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Kreisverkehr: Geschichte, Regeln und Bußgelder

Manche lieben ihn, manche hassen ihn: den Kreisverkehr. Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es in New York (Columbus Circle) und Paris (Arc de Triomphe) erste Kreisverkehre, die unsere Nachbarn in Österreich und der Schweiz auch „Kreisel“ oder „Teller“ nennen.

In der Nachkriegszeit prägten Kreisverkehre auch das Straßenbild Deutschlands. Seit der Verkehrsreform 1969 allerdings mit einer Besonderheit: Während in Kreisverkehren eigentlich die Rechts-vor-links-Regel galt, entschied man sich in der Bundesrepublik Deutschland dazu, dem Verkehr im Kreis Vorfahrt zu gewähren. Dadurch wollte man verhindern, dass sich die Verkehrsteilnehmer bei stärkerem Verkehrsaufkommen selbst blockieren.

In den 1980er Jahren wurden zahlreiche Kreisverkehre in Deutschland durch ampelgeregelte Kreuzungen ersetzt – feierten aber bereits in den 1990ern ihr Comeback.

Kreisverkehr: Vor- und Nachteile

Dieses Comeback kam nicht von ungefähr, denn verkehrsplanerisch bieten Kreisverkehre so einige Vorteile gegenüber klassischen Kreuzungen mit Ampelanlagen:

  • höhere Verkehrssicherheit: Kreisverkehre reduzieren die Geschwindigkeit der durchfahrenden Pkw und Lkw, wodurch es zu weniger und vor allem glimpflicheren Unfällen kommt. Zudem gibt es aufgrund der Verkehrsführung weniger „Konfliktpunkte“.
  • besserer Verkehrsfluss: im Gegensatz zu Vorfahrtsstraßen und ampelgeregelten Kreuzungen läuft der Verkehr in einem Kreisverkehr flüssiger, da beispielsweise niemand unnötig an einer roten Ampel warten muss, obwohl alles frei ist.
  • Wirtschaftlichkeit und Umweltschutz: Durch Kreisverkehre reduziert sich die Abgas- und Lärmbelastung. Zugleich gibt es keine Wartungskosten, wie etwa bei einer Ampelanlage.

Man kann sich nun zurecht die Frage stellen, warum es nicht noch mehr Kreisverkehre in Deutschland gibt. Um das zu verstehen, hilft ein Blick auf die Nachteile:

  • Platzbedarf: ein großer Nachteil von Kreisverkehren ist der enorme Platzbedarf. An vielen Stellen, – vor allem innerstädtisch – lassen sich keine Kreisel-Lösungen mehr realisieren. Insbesondere der freie Platz in der Mitte kann oftmals nicht sinnvoll genutzt werden.
  • Radfahrer und Fußgänger: Während Autofahrer vom Kreisverkehr profitieren, können Radfahrer von ausfahrenden Pkw und Lkw leicht übersehen werden. Fußgänger müssen hingegen größere Entfernungen zurücklegen, wenn sie die Straße überqueren möchten.
  • Rückstaus: Grundsätzlich führen Kreisverkehre zu einem besseren Verkehrsfluss. Bei extrem stark befahrenen Straßen kann es jedoch zu langen Rückstaus kommen, wenn der Kreisel dauerhaft „voll“ ist und niemand einfahren kann.

Die wichtigsten Regeln für den Kreisverkehr

Grundsätzlich gilt bei allen Kreisverkehren mit dem Zeichen 215:

  • nach rechts ein- und entgegen dem Uhrzeigersinn fahren.
  • Parken oder Anhalten ist verboten.
  • die Mittelinsel darf nicht überfahren werden, selbst wenn diese nur aufgemalt ist. Die einzige Ausnahme gilt für lange Fahrzeuge, wie Busse oder LKW.
  • Beim Ausfahren muss der Vorrang von dort „querenden“ Fußgängern und Radfahrern beachtet werden.

Im klassischen Kreisverkehr mit der Schilderkombination „Vorfahrt gewähren“ und „Kreisverkehr“:

  • die Fahrzeuge im Kreisverkehr haben Vorfahrt.
  • nur beim Verlassen des Kreisverkehrs blinken, nicht beim Einfahren.

Zweispuriger Kreisverkehr:

  • derjenige, der links einfährt und die innere Fahrspur wählt, muss beim Verlassen den Vorrang des Außenfahrenden beachten.
  • wer ausfahren möchte und nicht rechtzeitig auf die rechte Spur wechselt, muss den Kreisverkehr erneut umrunden.

Sonderfall: „Unechter Kreisverkehr“

  • in Wohngebieten trifft man teilweise den „unechten Kreisverkehr“ an, der letztendlich nichts anderes als ein kreisförmiger Knotenpunkt ist.
  • hier gilt „rechts vor links“.
  • der Blinker muss beim Ein- und Ausfahren gesetzt werden.

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