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Führerschein: Mit diesen Kosten müssen Sie rechnen

Auf dem Weg zur Fahrerlaubnis gibt es zahlreiche Hindernisse zu überwinden. Dazu gehören neben kognitiven und praktischen Leistungsanforderungen vor allem hohe Rechnungen. Nicht allen Fahrschülern steht ein gut gefülltes Sparbuch zur Verfügung, mit dem sie sämtliche Ausgaben einfach decken können. Für Berufstätige, die den Führerschein zu einem späteren Zeitpunkt im Erwachsenenalter absolvieren, gestaltet sich die Finanzierung ebenfalls nicht selten schwierig. Bevor Sie sich bei einer Fahrschule anmelden, sollten Sie sich also gründlich über alle Aufwendungen informieren, die Sie bis zur bestandenen Prüfung einkalkulieren müssen. Dieser Artikel liefert alle Antworten rund um die Frage „Was kostet ein Führerschein?“ Hier erfahren Sie, wieviel Geld ein Pkw-Führerschein durchschnittlich wert ist und wie sich die Gesamtsumme im Einzelnen zusammensetzt.

Von A wie Anmeldung bis Z wie Zweitversuch

Wer eine Fahrerlaubnis erwerben möchte, wählt in den häufigsten Fällen die Führerscheinklasse B.  Damit dürfen Sie folgende Fahrzeuge nutzen:

  • Autos mit einer zulässigen Gesamtmasse von maximal 3.500 kg und maximal 8 Beifahrerplätzen
  • Autos mit einem Anhänger, solange die Kombination nicht 3.500 kg übersteigt
  • Dreirädrige Kraftfahrzeuge

Bis Sie einen solchen Schein in der Hand halten, müssen Sie eine Vielzahl von Schritten durchlaufen. Im Folgenden finden Sie eine Übersicht zu den Kosten, die mit dem Führerschein verbunden sind – von der Anmeldung bei der Fahrschule bis hin zur Fahrprüfung.

Medizinische Checkliste für den Pkw-Führerschein

Unabhängig von der jeweiligen Fahrschule gibt es zwei Vorsorgemaßnahmen, die Sie in jedem Fall treffen müssen:

Sehtest

Den Sehtest lassen Sie von einer amtlich anerkannten Stelle durchführen. Wenn Sie keinerlei Einschränkungen haben, reicht dafür der Optiker Ihres Vertrauens aus. Für solche Tests beläuft sich der Preis auf knappe 7 Euro. Wer unter einer Sehschwäche leidet, muss sich eine Bescheinigung vom Augenarzt holen. Ärztliche Untersuchungen zahlt in der Regel Ihre Krankenkasse. Wenn Sie für Ihren Auto-Führerschein Klasse B allerdings eine neue Brille brauchen, hängt es stark von Ihrem Versicherungstarif ab, welche Kosten Sie selbst übernehmen müssen.

Erste-Hilfe-Kurs 

Auch die Schulung zu Erste-Hilfe-Maßnahmen findet nicht direkt über die Fahrschule statt. Stattdessen können Sie sich vor Ort an Einrichtungen wenden wie beispielsweise:

    • Johanniter
  • Deutsches Rotes Kreuz
  • Malteser
  • ADAC

Je nach Anbieter variieren die Preise für einen Erste-Hilfe-Kurs zwischen 20 und 40 Euro. Dabei sollten Sie jedoch beachten: Nicht alle Schulungen reichen aus, wenn Sie einen Führerschein der Klasse B erwerben möchten. Hierfür benötigen Sie den Kurs “Lebensrettende Sofortmaßnahmen am Unfallort”, kurz LSMU.

 

Erste Hilfe Kurs

Führerschein: Erste-Hilfe-Kurs ist Pflicht

 

Führerscheinantrag

Sobald Sie sich an einer Fahrschule angemeldet haben, kann diese in Ihrem Auftrag einen offiziellen Antrag beim Straßenverkehrsamt stellen. Zu diesem Zweck müssen Sie folgende Unterlagen einreichen:

  • Kopie des Personalausweises
  • Bescheinigung des Erste-Hilfe-Kurses
  • Sehtestbescheinigung
  • Biometrisches Passbild

Um ein Passfoto nach biometrischen Vorgaben zu erstellen, brauchen Sie keinen teuren Fotografen. In einem öffentlichen Automaten erhalten Sie ganz einfach Bilder, die alle formalen Kriterien für Ihren Führerschein erfüllen und maximal 8 Euro kosten. Alternativ können Sie Passfotos zum gleichen Preis auch online anfertigen lassen.

Liegen sämtliche Unterlagen vollständig vor, ist zuletzt noch eine Gebühr von etwa 40 bis 50 Euro notwendig, damit das örtliche Straßenverkehrsamt Ihren Antrag bearbeitet.

 

Preise der Fahrschule

Nachdem Sie alle bürokratischen Angelegenheiten hinter sich gebracht haben, wird es Zeit für den tatsächlichen Unterricht. Dieser gliedert sich in zwei Teile:

  1. Theoriesitzungen in der Schule
  2. Übungsfahrten mit dem Fahrlehrer im Auto

Welche Kosten dabei insgesamt auf Sie zu kommen, hängt stark von Ihrem individuellen Lernfortschritt ab. Die gesetzlichen Vorschriften für die Mindestzahl an absolvierten Stunden lauten wie folgt:

Unterrichtsart Vorgeschriebene Stundenzahl
Theorie 14 Einheiten à 90min
Praxis
a) Regelfahrten Keine Vorschriften

(in der Regel 12-20 Einheiten à 45min)

b) Sonderfahrten

(Nacht-, Autobahn- und

Überlandfahrten)

