockholm gehören die elektrisch betriebenen Tretroller längst zum Stadtbild dazu. Nun zieht Deutschland nach. Doch die E-Kleinstfahrzeuge, kurz PLEV (Personal Light Electric Vehicles), sind nicht unumstritten. Wir haben die wichtigsten Fragen und Antworten für Sie zusammengestellt.

Was ist überhaupt ein E-Scooter?

Jeder kennt den klassischen Tretroller mit zwei Rädern, einem Lenker und einem „Deck“, auf dem man während der Fahrt steht. Schon vor über einem halben Jahrhundert war der Tretroller ein insbesondere bei Kindern beliebtes Fortbewegungsmittel. Um Schwung zu holen, stieß man sich mit einem Bein von der Straße ab und „rollte“ dadurch seinem Ziel entgegen.

Jetzt sind die Tretroller zurück, allerdings mit elektrischer Unterstützung. Durch den Elektromotor erreichen die sogenannten E-Scooter Geschwindigkeiten von zum Teil über 30 km/h. In Deutschland liegt die maximal zulässige Geschwindigkeit allerdings bei 20 km/h. Je nach Modell und Akku kommt man auf eine Reichweite von 15 bis 30 Kilometern. Letztere hängt darüber hinaus vom Gewicht des Fahrers sowie dem Streckenverlauf (viele Steigungen, etc.) ab.

Einstiegsmodelle sind bereits ab 300 Euro zu haben, im Premium-Bereich werden bis zu 2500 Euro fällig.

E-Scooter

Für wen ist ein E-Scooter geeignet?

Im Prinzip für jeden, der städtische Kurzstrecken zurücklegen möchte – sei es nun regelmäßig als Pendler, oder einmalig als Tourist. Aufgrund ihrer kompakten Bauweise beanspruchen die E-Scooter weniger Platz als beispielsweise ein Fahrrad – und lassen sich einfach mit ins Büro oder die Wohnung nehmen.

Wo darf man mit den elektrischen Tretrollern fahren?

Wer mindestens 14 Jahre alt ist, darf mit einem E-Scooter auf Radwegen oder Radschutzstreifen fahren. Alternativ auf der Straße. Das Befahren von Gehwegen oder Fußgängerzonen ist hingegen verboten. Eine Führerschein- oder Helmpflicht besteht nicht.

Wichtig: Die E-Tretroller müssen die gesetzlichen Anforderungen (etwa Licht und „helltönende Glocke“) erfüllen und über eine Allgemeine Betriebserlaubnisse (ABE) verfügen.

Müssen E-Scooter versichert werden?

Ja, für E-Scooter gilt eine Versicherungspflicht. Wer mit den kompakten Elektroflitzern unterwegs sein möchte, benötigt eine Haftpflichtversicherung, da diese wie Mofas oder Motorräder behandelt werden. Zusätzlich kann eine Kaskoversicherung gegen Diebstahl abgeschlossen werden.

Dürfen E-Scooter in Bus und Bahn transportiert werden?

Mit Bus oder Bahn die Langstrecke zurücklegen, innerstädtisch dann für die kurzen Distanzen auf den E-Scooter zurückgreifen – dieses Pendler-Szenario liegt auf der Hand. Derzeit sind die Regeln diesbezüglich aber noch uneinheitlich. Die Deutsche Bahn erlaubt klappbare E-Scooter beispielsweise im ICE und IC. Flixbus hingegen behandelt die elektrischen Tretroller wie E-Bikes und untersagt deren Mitnahme. Die regionalen Verkehrsverbünde sind zum Teil erst noch dabei, entsprechende Regeln auszuarbeiten.

Gibt es unterschiedliche Arten von E-Scootern?

Die Funktionsweise der E-Scooter ist stets dieselbe. Unterschiede gibt es in erster Linie mit Blick auf Gewicht, Größe und Reichweite. Derzeit sollte beim Kauf vor allem darauf geachtet werden, dass das jeweilige Modell eine Straßenzulassung hat. Selbige fehlt den meisten E-Scootern noch.

Einer der ersten E-Tretroller, der in Deutschland eine Zulassung erhalten hat, ist der Metz Moover. Dieser ist mit knapp 2.000 Euro aber kein Schnäppchen.

Kann man E-Scooter auch leihen?

Tatsächlich ist davon auszugehen, dass die meisten E-Scooter in Deutschland nicht gekauft, sondern geliehen werden. Anbieter wie Lime oder Circ machen den Leih-Vorgang zum Kinderspiel: Man schnappt sich den E-Scooter, startet die Miete über eine App und beendet selbige, wenn man sein Ziel erreicht und den E-Scooter abgestellt hat. Seit Mitte Juni sind die beiden Anbieter in ausgewählten Berliner Bezirken aktiv. Weitere Städten sollen folgen.

Lime

Müssen E-Scooter gewartet werden?

Aufgrund des Elektromotors sind die elektrischen Tretroller grundsätzlich wartungsfrei. Wie bei einem „klassischen“ Tretroller oder Fahrrad, sollten allerdings regelmäßig Bremsen und Reifen kontrolliert und bei Bedarf erneuert werden.

Welche Kritikpunkte gibt es?

E-Scooter sind für viele schon jetzt ein fester Bestandteil der Verkehrswende in urbanen Gebieten. Doch es gibt auch jede Menge kritische Stimmen.

  • die Ärzteschaft warnt vor dem hohen Unfallrisiko der elektrischen Tretroller und appelliert an die E-Scooter-Fahrer, auf jeden Fall einen Helm zu tragen, auch wenn keine Helmpflicht besteht.
  • Verkehrsexperten befürchten, dass mit E-Scootern hauptsächlich solche Strecken zurückgelegt werden, die man vorher gelaufen oder mit dem Fahrrad gefahren ist.
  • Umweltschützer kritisieren nicht nur die schlechte Umweltbilanz der Batterien, sondern auch die Tatsache, dass in Großstädten bald tausende Leih-E-Scooter wild auf Gehwegen und am Straßenrand rumliegen werden.

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