News » Welche Kfz-Versicherung und Beitragsprozente gibt es für Fahranfänger?

Welche Kfz-Versicherung und Beitragsprozente gibt es für Fahranfänger?

Die Fahrprüfung ist erfolgreich gemeistert und die Freude ist groß: Endlich haben Sie den Führerschein in der Tasche. Das passende Auto steht bereits vor der Tür. Dann nichts wie raus auf die Straße und die neu gewonnene Freiheit genießen. Doch im Straßenverkehr lauern viele Unwägbarkeiten – die richtige Kfz-Versicherung ist für Fahranfänger daher unerlässlich. Hier finden Sie alle wichtigen Infos zur Autoversicherung für Fahranfänger.

Inhaltsverzeichhnis

  • Warum zahlen Fahranfänger mehr für die Kfz-Versicherung?
  • Was ist eine Schadensfreiheitsklasse? Woraus ergeben sich die Prozente?
  • 7 Tipps, um eine günstige Kfz-Versicherung für Fahranfänger zu finden

Jungen Menschen bedeutet der Führerschein viel – darüber hinaus gar ein eigenes Auto zu besitzen, ist eine enorme Freiheit. Doch mit dem Autofahren kommen auch Verantwortung und Kosten auf einen zu. Wie wird das Auto günstig versichert? Läuft meine Autoversicherung über die Kfz-Versicherung der Familie? Können Fahranfänger bei den Eltern mitversichert werden? Warum ist die Autoversicherung gerade bei Fahranfängern immer so teuer? Fragen über Fragen, auf denen wir Ihnen hier die Antworten geben.

Tipp: Wenn Sie sich rechtzeitig informieren, welche Autoversicherung für Fahranfänger in Frage kommt, bleiben Sie vor bösen Überraschungen verschont und können zudem noch richtig Geld sparen. Die R+V24 hat mit Sicherheit auch die passende Kfz-Versicherung für Sie im Angebot!

Die richtige Kfz-Versicherung für Anfänger: Das Wichtigste in Kürze

  • Fahranfänger zahlen immer die höchsten Versicherungsbeiträge. Viele Versicherungen gewähren allerdings bei zusätzlicher Fahrerfahrung einen Rabatt bzw. günstigere Tarife. Nehmen Sie also mit 17 Jahren am begleiteten Fahren teil.
  • Bei klassischen Fahranfänger-Autos ist die Versicherungsprämie häufig ebenfalls besonders hoch.
  • Wenn Sie das Auto als Zweitwagen oder über die Eltern versichern, lassen sich meist ein paar Euro einsparen.

Warum zahlen Fahranfänger mehr für die Autoversicherung?

Was auf den ersten Blick vielleicht als unfair erscheint, ist bei Autoversicherern gängige – aber auch logische – Praxis: Als Fahranfänger zahlen Sie immer die höchsten Versicherungsbeiträge. Das liegt daran, dass sich Ihr Betrag am individuellen Schadensrisiko bemisst und dieses bei Anfängern einfach deutlich höher ist. Aufgrund fehlender Fahrerfahrung und damit größerer Unsicherheit im Straßenverkehr kann es leichter zu Unfällen kommen, die Autoversicherung muss häufiger eingreifen und erhebt daher höhere Beiträge.

Viele Fahranfänger schätzen unbekannte Situationen falsch ein oder bauen, teilweise auch unter Alkoholeinfluss, Unfälle. Was sich wie ein dummes Vorurteil anhört, ist leider statistisch belegt. Das statistische Bundesamt gibt jedes Jahr Kennzahlen zur Unfallstatistik im deutschen Straßenverkehr heraus und diese Zahlen belegen, dass die meisten Unfallverursacher zwischen 18 und 24 Jahren sind – und somit ganz klar zu den Fahranfängern gehören.

Die vier häufigsten Fehler von Fahranfängern

Erhöhtes Risiko bei Fahranfängern

Die Zahlen aus dem Jahr 2017 zeigen: Insgesamt 62.966 junge Männer und Frauen im Alter zwischen 18 und 24 Jahren verunglückten im deutschen Straßenverkehr. 394 davon wurden bei einem Verkehrsunfall sogar getötet. Dies macht 16,1% aller Verletzten und 12,4% aller Getöteten aus. Und das, obwohl diese Altersklasse zwischen 18 und 24 Jahren insgesamt nur 7,7% der Gesamtbevölkerung in Deutschland ausmacht.

