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Abgasuntersuchung: Das müssen Sie wissen

Saubere Autos für saubere Luft – heute muss jedes Fahrzeug regelmäßig zum Abgastest. Die Abgasuntersuchung dient dem Umweltschutz, indem Sie durch strenge Kontrollen Dreckschleudern aus dem Verkehr zieht. Doch was wird in der AU genau geprüft? Welche Fristen muss ich einhalten? Was, wenn ich die letzte AU vergessen habe? Welche Kosten kommen auf mich zu? Antworten auf diese und weitere Fragen finden Sie im Artikel.

Die wichtigsten Infos auf einen Blick:

  1. Bei der Abgasuntersuchung werden Art und Menge der produzierten Abgase mit den vordefinierten Grenzwerten abgeglichen.
  2. Die Abgasuntersuchung wird in der Regel zusammen mit der Hauptuntersuchung durchgeführt. Alternativ können Sie die AU bei einer zertifizierten Werkstatt in Auftrag geben.
  3. Neuwagen müssen erstmals nach drei Jahren zur AU. Danach stellt sich ein Zweijahresrhythmus ein.
  4. Bei einer Überziehung der Abgasuntersuchung müssen Sie mit Bußgeldern und im schlimmsten Fall mit einem Punkt in Flensburg rechnen.

Was ist die Abgasuntersuchung (AU)?

Spätestens nach dem Abgasskandal, in dem vielen großen Automarken die bewusste Manipulation von Abgaswerten vorgeworfen wurde, hat die breite Öffentlichkeit die Notwendigkeit der Abgasuntersuchung erkannt. Das Thema Umweltschutz ist längst auch im Automobilbereich angekommen – „saubere“ Autos sind in. Um sicherzustellen, dass sich nicht unentdeckt Luftverschmutzer auf Deutschlands Straßen tummeln, führen zertifizierte Organisationen wie TÜV, DEKRA, KÜS oder GTÜ regelmäßig Emissionstests durch.

Wie läuft die Abgasuntersuchung ab?

Die Antwortet lautet ganz klar: Ja. Im Zuge des Abgasskandals wurden die Prüfungsmodalitäten für moderne Fahrzeuge angepasst. Zuvor wurde nach Möglichkeit lediglich eine Onboard-Diagnose durchgeführt. Eine Onboard-Diagnose meint dabei ein Fahrzeugdiagnosesystem, welches während des Fahrbetriebes alle abgasbeeinflussenden Systeme überwacht. Experten sahen jedoch kritisch, dass dieses Vorgehen nicht den tatsächlichen Schadstoffausstoß wiedergibt. Deshalb ist die Endrohrmessung seit dem 1. Januar 2018 für alle Fahrzeuge verpflichtend.

Haben Oldtimer Sonderrechte?

Oldtimer sind mindestens 30 Jahre alt und ihre Abgassysteme demnach nicht dem neusten Stand. Es ist nahezu unmöglich, dass sie in einer modernen Abgasuntersuchung bestehen. Dennoch sind jede Menge Fahrzeuge mit historischem H-Kennzeichnen unterwegs – wie kann das sein? Oldtimer gelten als wertvolles Kulturgut und sind deshalb unter bestimmten Umständen von der Abgasuntersuchung befreit. Zwar müssen alle Oldtimer regelmäßig zur HU, die AU entfällt aber für Benziner mit Erstzulassung vor dem 1. Juli 1969 und Diesel mit Erstzulassung vor dem 1. Januar 1977.

Wie oft muss mein Auto zur Abgasuntersuchung?

Da die Abgasuntersuchung zusammen mit der Hauptuntersuchung durchgeführt wird, findet sie im gleichen Rhythmus statt. Neuwagen müssen erstmals nach drei Jahren zur HU und AU, danach ist der „TÜV“ alle zwei Jahre fällig. Ihren nächsten Termin können Sie auf Ihrer Prüfplakette am hinteren Nummernschild ablesen: In der Mitte steht das Jahr und auf 12 Uhr der Monat, in dem Ihr Fahrzeug erneut durchgecheckt werden muss.

Prüfplakette Abgasuntersuchung

Übrigens: Für Motorräder und Wohnmobile können diese Fristen abweichen. Wohnmobile mit über 7,5 Tonnen müssen beispielsweise alle 12 Monate zur AU.

Abgasuntersuchung überzogen?