12 Einheiten à 45min

Amaturenbrett

 

Überdies müssen Sie berücksichtigen, dass es keine Pauschalantwort auf die Frage „Was kostet eine Fahrstunde?“ gibt. Unterschiedliche Fahrschulen verlangen unterschiedliche Gebühren. So ergeben sich mitunter erhebliche Preisschwankungen:

 

Unterrichtsart Leistung Preis
Theorie    
 

 

12 Doppelstunden 200-400 € Grundgebühr
Lehrmaterial Ca. 50 €
Praxis
Regelfahrten Einzelstunde 20-45 €
Sonderfahrten Einzelstunde 50-60 €

 

Bevor Sie eine Schule auswählen, sollten Sie also immer berücksichtigen, wie viele Kosten insgesamt entstehen, bis Sie letztendlich Ihren Führerschein erhalten. Wenn beispielsweise die Grundgebühr gering ausfällt, macht sich dieser Vorteil eventuell mit überteuerten Einzelstunden bezahlt.

 

Prüfungsgebühren 

Sobald Sie genügend Stunden absolviert haben, steht der finale Schritt an: Die Führerscheinprüfung. Sowohl der Theorie- als auch der Praxisteil laufen über eine externe Prüfstelle wie TÜV oder DEKRA. Meistens meldet Sie Ihre Fahrschule bei der zuständigen Behörde für einen Prüfungstermin an und rechnet die jeweiligen Gebühren direkt ab. Viele Anbieter verlangen für diesen Service jedoch einen zusätzlichen Aufschlag. Alles in allem kostet Sie der Führerschein dadurch nochmals bis zu 260 Euro:

 

Gebühren der Prüfungsstelle ~ 20 € für die Theorieprüfung
~ 90 € für den praktischen Teil
Aufschlagspreis für die Fahrschule ~ 100-150 €
Gesamt ~210-260 €

 

Dieser Betrag kann sich natürlich erhöhen, wenn Sie eine Prüfung nicht beim ersten Anlauf bestehen. Laut Gesetz dürfen Sie den theoretischen und den praktischen Teil beliebig oft wiederholen. Dabei schlagen nicht nur die vermehrten Prüfungsgebühren zu Buche, sondern auch die Übungsstunden, die Sie zusätzlich absolvieren müssen.

 

Fahrprüfung

Prüfungsgebühren

 

Führerschein-Kosten: Alle Zahlen auf einen Blick

Zusammenfassend lässt sich feststellen: Wer eine Fahrerlaubnis erwerben möchte, darf nicht zu knapp kalkulieren. Anbei finden Sie eine schematische Übersicht zu den Kosten, die mindestens anfallen, bis Sie einen Führerschein besitzen:

 

Sehtest 7 €
Erste-Hilfe-Kurs 20 €
Führerscheinantrag inklusive biometrischem Passfoto 45 €
Theoriestunden Grundgebühr 200 €
Regelfahrten (12 Einzelstunden) 240 €
Sonderfahrten (12 Einzelstunden) 600 €
Prüfungsgebühren 210 €
Gesamt 1.322 €

 

Den errechneten Mindestwert werden Sie mit größter Wahrscheinlichkeit übersteigen. Viele Fahrschüler brauchen nicht nur 12, sondern bis zu 20 Regelfahrten, bevor Sie eine Prüfung antreten. Hinzu kommt, dass Sie auch trotz bester Vorbereitung womöglich nicht beim ersten Mal bestehen. Angesichts der Vielzahl an Faktoren, die den endgültigen Preis für Ihren Führerschein bestimmen, sollten Sie in jedem Fall einige hundert Euro als Puffer einplanen.

 

Was kostet der B-Führerschein in den einzelnen Bundesländern?

Abschließend ist zu erwähnen, dass die Höhe der Rechnungen auch von Ihrem persönlichen Standort abhängt. In welchen Bundesländern eine Fahrerlaubnis besonders günstig ausfällt, sehen Sie hier:

 

Durchschnittliche Preisklasse Bundesländer
1.200-1.400 € Brandenburg, Berlin, Sachsen-Anhalt
1.300-1.500 € Sachsen
1.400-1.600 € Hamburg, Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern
1.500-1.700 € Bremen
1.500-1.900 € Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfahlen, Saarland
1.700-2.000 € Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein
1.900-2.100 € Baden-Württemberg
1.700-2.200 € Bayern

 

Kalkulation mit Taschenrechner

Was kostet der B-Führerschein in den einzelnen Bundesländern?

 

Führerschein Klasse B machen und Steuern sparen?

Angesichts der stolzen Summe, die sich aus den Preisen für die Ausbildung an der Fahrschule und sämtlichen Nebenkosten ergibt, suchen viele Fahranfänger nach Wegen, die finanzielle Belastung wenigstens teilweise zu reduzieren. In einigen Fällen können Sie die Kosten für Ihren Führerschein von der Einkommenssteuer absetzen. Wenn Sie die Fahrerlaubnis nachweislich für berufliche Zwecke erlangen müssen, fallen die entstandenen Ausgaben in der Steuererklärung unter die Kategorie Werbungskosten. Diese Einstufung akzeptiert das Finanzamt aber meistens nur bei Bus- oder Lkw-Fahrern. Für Pkw-Fahrer der Klasse B bleiben die Möglichkeiten beschränkt. Einzige Ausnahme: Menschen mit Gehbehinderung können die Kosten für den Pkw-Führerschein als außergewöhnliche Belastungen von ihrer Steuer absetzen.

 

Mehr rund um das Thema Führerschein erfahren Sie in unseren folgenden Artikeln: