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Die Hauptuntersuchung steht an? Das müssen Sie wissen

Die Hauptuntersuchung ist ein wichtiges Thema für alle, die ein eigenes Auto besitzen: Wann muss ich mit meinem Wagen zur Hauptuntersuchung? Was, wenn ich die Frist versäumt habe? Welche Kosten kommen auf mich zu? Wie viel Zeit muss ich einplanen? Wir klären die wichtigsten Fragen und haben eine Hauptuntersuchung Checkliste für Sie zusammengestellt, damit Sie garantiert mit „TÜV“-Plakette nach Hause fahren!

Die wichtigsten Infos auf einen Blick:

  1. Die Hauptuntersuchung ist seit 1951 für jeden Autobesitzer Pflicht.
  2. Sie wird im allgemeinen Sprachgebrauch als „TÜV“ bezeichnet, weil dieser früher das Monopol für die Untersuchung innehatte.
  3. Gründe für die Hauptuntersuchung sind Verkehrssicherheit, Vorschriftsmäßigkeit und Umweltverträglichkeit.
  4. Neuwagen müssen erstmals nach drei Jahren zur Hauptuntersuchung, danach steht die HU alle zwei Jahre auf dem Plan.

Was hat es mit der Hauptuntersuchung auf sich?

Seit dem 1. Dezember 1951 ist die Hauptuntersuchung (HU) – gemeinhin auch „TÜV“ genannt – gesetzlich vorgeschrieben. Sie soll sicherstellen, dass keine mängelbehafteten Fahrzeuge am Straßenverkehr teilnehmen und damit die Allgemeinheit gefährden. Die Hauptuntersuchung wird gemäß § 29 StVZO als zerlegungsfreie Sicht-, Funktions- und Wirkungsprüfung bestimmter Bauteile durchgeführt. Seit dem 1. Januar 2010 ist die Abgasuntersuchung (AU) in die Hauptuntersuchung integriert. Die AU dient dem Schutz der Umwelt, indem sie prüft, ob die EU-weiten Emissionsvorschriften eingehalten werden. Mit der Zusammenlegung ist die zweite Prüfplakette für die AU auf dem vorderen Kennzeichen überflüssig geworden.

„TÜV“ – Wie oft muss mein Auto zur HU?

Als Fahrzeughalter sind Sie für die fristgerechte Wahrnehmung der Hauptuntersuchung verantwortlich. Für Neuwagen ist die erste Hauptuntersuchung nach drei Jahren fällig. Danach schreibt der Gesetzgeber einen Zweijahresrhythmus vor. Durchgeführt werden kann die Hauptuntersuchung nicht mehr nur beim TÜV (Technischer Überwachungsverein), sondern auch bei anderen Prüforganisationen wie KÜS (Kraftfahrzeug-Überwachungsorganisation freiberuflicher Kfz-Sachverständiger), DEKRA (Deutscher Kraftfahrzeug-Überwachungs-Verein) und GTÜ (Gesellschaft für Technische Überwachung).

Besteht ein Fahrzeug die HU, wird eine Plakette am hinteren Kennzeichen angebracht, auf der Sie den nächsten Prüftermin ablesen können. Die große Zahl in der Mitte verrät das Jahr, die Zahl auf 12 Uhr den Monat, in dem Ihr Wagen wieder zur Hauptuntersuchung muss.

TÜV-Plakette

Übrigens: Fahrzeuge mit Saisonkennzeichen haben ein Sonderrecht, wenn der Termin für die nächste Hauptuntersuchung in den „Ruhezeitraum“ fällt. In diesem Fall muss das Auto erst im Monat der Wiederinbetriebnahme zur HU.

Hauptuntersuchung überzogen?

Es muss kein böser Wille dahinterstehen, die Hauptuntersuchung zu versäumen. Plötzlich stellen Sie voller Erschrecken fest, dass die Frist bereits vor einem Monat abgelaufen ist. Keine Sorge – ein Verwarnungsgeld droht erst, wenn Sie mehr als zwei Monate in Verzug sind. Die Versäumnisgebühr hängt von der Dauer ab, die Sie bereits ohne gültigen „TÜV“ unterwegs waren:

  • Mehr als zwei Monate: 15 Euro
  • Vier bis acht Monate: 25 Euro
  • Mehr als acht Monate: 60 Euro und ein Punkt in Flensburg

Darüber hinaus müssen Sie ab einem Verzug von zwei Monaten mit Extra-Kosten für die nachträgliche HU rechnen, da die Prüforganisationen dann zu einer erweiterten Untersuchung verpflichtet sind.

Achtung: Eine überfällige Hauptuntersuchung kann Ihren Versicherungsschutz beeinträchtigen, wenn Mängel, die bei der HU festgestellt worden wären, zu einem Unfall führen. Der Versicherte wird dann ggf. in Regress genommen und muss einen Teil der Schadenssumme an die Versicherung zurückzahlen.

„TÜV“-Dauer – Wie viel Zeit muss ich einplanen?

Um lange Wartezeiten zu vermeiden, sollten Sie vorab telefonisch oder online einen Termin für die Hauptuntersuchung vereinbaren. Dass HU und AU zusammen durchgeführt werden, erspart Ihnen einen weiteren Termin und damit wertvolle Zeit. Bei TÜV, DEKRA und Co. dauert die Hauptuntersuchung in der Regel nicht länger als eine halbe Stunde, Sie können also bequem auf Ihren Wagen warten. Innerhalb dieser kurzen Zeit prüfen die Sachverständigen Ihr Fahrzeug anhand von 160 Punkten auf Herz und Nieren.