Viel häufiger als andere Altersgruppen verunglücken die Fahranfänger dabei am Steuer eines Pkws: Rund 68,9% der verunglückten Autoinsassen sind zwischen 18 und 24 Jahren alt, davon saßen 31.916 als Fahrer und 11.439 als Mitfahrer im Fahrzeug.

Eine weitere Statistik zeigt nochmal deutlich, welche Ursachen Unfälle mit Personenschaden im Straßenverkehr haben:

Statistik des Fehlverhaltens der Fahrzeugführer 2017

Was ist eine Schadensfreiheitsklasse? Woraus ergeben sich die Prozente?

Zur Ermittlung der risikogerechten Prämien für eine Autoversicherung nutzen die Versicherer mit Hilfe von Mathematikern eine Vielzahl von Kriterien. Dazu gehört der Ort der Zulassung, Autotypen, Fahrstrecken, Nutzungsarten, Fahrermerkmale und eventuell bereits verursachte Schäden. Aufgrund dieser Daten berechnet eine Versicherung die Höhe ihrer Kosten und Gebühren anhand von sogenannten Schadensfreiheitsklassen (kurz SF-Klassen).

Dabei hängt die eigene Schadensfreiheitsklasse immer davon ab, seit wie vielen Jahren Sie bereits unfallfrei gefahren sind. Insgesamt haben die Versicherungen ein Stufensystem von 0 bis 35 entwickelt. Als Fahranfänger werden Sie automatisch in der Stufe 0 eingestuft. Mit jedem unfallfreien Jahr als Autofahrer steigen Sie auf, maximal ist allerdings die Stufe 35 möglich.

Die Schadensfreiheitsklassen zeigen also grundsätzlich an, seit wie vielen Jahren Sie bereits unfallfrei Auto fahren. Daraus lassen sich für die Autoversicherungen die Höhe der Beitragsgebühren errechnen. Wenn Sie in der Schadensfreiheitsklasse aufsteigen, verringern sich gleichzeitig die Kosten für Ihre Kfz-Versicherung. Dementsprechend haben Fahranfänger auch zuerst einmal die höchsten Kosten für die Autoversicherung zu tragen. Jede Autoversicherung legt die Höhe Ihrer Beitragskosten dabei selbstständig fest.

Wenn Sie einen Schaden verursachen und die Abwicklung des Unfalls über Ihre Autoversicherung läuft, werden Sie in der Schadensfreiheitsklasse zurückgestuft und Ihre Versicherungsbeiträge steigen wieder. Um wie viele Stufen Sie dabei absteigen, hängt in erster Linie von den vertraglichen Konditionen mit Ihrer Kfz-Versicherung.

5 Tipps, um eine günstige Kfz-Versicherung für Fahranfänger zu finden

Eine Autoversicherung ist nicht billig und gerade für junge Fahranfänger sind die Kosten der Kfz-Versicherung kein Zuckerschlecken. Die höchste Schadensfreiheitsklasse und gleichzeitig noch kein festes oder nur ein geringes Einkommen – das bereitet Fahranfängern gerne mal finanzielle Sorgen. Wir haben Ihnen hier sieben einfache und zugleich geniale Tricks zusammengestellt, mit denen Sie bei den Kosten für die Kfz-Versicherung sparen können.

Tipp 1: Das Auto als Zweitwagen über die Eltern versichern

Die ist die einfachste und billigste Lösung, um als Fahranfänger Kosten bei der Autoversicherung zu sparen. Daher ist diese Variante auch ein häufiger genutzter Trick, damit die Versicherungsgebühren für junge Fahrer nicht so hoch ausfallen.

Lassen Sie einfach Ihr Auto über die Eltern oder andere Familienangehörige mit einer besseren Schadenfreiheitsklasse als Zweitwagen versichern und sich selbst als Fahrer eintragen. Dies funktioniert ohne Probleme und spart Ihnen in jedem Fall die höheren Kosten.

➔ Die R+V-Versicherung bietet Ihnen gute Konditionen für eine Kfz-Versicherung als Zweitwagen. Profitieren Sie jetzt von den günstigen Eltern/Kind-Rabatten der R+V!

Tipp 2: Sammeln Sie Erfahrungen durch die Teilnahme am begleitenden Fahren

Fahrerfahrung sammeln ist mittlerweile auch über die Variante des begleiteten Fahrens möglich. Hierbei können junge Erwachsene ab dem 17. Geburtstag bereits den Führerschein erhalten und sich im ersten Jahr von erfahrenen Autofahrern begleiten lassen. Durch das begleitete Fahren werden in der Regel weniger Unfälle verursacht, und die Fahranfänger können unter Aufsicht Sicherheit im Straßenverkehr gewinnen.

