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Auto überbrücken: So geht‘s

Die Autobatterie ist leer und das Fahrzeug springt nicht an? Jetzt heißt es: Starthilfe geben. Doch wie ging das gleich wieder? Zuerst das rote Kabel anklemmen und dann das schwarze? Oder ist es genau andersherum? Und was gehört wo hin? Wann sollten Sie den Motor des Spenderautos starten? Fragen über Fragen. Doch R+V24 hat die Antworten. Wir verraten Ihnen, worauf es beim Überbrücken des Autos ankommt und welche Fehler Ihnen dabei auf keinen Fall passieren sollten. Mit unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung ist Ihr Wagen im Nu wieder startklar.

Autobatterie überbrücken: Das brauchen Sie

Um Ihrem Auto Starthilfe geben zu können, brauchen Sie zunächst die richtige Ausstattung:

  • Überbrückungskabel:

Das passende Starthilfekabel ist entscheidend, damit beim Überbrücken des Autos nichts schief geht. Empfehlenswert ist, dass dieses der DIN-Norm 72.553 bzw. der ISO-Norm 6722 entspricht. Ein zu schwaches Kabel kann der Grund dafür sein, dass die Starthilfe nicht funktioniert. Zudem sollten Sie darauf achten, dass die Pol-Zangen komplett mit Kunststoff ummantelt sind. Lediglich die Kontaktteile an der Zangenspitze sollten aus Metall gefertigt sein.

  • Zweites Auto:

Wichtig ist, dass die Batteriespannung der beiden Fahrzeuge identisch ist. Das bedeutet, dass ein Pkw mit einer 12-Volt-Batterie auf keinen Fall mit einer 25-Volt-Batterie eines Lkws überbrückt werden darf.

 

Starthilfe geben: Schritt-für-Schritt-Anleitung

1. Für Sicherheit sorgen:

Sie sind auf der Straße liegen geblieben? Dann sollten Sie zunächst die nötigen Sicherheitsvorkehrungen treffen. Insbesondere wenn Sie eine solche Panne auf der Autobahn oder einer anderen viel befahrenen Straße haben, ist das lebenswichtig. Ziehen Sie zunächst Ihre Warnweste an und sichern Sie die Stelle mit dem Warndreieck ab.

Autopanne richtig absichern

 

2. Fahrzeuge vorbereiten:

Als Nächstes sollten Sie sowohl bei dem Auto mit der leeren Batterie als auch beim Spenderwagen einige Vorkehrungen treffen, bevor Sie mit der Überbrückung starten:

  • Parken Sie die Autos gegenüber und öffnen Sie die Motorhaube.
  • Stellen Sie bei beiden Fahrzeugen den Motor ab, nehmen Sie den Gang heraus und betätigen Sie die Handbremse.
  • Schalten Sie beim Empfängerauto alle elektrischen Verbraucher ab – zum Beispiel Licht, Radio oder Heckscheibenheizung.
  • Machen Sie den Warnblinker des Spenderfahrzeugs an.

 

3. Rotes Kabel anbringen:

Nun können Sie mit der Überbrückung des Autos starten: Dafür klemmen Sie zunächst das rote Starthilfekabel am Pluspol des Spenderautos an und befestigen das andere Ende mit dem Pluspol der leeren Batterie.

Wichtig: Befindet sich die Batterie bei einem oder bei beiden Autos nicht im Motorraum, bringen Sie das Überbrückungskabel anstatt an den Batterie-Polen an den jeweiligen Pol-Anschlüssen im Motorraum an.

 

4. Schwarzes Kabel anklemmen:

Im nächsten Schritt befestigen Sie das schwarze Kabel mit dem Minuspol an der Batterie des Spenderfahrzeugs. Das andere Ende verbinden Sie entweder mit einer freien metallischen Stelle am Motorblock des Pannenwagens oder im Idealfall mit dem vorgegebenen Masseanschluss bzw. Massepunkt. Wo sich dieser genau befindet, können Sie in der Betriebsanleitung des Autos nachlesen.

Wichtig: Schließen Sie das schwarze Überbrückungskabel auf keinen Fall an die leere Batterie an! Durch die dabei entstehende Funkenbildung können sich Knallgase entzünden.

 

Kabel richtig anklemmen

 

5. Motor des Spenderfahrzeugs starten:

Haben Sie alle Kabel richtig befestigt, können Sie den Motor des Helferautos anschalten.

 

6. Empfängerauto starten:

Nach einigen Minuten können Sie versuchen, den Pkw mit der leeren Batterie anzulassen. Klappt das nicht auf Anhieb, probieren Sie es nach einer Minute erneut. Ein Versuch sollte jedoch nicht länger als fünfzehn Sekunden dauern.

Wichtig: Nach einem dritten erfolglosen Startversuch ist Vorsicht geboten! Denn dann kann das Auto möglicherweise einen Schaden davontragen. In einem solchen Fall sollten Sie sich besser professionelle Hilfe suchen.

 

7. Beide Fahrzeuge laufen lassen:

Ist die Überbrückung des Autos geglückt und der Motor angesprungen, sollten Sie beide Fahrzeuge einige Minuten laufen lassen.

 

8. Verbraucher anschalten:

Um gefährliche Spannungsspitzen zu vermeiden und die Bordelektronik zu schonen, schalten Sie nun Funktionen mit einem hohen Stromverbrauch am Pannenauto an. Dazu zählen das Gebläse, die Heckscheibenheizung sowie das Licht.

 

9. Kabel abklemmen:

Jetzt können Sie die Kabel in folgender Reihenfolge wieder entfernen: Trennen Sie zunächst das schwarze Ende vom Spenderauto und dann vom Pannenfahrzeug. Erst im Anschluss sollten Sie das rote Überbrückungskabel abklemmen.

 

10. Verbraucher ausschalten:

Die Funktionen, die viel Strom verbrauchen, schalten Sie am Empfängerfahrzeug wieder ab, den Motor lassen Sie jedoch laufen.

 

11. Weiterfahren:

Packen Sie Ihr Warndreieck und das Starthilfekabel wieder ein und fahren Sie vorsichtig weiter.

Wichtig: Zeigt Ihr Wagen Fehlermeldungen an oder leuchtet eine Kontrollleuchte im Auto, sollten Sie unbedingt anhalten und fachkundige Hilfe rufen. Denn Fahrfunktionen wie die Servolenkung können aufgrund der fehlenden elektronischen Unterstützung beeinträchtigt werden oder ausfallen.

 

12. Batterie aufladen:

Damit die Batterie wieder aufgeladen wird und Sie Ihr Auto nicht erneut überbrücken müssen, sollten Sie eine längere, möglichst freie Strecke fahren.

 

 

Das gilt es nach der Starthilfe zu beachten

Haben Sie Ihr Auto überbrückt, ist es wichtig, den Stromspeicher wieder aufzufüllen. Das gelingt am besten, wenn Sie mit dem Wagen längere Zeit fahren – am besten auf der Autobahn. Doch was, wenn das Problem öfter auftritt? Möglich ist, dass Ihre Batterie kaputt oder zu alt ist. Dann sollten Sie über einen Austausch nachdenken. Suchen Sie am besten eine Werkstatt auf und lassen Sie das Problem von einem Fachmann abklären.