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Falsch getankt? Das müssen Sie jetzt wissen

Eine kleine Unachtsamkeit und schon ist der falsche Kraftstoff im Tank. Laut ADAC kommt es pro Jahr zu rund 20.000 Fehlbetankungen. Wer versehentlich zum falschen Zapfhahn greift, riskiert kostspielige Schäden an seinem Fahrzeug. Auf keinen Fall sollten Sie vorschnell handeln, wenn Sie falsch getankt haben. Aber was ist zu tun, wenn Benzin statt Diesel getankt wurde oder umgekehrt? Wie lässt sich ein Motorschaden vermeiden? Springt die Versicherung bei Fehlbetankungen ein? Wir haben die Antworten!

Die wichtigsten Infos auf einen Blick:

  1. Eine Fehlbetankung Ihres Autos kann einen teuren Motorschaden nach sich ziehen.
  2. Starten Sie auf keinen Fall den Motor und lassen Sie die Zündung aus, wenn Sie den Irrtum bemerkt haben.
  3. Lesen Sie in der Bedienungsanleitung nach oder kontaktieren Sie die Werkstatt Ihres Vertrauens, um das richtige Vorgehen zu besprechen.
  4. Je nach Art der Fehlbetankung kann es ausreichen, den Tank auspumpen zu lassen oder ihn mit dem korrekten Kraftstoff aufzufüllen.

Falsch getankt: So verhindern Sie größere Schäden

Falsch getankt? Das passiert den Besten. Sogar der eine Million Euro teure Cadillac von Barack Obama, der für einen Staatsbesuch in Israel im Jahr 2013 extra aus den USA eingeflogen wurde, musste wegen einer Fehlbetankung abgeschleppt werden. Ärgerlich ist das kleine Missgeschick trotzdem, da Sie im schlimmsten Fall mit mehreren tausend Euro Reparaturkosten rechnen müssen.

Ganz wichtig: Bewahren Sie Ruhe

Sie bemerken den Irrtum schon während des Tankens? Sehr gut, denn hier gilt: Je früher, desto besser! Stoppen Sie den Tankvorgang sofort und lassen Sie Motor und Zündung aus. Sobald Sie den Motor mit dem falschen Treibstoff starten, verteilt sich das schadenverursachende Gemisch im gesamten System. Schauen Sie zunächst in der Betriebsanleitung nach, wie Sie bei Ihrem Fahrzeug korrekt verfahren. Sollten Sie nicht fündig werden, rufen Sie direkt beim Hersteller oder in Ihrer Werkstatt an, um sich sachkundigen Rat einzuholen.

Benzin statt Diesel getankt?

Sie haben Benzin statt Diesel getankt und wissen nicht weiter? Wenn Sie ein älteres Dieselfahrzeug besitzen (Wirbel- oder Vorkammer-Diesel), sind ein paar Liter Benzin im Normalfall nicht tragisch. Anders sieht es bei Common-Rail und Pumpe-Düse-Triebwerken aus, die ca. seit 2000 den Markt beherrschen. Bei diesen moderneren Fahrzeugen kann es fatale Folgen haben, wenn Sie Benzin statt Diesel getankt haben und trotzdem losfahren. Das Benzin wirkt dann wie ein Lösungsmittel und entfernt den dringend benötigten Diesel-Schmierfilm. In diesem Fall ist es wahrscheinlich, dass das komplette Einspritzsystem inklusive Hochdruckpumpe, Injektoren, Kraftstoffleitungen und Tank ausgetauscht werden muss. Die Kosten dafür belaufen sich auf mehrere tausend Euro. Wenn Sie weder Motor noch Zündung gestartet haben, kann es ausreichen, den Tank auspumpen zu lassen.

Diesel statt Benzin getankt?

Es ist mitunter gar nicht so einfach, Diesel in einen Benziner zu füllen, da die Diesel-Zapfpistolen häufig nicht in die Öffnung des Benzintanks passen. Dennoch gibt es Modelle, die ihren Besitzer auch vor diesem Irrtum nicht bewahren. Sollten Sie Diesel statt Benzin getankt haben, setzen Sie sich mit Ihrer Werkstatt in Verbindung. Womöglich können Sie vorsichtig weiterfahren und immer wieder Benzin nachtanken. Anderenfalls muss der Tank leergepumpt werden. Bleibende Schäden an der Einspritzeinlage sind auch in diesem Szenario nicht auszuschließen.

Falsch getankt bei E10, Super und Super Plus?

Auch innerhalb des Benzin-Angebots kann es zu Fehlbetankungen kommen. Die gute Nachricht: Wenn Sie Ihr Auto mit E10, Super oder Super Plus falsch betankt haben, haben Sie weniger schwerwiegenden Konsequenzen zu befürchten als bei einer Diesel-Benzin-Verwechslung.

E10 statt Super Benzin getankt – was nun?

Der Unterschied zwischen E10 und Super Benzin, auch E5 genannt, liegt im Ethanol-Anteil. Im Super Benzin sind 5 Prozent Ethanol enthalten, während E10 einen Ethanol-Anteil von 10 Prozent aufweist. Solange Ihr Fahrzeug für E10 freigegeben ist, können Sie frei zwischen beiden Optionen wählen. Auch das Mischen beider Kraftstoffe ist kein Problem, für eine optimale Laufleistung sollten Sie sich langfristig jedoch entweder für E10 oder E5 entscheiden.

Die meisten Benziner können Sie bedenkenlos mit E10 und E5 betanken. Bei älteren Modellen ist jedoch Vorsicht geboten, da bereits eine falsche E10-Tankfüllung ernste Schäden anrichten kann. Sobald Sie den Irrtum bemerken, sollten Sie in der Bedienungsanleitung nach Hinweisen suchen. Nach Einschätzung des ADAC reicht es allerdings in den meisten Fällen aus, einen ethanolarmen Kraftstoff beizugeben (im besten Fall Super Plus), um den Gesamt-Ethanol-Anteil zu reduzieren.

Super statt Super Plus getankt – und jetzt?

Keine Panik! Wenn Sie Super statt Super Plus getankt haben, geht die Welt nicht unter – und Ihr Auto nicht gleich kaputt. Solange Sie dem Motor keine Höchstleistungen (wie schnelles Anfahren oder das Ausreizen der Höchstgeschwindigkeit) abverlangen, muss in der Regel nicht einmal der Tank leergepumpt werden. Einfach Super Plus nachtanken und beim nächsten Mal auf Benzin der richtigen Güteklasse achten.

Falsch getankt: Versicherung nicht in der Pflicht

Sie haben falsch getankt und fragen sich, ob Ihre Versicherung für den entstandenen Schaden aufkommt? Grundsätzlich werden Kosten, die durch eine Fehlbetankung entstehen, weder von der Kfz-Haftpflicht-, noch von der Teil- oder Vollkaskoversicherung übernommen. Der Grund: Eine Fehlbetankung wird als Betriebsschaden eingestuft, der durch den falschen Gebrauch des Fahrzeugs verursacht wurde. Ihre Versicherung deckt nur Schäden ab, die durch Unfälle oder äußere Umstände entstehen. Somit müssen Sie für die Folgekosten des Falschtankens selbst aufkommen. Das gilt für Ihr eigenes Fahrzeug genauso wie für Mietwagen oder Dienstautos.

Fazit: Achtsamkeit an der Zapfsäule erspart Ihnen Ärger und Kosten

Wenn Sie versehentlich falsch getankt haben, können Sie Schlimmeres verhindern, indem Sie Motor und Zündung auslassen. Halten Sie zum weiteren Vorgehen Rücksprache mit Ihrer Werkstatt – in manchen Fällen kann es ausreichen, den Tank auspumpen zu lassen oder ihn mit dem richtigen Kraftstoff aufzufüllen. Auf Ihre Versicherung können Sie bei Fehlbetankungen nicht zählen. In der sogenannten Benzinklausel schließen Versicherungen Betriebsschäden, zu denen auch Fehlbetankungen gehören, von den Leistungen aus. Deshalb gilt im Fall von falsch getankt: Vollkasko schützt genauso wenig vor den Folgekosten wie Teilkasko oder Haftpflicht. Umso wichtiger ist es, beim Tanken auf den richtigen Zapfhahn zu achten. Die R+V24 wünscht gute Fahrt!