Es kommt vor, dass der Termin für HU und AU im Alltagsstress in Vergessenheit gerät. Der Gesetzgeber gewährt eine Schonfrist von zwei Monaten, in dem Sie die AU nachholen können, ohne dass ein Bußgeld fällig wird. Sind Sie über zwei Monate im Verzug, müssen Sie mit 15 Euro Strafe rechnen. Überschreiten Sie die Frist um vier bis acht Monate, sind es 25 Euro. Bei mehr als acht Monaten kostet Sie die Überziehung 60 Euro und einen Punkt in Flensburg.

Übrigens: Je länger Sie über dem „TÜV“-Termin liegen, desto genauer nehmen die Prüfer Ihren Wagen unter die Lupe. Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie aufgrund von Mängeln durchfallen, erhöht sich also mit jedem weiteren Monat. Wir empfehlen deshalb, lieber ab und an einen Blick auf die Plakette zu werfen.

AU: Auto durchgefallen?

Ohne bestandene AU ist die HU nicht vollständig. Bedeutet: Solange Ihr Fahrzeug den Abgastest nicht besteht, gibt es keine neue Plakette. Liegen die Abgaswerte Ihres Wagens in der Prüfung über den vorgegebenen Grenzwerten, entzieht der Prüfer ihm die Betriebserlaubnis. Sie müssen Ihren Wagen dann umgehend in die Werkstatt bringen und dafür sorgen, dass der Defekt bis zur Nachuntersuchung behoben wird. Letztere kostet Sie noch einmal ungefähr 25 Euro. Handelt es sich um einen größeren Schaden, kann Ihnen die TÜV-Plakette dauerhaft entzogen werden – dies ist aber die Seltenheit.

Abgasuntersuchung: Kosten-Check

Die Kosten für die Abgasuntersuchung hängen von der Art und dem Gewicht Ihres Fahrzeugs ab. Außerdem variieren sie leicht je nach Prüforganisation und Bundesland. Die reinen Kosten für die AU belaufen sich auf rund 30 Euro. Für Pkw bis 3,5 Tonnen müssen Sie für die HU inklusive AU ca. 100 Euro einplanen. Fahrzeuge bis 7,5 Tonnen schlagen mit ca. 130 Euro zu Buche. Motorradfahrer kommen mit weniger als 70 Euro am preisgünstigsten weg.

Wie lässt sich bei der AU Geld sparen?

Die Abgasuntersuchung wird nicht nur von den gängigen Prüfinstitutionen, sondern auch von zertifizierten Werkstätten durchgeführt. Eine Frage, die sich aufdrängt: Welche Alternative kostet mich weniger? Hier gilt wie so oft: Es kommt darauf an. Wenn Sie die AU zusammen mit der HU machen lassen und der Abgastest positiv ausfällt, handelt es sich bei dieser Option wahrscheinlich um die günstigere Variante. Stellen die Prüfer allerdings Defekte am Abgassystem fest, müssen Sie diese zunächst beheben und Ihren Wagen anschließend erneut vorstellen. Die Kosten für die Nachuntersuchung können Sie sich sparen, wenn Sie direkt die Werkstatt Ihres Vertrauens aufsuchen und den Schaden vor der HU ausbessern lassen.

Achtung: Lassen Sie sich unbedingt eine Prüfbescheinigung ausstellen, falls Sie die AU bei einer Werkstatt durchführen lassen. Diese müssen Sie bei der HU nämlich vorlegen. Beachten Sie auch, dass die AU zum Zeitpunkt der HU nicht mehr als zwei Monate zurückliegen darf. Anderenfalls müssen Sie die Abgasuntersuchung noch einmal wiederholen und tragen die doppelten Kosten.

Fazit: Abgasuntersuchung für saubere Luft

Die Abgasuntersuchung gehört seit 2010 fest zur Hauptuntersuchung und prüft, ob die austretenden Emissionen die Grenzwerte einhalten. Damit leistet sie einen wesentlichen Beitrag zum Umweltschutz und sollte von Autofahrern nicht versäumt werden – auch, weil ansonsten Bußgelder drohen. Neuwagen müssen erstmals nach drei Jahren, alle anderen im Abstand von zwei Jahren zur AU anrücken. Besteht ein Auto den Test nicht, muss der Schaden in einer Werkstatt behoben und das Fahrzeug in einer Nachuntersuchung erneut „vorgeführt“ werden.

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Fotocredtis: Toa55, eepblue4you / iStockphoto