Aus diesem Grund wirkt sich das begleitete Fahren oftmals positiv auf die Einstufung in eine Schadenfreiheitsklasse aus, wenn Sie ein Jahr vor Ihrer Volljährigkeit unfallfrei bleiben, kommt Ihnen die Kfz-Versicherung mit dem Versicherungsbeitrag oftmals entgegen.

Tipp 3: Übernehmen Sie die Schadenfreiheitsklassen aus einem bestehenden Vertrag

Eine gute Schadenfreiheitsklasse ist die Grundlage für einen niedrigen Versicherungsbeitrag für Ihre Kfz-Versicherung, doch nicht immer kommt die Variante mit dem Zweitwagen oder dem Familientarif in Frage. Daher gibt es auch noch die Möglichkeit die Schadensfreiheitsklasse aus einem bereits bestehenden Vertrag (z.B. Motorrad, Roller, etc.) zu übernehmen oder die Schadenfreiheitsklasse eines Familienangehörigen zu übernehmen. Beide Varianten sorgen dafür, dass Sie als Fahranfänger nicht den höchsten Versicherungsbeitrag leisten müssen.

Oftmals ist dieses Übertragen der Schadenfreiheitsklassen aus dem Familientarif oder der Zweitwagenregelung aber nicht zu Beginn des eigenen Versicherungsschutzes möglich, sondern Sie müssen bereits einige Zeit unfallfrei gefahren sein. Bei bestehenden Verträgen (z.B. Motorrad) besteht aber in vielen Fälle die Chance die Schadensfreiheitsklasse zwischen Ihren Fahrzeugen zu tauschen.

Tipp 4: Das richtige Auto kaufen

VW Polo, Ford Fiesta oder Opel Corsa: Diese Kleinwagen sind nur einige Beispiele der typischen Automodelle für Fahranfänger. Einerseits gibt es hier viele günstige Gebrauchtwagen zu kaufen. Andererseits lässt sich mit einem Kleinwagen das Autofahren besser erlernen, denn Sie sind vor allen Dingen im Stadtverkehr leicht zu handhaben.

Dass Kleinwagen typische Anfängermodelle sind, wissen aber auch die Autoversicherungen. Aus diesem Grund kann es sein, dass Ihre Kfz-Versicherung für ein solches Modell höher ausfällt als vielleicht erwartet. Ein Tipp, um Geld bei der Kfz-Versicherung für Fahranfänger zu sparen, ist daher, sich kein typisches Anfängerauto zu kaufen.

Die Automodelle werden in Typklassen eingeteilt, die auch Auswirkungen auf die Versicherungsbeiträge haben, weil gewisse Typklassen statistisch gesehen häufiger in Unfälle verwickelt sind als andere. Je höher die Typklasse, desto höher das Schadensrisiko und desto höher die Versicherungsprämie. Die Typklasse hängt dabei neben dem Modell auch vom Baujahr und der Motorisierung ab. Achten Sie also bereits beim Kauf auf die richtige Typklasse, um Geld bei der Kfz-Versicherung zu sparen.

Tipp 5: Verzichten Sie auf Kasko-Tarife bei sehr alten Autos

Wenn Sie sich ein Auto zulegen, brauchen Sie auch als Fahranfänger in jedem Fall eine Haftpflichtversicherung. Dies ist in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben. Die Kfz-Versicherungen bieten dazu noch Vollkasko- und Teilkasko-Versicherungen an. Diese sind aber nicht verpflichtend und daher freiwillig.

Wenn Sie als Fahranfänger Geld bei der Kfz-Versicherung sparen wollen, verzichten Sie vor allen Dingen bei älteren Fahrzeugen auf einen Kasko-Tarif. Wägen Sie ab, in welchem Verhältnis etwaige Reparaturkosten zu den zu zahlenden Versicherungsbeiträgen stehen.

Der Abschluss einer Vollkasko-Versicherung bringt Ihnen am meisten, wenn das Fahrzeug noch keine zehn Jahre alt ist.

Eine Teilkasko-Versicherung kommt immerhin dann noch in Frage, wenn der Restwert des Autos im Vergleich zu den Kosten für eine Teilkasko-Versicherung noch angemessen hoch ist.

© Titelbild: FatCamera / © Bild Tipps: AndreyPopov