Was kostet die Hauptuntersuchung?

Die Kosten für die Hauptuntersuchung variieren leicht je nach Standort, Prüforganisation und Prüfumfang. In der Regel wird im Zuge der HU die AU mit durchgeführt, den Abgastest können Sie aber auch vorab bei zertifizierten Werkstätten in Auftrag geben. Bei vorliegender Bescheinigung entfällt der Emissionstest und die Kosten reduzieren sich entsprechend. Aber Achtung: Zum Zeitpunkt der Hauptuntersuchung darf die Abgasuntersuchung maximal zwei Monate zurückliegen.

Seit 2018 ist im Rahmen der AU für alle Fahrzeuge eine Endrohrmessung verpflichtend. Zuvor wurden die Emissionswerte bei Fahrzeugen mit Baujahr 2006 oder später nur über das On-Board-Diagnosesystem gemessen. Durch diesen Mehraufwand haben sich die Gesamtkosten für HU und AU auf durchschnittlich 109 Euro erhöht.

HU: Auto durchgefallen?

Stellt die Prüforganisation Mängel an Ihrem Fahrzeug fest, teilt sie diese in sogenannte Mängelklassen ein. Womöglich erhalten Sie Hinweise (HW) darauf, welche Mängel sich für die Zukunft abzeichnen. Sie erhalten trotzdem Ihre Prüfplakette – genau wie für den Fall, dass geringe Mängel (GM) festgestellt werden, von deren unmittelbaren Beseitigung die Prüfer ausgehen können. Vor allem bei älteren Fahrzeugen kommt es jedoch vor, dass in der Hauptuntersuchung erhebliche (EM) oder gefährliche Mängel (VM) diagnostiziert werden, die den Verkehr und die Umwelt gefährden. Sie erhalten dann keine Prüfplakette und müssen Ihr Auto innerhalb eines Monats in einer Nachuntersuchung erneut vorstellen. Wird Ihr Wagen als verkehrsunsicher (VU) eingestuft, weist er gefährliche Mängel auf, die ein unmittelbares Fahrverbot für das betroffene Fahrzeug nach sich ziehen. In der höchsten Mängelklasse wird die Zulassungsbehörde informiert und Sie müssen Ihre aktuelle Prüfplakette entfernen. Selbstverständlich ist auch hier eine Nachuntersuchung erforderlich. Für diese werden 15 bis 20 Euro fällig.

Tipp: Wer die Nachuntersuchung nicht rechtzeitig anmeldet, muss die gesamte HU noch einmal durchführen lassen und erneut den vollen Betrag zahlen. Vereinbaren Sie deshalb unbedingt innerhalb eines Monats erneut einen Termin zur Prüfung!

Hauptuntersuchung – Auto Selbst-Check spart bares Geld

Die Hauptuntersuchung ist kein Schnäppchen. Die gute Nachricht: Es gibt Spar-Potential. Zunächst einmal rechnet es sich, Preise bei verschiedenen Prüfungsorganisationen zu vergleichen. Wenn Sie bereits vor der anstehenden Hauptuntersuchung Mängel an Ihrem Wagen vermuten, können Sie ihn von der Werkstatt Ihres Vertrauens durchchecken lassen, um die Kosten für die Nachuntersuchung zu vermeiden. Allgemein lohnt es sich auch, vorab einige Dinge selbst zu überprüfen, damit Ihr Auto die Hauptuntersuchung auf Anhieb besteht. Dazu haben wir Ihnen nachfolgend eine Checkliste mit den häufigsten Mängeln beim „TÜV“ zusammengestellt.

Hauptuntersuchung Checkliste – So bereiten Sie sich optimal vor

  1. Vollständige Papiere
    • Ausweis und Führerschein
    • Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein)
    • Ggf. Nachweis einer Änderungsabnahme, Allgemeine Betriebserlaubnis oder Tuning-Bescheinigungen
    • Fahrzeug-Identifikationsnummer identisch zu Angaben in Fahrzeugpapieren
  2. Funktionierende Beleuchtung
    • Richtig eingestellte Scheinwerfer
    • Funktionstüchtige Kennzeichenbeleuchtung und Blinker
  3. Vollständiger Verbandskasten
    • Nach dem aktuellen notfallmedizinischen Stand der StVZO ausgestatteter Verbandskasten
    • Alle Materialien haltbar
  4. Ausreichender Reifenzustand
    • Mindestprofiltiefe von 1,6 mm
    • Keine Beulen, Schnitte oder Risse
    • Korrekte Reifengröße und -bezeichnung
    • Unbeschädigte Felgen
  5. Intakte Bremsen
    • Einwandfreie Bremsbeläge und Bremsscheiben
    • Ausreichender Bremsflüssigkeitsstand
    • Dichte Bremsanlage
  6. Unbeschädigte Windschutzscheibe
    • Keine Steinschläge
  7. Einwandfreies Fahrwerk
    • Korrekte Lenkung
    • Keine ungewöhnlichen Geräusche

Eine ausführliche Checkliste zur Vorab-Kontrolle Ihres Wagens finden Sie beispielsweise bei TÜV Süd.

Ein gültiger „TÜV“ ist die Grundvoraussetzung für Ihre Sicherheit auf der Straße. Damit Sie darüber hinaus für alle Eventualitäten zuverlässig abgesichert sind, bietet R+V24 Ihnen flexible Haftpflicht-, Teilkasko- und Vollkaskoversicherungen zu Top-Konditionen. Wir wünschen Ihnen eine angenehme Fahrt!

Fotocredits: deepblue4you, Stadtratte / iStockphoto

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